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Sucht- und Präventionstag

Kehlkopflose machen Schüler betroffen

Schüler informieren sich über moderne Suchtmittel, Kehlkopfkrebs und Essstörungen: Zum neunten Mal veranstalteten die Kaufmännischen Schulen Marburg einen Sucht- und Präventionstag.
Die Kaufmännischen Schulen Marburg thematisierten beim Sucht- und Präventionstag neben den „klassischen“ Süchten, wie Rauchen, auch moderne Süchte. wie Handy-Sucht. Foto: dpa

Die Kaufmännischen Schulen Marburg thematisierten beim Sucht- und Präventionstag neben den „klassischen“ Süchten, wie Rauchen, auch moderne Süchte. wie Handy-Sucht.

© dpa

Marburg. Zehn Schulklassen nahmen am „Tag der SehnSüchte“ teil. Mit allerhand Vorträgen und einem „Markt der Möglichkeiten“ vermittelte die Aktion den Schülern vielfältige Einblicke rund um das Thema Sucht. Während der Veranstaltung bot die Beratungsstelle Hessen des „Violence Prevention Network“ zudem einen Vortrag über „Religiöse Toleranz statt Extremismus“ an.

In zahlreichen Workshops konnten sich die Schüler der Sekundarstufe II im Anschluss nicht nur mit dem Thema Sucht, sondern auch mit ihren eigenen „(Sehn-)Süchten“ auseinandersetzen, sich sportlich oder künstlerisch betätigen. Neben dem extra geschulten Team rund um Suchtpräventionslehrer Marcus Ghiai stellten sich mehrere Experten und Betroffene dem Thema und den Fragen der Jugendlichen.

Insbesondere die Vortragsveranstaltungen waren stets gut besucht. Neben wissenschaftlichen Erkenntnissen über die Auswirkungen von Drogenkonsum auf das menschliche Gehirn informierten mehrere betroffene Kehlkopflose über die Gefahren des Rauchens und ihre Erlebnisse mit Kehlkopfkrebs. Die Unterhaltung per elektronischem Sprechgerät hinterließ einen tiefen Eindruck bei den Schülern.

Zudem sprach eine Expertin über Auslöser und Problematik von Essstörungen. Von einer modernen, wachsenden Computer- und Handy-Sucht handelte wiederum der Kurs „App-Gelenkt“.  Darüber hinaus hatten die Schüler die Möglichkeit in Sport-, Tanz- und Theaterkursen ihre Fähigkeiten bei Tanzen (Foto: Tannert), Selbstverteidigung, Yoga oder Improvisation zu stärken. Abschließend wurden die Ergebnisse der Workshops von Referenten, Lehrern und Schülern ausgewertet und diskutiert.

Seit mittlerweile 18 Jahren wird der Suchtpräventionstag im Zweijahres-Rhythmus an der KSM veranstaltet. Standen früher noch klassische Themen wie Alkohol und Nikotin als Volksdroge im Vordergrund, liege das Augenmerk heute eher auf modernen Süchten wie Spiel- oder Internetsucht, mit denen die Schule bereits Erfahrungen sammeln musste, teilte Schulleiter Siegmar Günther mit.

Schwarze Lunge zeigen, bringt nichts mehr

„Diese modernen Süchte sind mindestens genauso bedeutend für die Schüler“, sagte Günther. Aber auch bei den „klassischen“ Suchtmitteln setzt die Schule auf andere Wege der Prävention. Etwa beim Rauchen: „Eine schwarze, verrauchte Lunge zu zeigen bringt da nichts, ein Gespräch mit einem Kehlkopflosen macht mehr Eindruck“, ist sich der Schulleiter sicher.

Suchtvorbeugende Arbeit beinhalte für die Schule nicht nur eine Aufklärung über Drogen, sondern ebenfalls die Stärkung einer bereits vorhandenen Anti-Drogen-Einstellung sowie eine Förderung von Möglichkeiten, die das Auftreten suchtorientierten Problemverhaltens verhindern oder wenigstens einschränken helfen.

Schulische Suchtprävention setze schon bei möglichen persönlichen Ursachen für Suchtverhalten ein und solle Kindern und Jugendlichen helfen, „diejenigen psychischen Eigenschaften und Fähigkeiten auszubilden, die es ermöglichen, auch schwerwiegenden Lebenssituationen standzuhalten“, wie etwa stabilisierende lebenspraktische Fertigkeiten. Ziel sei es, „alle versteckten und offenen Süchte erkennen zu können und zu lernen, wie damit umzugehen ist“, sagte Siegmar Günther.

von Ina Tannert


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