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Luxemburgische Firma übernimmt Mehrheit

Investor steigt bei Holz-Schmidt ein

Gut 100 Jahre lang war die Firma Holz-Schmidt in Schönstadt in Familienhand. Wegen wirtschaftlicher Probleme übernahm ein Investor eine Mehrheitsbeteiligung – 20 Mitarbeiter mussten gehen.
Die Firma Holz-Schmidt in Schönstadt war durch Rohstoffknappheit in wirtschaftliche Schieflage geraten. Foto: Thorsten Richter

Die Firma Holz-Schmidt in Schönstadt war durch Rohstoffknappheit in wirtschaftliche Schieflage geraten.

© Thorsten Richter

Schönstadt. Bereits Ende vergangenen Jahres hat demnach die deutsch-belgische Haas/Joost-Gruppe über eine luxemburgische Holding mit dem Namen „Wood Trading & Technologies“ (WTT) eine Mehrheitsbeteiligung an dem Sägewerk übernommen, über die genaue Höhe der Beteiligung wurden keine Angaben gemacht.

„Die Säge-Industrie in Deutschland ist seit Jahren unter Druck – vor allem wegen der Rohstoffknappheit“, bezeichnet Geschäftsführer Helmut Schmidt die Probleme, die zur wirtschaftlichen Schieflage führten. Denn nach vielen Windwürfen durch Kyrill und Co. seien „sehr hohe Sägewerkkapazitäten aufgebaut worden“, sagt Schmidt. So seien vor allem in Ostdeutschland mithilfe von Förderungen große Werke gebaut worden.

„Doch nachdem die Windwürfe vorbei waren, haben alle nach Holz gesucht, das nicht mehr da war. Hinzu kommt, dass wir in Deutschland schon seit Jahren einen Waldumbau haben – man geht weg vom Nadelholz und baut mehr Laubholz an“, sagt Schmidt. Und das sei, wie er betont, für die Bauholzindustrie schlicht nicht zu gebrauchen.

20 der 130 Mitarbeiter müssen gehen

Dadurch seien in den vergangenen Jahren die Rohstoffpreise um rund 40 Prozent gestiegen – „wir haben weltweit nahezu die höchsten Preise“, moniert Schmidt. Somit könnten auch die neuen Werke, die sich ursprünglich auf den Export spezialisiert hätten, ihre Ware nicht mehr ausführen und drängten verstärkt auf den deutschen Markt – mit der Folge, „dass die hohen Rohstoffpreise nicht mehr an den Markt weitergegeben werden können“, wie Schmidt sagt.

Um diesem Schicksal zu entgehen, habe man einen Investor gesucht, „um uns zukünftig mit Rohstoffen für die Weiterverarbeitung zu versorgen“, erläutert Schmidt. Das Sägewerk – eine der Abteilungen von Holz-Schmidt – wurde in der Folge auf den Einschicht-Betrieb zurückgefahren, „das Holz, das uns letztendlich fehlt, kaufen wir bei unserem neuen Partner ein“. Durch die Reduzierung mussten 20 Mitarbeiter von 130 entlassen werden, was Schmidt sehr bedauert. Bei gut der Hälfte sei der auslaufende Vertrag nicht verlängert worden, dem Rest habe man betriebsbedingt kündigen müssen.

Der Mehrheitseigner WTT betreibt ein Sägewerk in der Eifel und eines in Belgien. „In der Summe schneiden sie rund eine Million Festmeter Rundholz ein – bei uns waren es zuletzt etwa 150.000 Festmeter“, verdeutlicht Schmidt die Größenunterschiede. Darüber hinaus betreibe WTT mehrere Kraftwerke und ein großes Pellet-Werk.

„Lieferverträge werden erfüllt“

„WTT vertreibt seine Waren nur in die Großindustrie, hat im Gegensatz zu uns also eine geringe Vertriebsstruktur“, sagt Schmidt. Denn Holz-Schmidt vertreibe seine Waren direkt ans Handwerk – der Investor könne von dieser Struktur also profitieren. Zukünftig sei geplant, noch etwa 80 000 Festmeter Holz einzuschneiden, „und wir liegen voll im Plan“, betont Schmidt. Das Sägewerk solle auf diesem Niveau beibehalten werden.

Aktuell seien keine Neu-Investitionen geplant, perspektivisch gebe es allerdings „kleine Investitionen im Laufe des Jahres“. Einen Investitionsstau habe es nicht gegeben, „wir waren gut aufgestellt. Zwar gab es die Überlegungen, ins Sägewerk zu investieren, um auf dem neuesten Stand der Technik zu sein – aber dazu hätten wir die Einschnittmenge drastisch erhöhen müssen. Dem stand aber die Rohstoffknappheit im Weg“. Holz-Schmidt ist auch für die Nahwärmeversorgung des Hofs Fleckenbühl und von Schönstadt zuständig – „die Lieferverträge werden weiterhin in vollem Umfang erfüllt“, sagt Schmidt.

Cölbes Bürgermeister Volker Carle (parteilos) sieht durch die Übernahme die „Gewährleistung, dass es mit dem Betrieb am Standort weitergeht“. Die Entlassungen seien allerdings schlimm, „es ist ja nicht die erste Firma Cölber Firma, die das betrifft, wir sind da mit Solar-Wagner und BTF ziemlich gebeutelt“, sagt er. Die Gemeindevertretung sei dem Unternehmen „zur Unterstützung der Übernahme“ entgegengekommen, im Detail wollte sich der Bürgermeister jedoch nicht äußern. „Allerdings ist kein Geld geflossen“, betonte Carle im Gespräch mit der OP.

von Andreas Schmidt


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