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Sparpläne bei Marburger Pharma-Industriebetrieb

GSK sucht Freiwillige, die gehen wollen

Der Betriebsrat ist über die Kommunikation des Unternehmens empört. Das Gremium hat an die Geschäftsführung einen vierseitigen Fragenkatalog gerichtet.
Der Impfstoffhersteller GSK will in Marburg den „Mars“-Campus stärken. Die schlechte Nachricht: Der Abbau von Stellen an den drei Marburger Standorten ist vor zwei Wochen den Beschäftigten mitgeteilt worden. Foto: Tobias Hirsch

Der Impfstoffhersteller GSK will in Marburg den „Mars“-Campus stärken. Die schlechte Nachricht: Der Abbau von Stellen an den drei Marburger Standorten ist vor zwei Wochen den Beschäftigten mitgeteilt worden.

© Tobias Hirsch

Marburg. Nach dem Schock am 2. Dezember, als Mitarbeiter der Impfstoff-Firma GSK erfuhren, dass fast 270 von 1250 Stellen in Marburg gestrichen werden sollen, fragen sich nun viele: Wer muss sich um seine Abteilung, seinen Arbeitsplatz oder seinen Kollegen sorgen?

Fest steht: Erklärtes Ziel des britischen Konzerns, der die ehemalige Marburger Firma Novartis Vaccines übernommen hat, ist, bis 2017 weltweit Produktionskosten zu senken und Wachstum anzukurbeln – durch einen Abbau von weltweit 1500 auf 15.500 Stellen. Von diesen 1500 Streichungen sind rund 270 in der Marburger Produktion vorgesehen. Wie viele Personen vom Abbau betroffen sind, sagte das Unternehmen nicht. In der Produktion arbeiten auch viele Teilzeitkräfte.

Die niedrigere Auslastung der Produktion in Marburg, die Zusammenlegung von Aktivitäten auf dem neuen „Mars“-Campus in Michelbach sowie die weltweite Zentralisierung von Betriebs- und Organisationsstrukturen seien die Gründe für die Stellenstreichungen (die OP berichtete). Bei den Veränderungen gehe es um die nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit innerhalb des GSK-Konzerns und auch im Markt. Daher gehe es auch um die Zukunft des Marburger Standorts, hatte der Marburger GSK-Geschäftsführer ­Jochen Reutter der OP erklärt.

Betriebsrat ist empört über Informationspolitik

Die grundsätzliche Linie bleibt, doch gibt es nach Informationen der OP inzwischen ein Ringen mit dem Betriebsrat, was den Zeitpunkt der Kündigungen angeht. Eigentlich sollten bereits ab Januar 80 Stellen abgebaut werden. Das Unternehmen geht jetzt davon aus, dass ab Januar erste Mitarbeiter freiwillig ausscheiden. Auch können befristete Verträge auslaufen. GSK erklärt nun allerdings auch, dass es bis Ende September keine betriebsbedingten Kündigungen aussprechen wird.

„Der Verzicht auf Kündigungen bis zum 30. September kam erst auf Drängen des Betriebsrates zu Stande“, sagt Rechtsanwalt Alexei Padva, der den Betriebsrat vertritt. Das Gremium sei sehr sauer über die Informationspolitik der Geschäftsführung, denn der Betriebsrat habe von dem Wegfall von 267 Stellen nur eine Stunde vor den Mitarbeitern erfahren. „Eine vorherige Beratung – wie es gesetzlich vorgesehen ist – war deshalb nicht möglich gewesen.“

Der Betriebsrat lasse daher rechtliche Schritte prüfen, werde aber im Interesse der Mitarbeiter parallel dazu an effektiven Lösungsvorschlägen arbeiten. „Bei den bisherigen Umstrukturierungen gelang es bisher immer, teilweise sehr unkonventionelle Lösungswege zu finden und unternehmerische Ziele des Arbeitgebers mit der Beschäftigungssicherung für die Mitarbeiter in Einklang zu bringen.“ Auch in der aktuellen Situation gäbe es bereits viele Ideen, um Arbeitsplätze zu retten. Die Verhandlungen gehen Mitte Januar weiter.

Der Betriebsrat hat zunächst einen vierseitigen Fragekatalog an die Geschäftsführung verschickt. „Auf welcher Grundlage wurde diese Personalplanung getroffen? Gab es eine Analyse, und wenn Ja: Warum wurde der Betriebsrat nicht informiert?“, so einige der Fragen.

Kritik an „Zickzackkurs“

Der Konzern will die geplanten Einsparungen durch Vereinfachung der Strukturen erreichen. Das bedeutet, dass einige Aufgaben andernorts zentral erfasst werden. So soll zum Beispiel die Arzneimittelsicherheit künftig am Standort München bearbeitet werden. Der Betriebsrat fordert für das Marburger Team einen Interessensausgleich. Die GSK-Führung bestätigte der OP, dass sie auch dafür in Verhandlungen mit dem Betriebsrat stehe.

Der „Zickzackkurs“ sei für die Beschäftigten nicht gut, erst teile man mit, dass ab Januar Stellen abgebaut werden, dann komme ein Rückzieher, so Padva. „Es ist gut, dass die Geschäftsführung sich auf den Aufschub bis 30. September eingelassen hat. Es wäre besser gewesen, wenn die Mitarbeiter diese Information gleich bekommen hätten.“ Der Betriebsrat fordere genaue Antworten auf viele offene Fragen. Es geht dabei auch um Zeit, die gewonnen wird: Solange Verhandlungen stattfinden, werden keine weitere Fakten geschaffen.

Unterdessen teilte Reutter mit, dass der GSK-Vorstand in dieser Woche ein Planungsbudget von umgerechnet 1,38 Millionen Euro für die Planung von Produktionsanlagen auf dem „Mars“-Campus zur Herstellung von Meningitis Serogruppe B-Antigenen freigegeben hat. Ab Januar wollen die Marburger mit Konzept und Entwurf für diese Antigen-Produktion beginnen. „Wir freuen uns über die Entscheidung des Konzerns, die uns allen am Standort Marburg zeigt, wie ernst es unserer neuen Führungsriege mit ihrem Vorhaben ist, umsatzstarke und innovative Produkte nach Marburg zu bringen. Wir sind dabei unsere Zukunft zu planen“, erklärte Reutter.

von Anna Ntemiris


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