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Prozessstart gegen ehemaligen MRV-Geschäftsführer

Im Fall „Völker“ geht es um Schaden von gut 500.000 Euro

Vor dem Landgericht 
Marburg muss sich ab diesem Donnerstag der ehemalige 
Geschäftsführer der 
Marburger Rohstoffverwertung verantworten – wegen Steuerhinterziehung und Untreue.
Weil er – auch mithilfe von weiteren Angeklagten – beim Schrotthandel in die eigene Tasche gewirtschaftet haben soll, steht ab Donnerstag der ehemalige Geschäftsführer der Marburger Rohstoffverwertung vor Gericht. Archivfoto: Peter Endig

Weil er – auch mithilfe von weiteren Angeklagten – beim Schrotthandel in die eigene Tasche gewirtschaftet haben soll, steht ab Donnerstag der ehemalige Geschäftsführer der Marburger Rohstoffverwertung vor Gericht.

© Peter Endig

Marburg. Der Angeklagte soll – teilweise unter Beihilfe der beiden anderen Angeklagten – als geschäftsführender Gesellschafter der Marburger Rohstoffverwertung (MRV) die Lieferung von Metallschrott an andere Unternehmen veranlasst haben.

Allerdings hat er laut Anklage das dabei bar eingenommene Geld ebenso wenig wie die Warenlieferungen in das Buchungssystem der Gesellschaft aufgenommen. Der Schaden 
summiert sich laut Landgerichtssprecher Dr. Marco 
Herzog auf 270.000 Euro.

Ins Rollen gebracht hatte die Ermittlungen offenbar die Selbstanzeige eines Italieners, der – wie ein Sohn des Hauptbeschuldigten – ebenfalls angeklagt ist. Der damalige Geschäftspartner hatte demnach mittels seines italienischen Betriebs Metall, das der MRV gehörte, mit Wissen des Angeschuldigten an zwei Abnehmer in Deutschland verkauft.

Für einen solchen Auslandsverkauf wäre keine Umsatzsteuer fällig gewesen, anders als bei einem direkten Inlandsverkauf durch die MRV. Daher sei es so zu einer Umsatzsteuerverkürzung gekommen. Die Warengeschäfte beziffert die Anklage laut Herzog auf 126.000 Euro.

Weiterhin soll der geschäftsführende Gesellschafter der MRV die Lieferung von Metallschrott einer anderen Firma im Landkreis an ein anderes Unternehmen veranlasst haben. Dadurch sei die MRV ebenfalls geschädigt worden – denn die Firma aus dem Ostkreis hat Schadenersatz gegenüber des Lahntaler Unternehmens in Höhe von rund 50.000 Euro geltend gemacht.

Schließlich soll der Angeklagte der Gesellschaft zustehende Gelder angenommen haben. Gegenüber dem Buchhalter des Unternehmens habe er dies zu verschleiern versucht, indem er einen Diebstahl behauptet hatte – 65.000 Euro sollen so in die eigene Tasche geflossen sein.

  • Der Prozess beginnt am Donnerstag um 9 Uhr im Saal 101 des Landgerichts.

von Andreas Schmidt


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