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Baustelle in der Barfüßerstraße

Bauarbeiten beuteln den Werbekreis

Die Einkaufswelt der Oberstadt könnte einen Imageverlust erleiden, befürchtet der Werbekreis Oberstadt angesichts der anlaufenden Bauarbeiten in der Barfüßerstraße.
Geschäfte in der Barfüßerstraße können ab Montag nicht mehr so einfach wie hier beliefert werden. Foto: Tobias Hirsch

Geschäfte in der Barfüßerstraße können ab Montag nicht mehr so einfach wie hier beliefert werden.

© Tobias Hirsch

Marburg. Wenn in der nächsten Woche die Bauarbeiten in der Barfüßerstraße beginnen, wird sich weitläufig um das Rathaus herum die Verkehrsführung ändern (die OP berichtete). Das bedeutet auch größere Umstände für die Belieferung der Geschäfte in der Oberstadt.

„Wir werden eine erhebliche Belastung durch diese Baustelle erfahren“, sagte Friedrich Bode. Er war beim vorherigen Treffen als Vorsitzender des Werbekreises wiedergewählt worden. Nun müsse zum Beispiel die Marktgasse vom Lieferverkehr in beiden Richtungen befahren werden, was das Herausstellen von Tischen und Stühlen unmöglich mache, so Bode. Stadtmarketingkoordinator Jan Bernd Röllmann sprach von der „teuersten Kanalbaustelle, die Marburg je hatte, weil eine Handschachtung vorgenommen werden muss“.

Veränderungen bestehender Feste und Märkte?

Die Situation sei durch einen Kanalbruch vergangene Woche in der Ritterstraße ohnehin schon angespannt, so Werbekreis-Mitglied Lars Volkmar. Dazu konnte die Stadt aber auf Anfrage der OP Entwarnung geben, es komme seit Tagen zu keinen Komplikationen mehr, versicherten die Stadtwerke.

Um einen möglichen Image-Verlust zu vermeiden und die Oberstadt und das dortige Einkaufen für Kunden attraktiver zu gestalten, zogen die Mitglieder Veränderungen bestehender Feste und Märkte in Betracht. So schlug Volkmar vor, beispielsweise beim Elisabethmarkt einen Händlerflohmarkt zu veranstalten.

Denn: „Verkaufsoffene Sonntage sind nichts Besonderes mehr für die Leute.“ Es bedürfe neuer Ideen und neuer Konzepte. „Abwechslung, um Ermüdung zu vermeiden, ist gut“, sagte auch Röllmann. Er konnte auch die Bedenken von Bode nehmen, dass es beim Elisabethmarkt im Oktober durch die Baustelle in der Barfüßerstraße zu Behinderungen kommen könnte.

Auch der „Grüne Markt“ – also der Wochenmarkt – sei nicht so erfolgreich, wie gehofft, erläuterte Röllmann. Laut dem Stadtmarketingkoordinator sei dieser Markt „ein reiner Verkaufs- und kein Verzehrmarkt“, so stehe es in der Satzung. Es sei aber kundenfreundlicher und interessanter zum Einkaufen, wenn die Marktgänger „auch mal einen Kaffee trinken oder ein Glas Wein genießen können“, sagte er.

Stand auf Weihnachtsmarkt lohnt sich nicht für Händler

Mitglied Gerhard Werner merkte an, dass der Markt erfolgreicher wäre, wenn er „für unterschiedliche Bevölkerungsgruppen interessanter würde, beispielsweise für die vielen Studenten“. Einziges Problem: Die schwierige Erreichbarkeit des Marktes in der Oberstadt könnte Kunden abschrecken.

Auch der Weihnachtsmarkt gehöre nicht unbedingt zu den Highlights der Stadt. Außerdem seien „die Buden, die kein Essen oder Getränke anbieten, nur Lückenfüller“, sagte Mitglied Jutta Meise. Es lohne sich für die Händler nicht, einen Stand auf dem Weihnachtsmarkt zu betreiben. „Da müsste die Stadt den Händlern schon einiges dafür bezahlen, nur so funktionieren die besten Weihnachtsmärkte, siehe Nürnberg“, erklärte Röllmann. Ein Vorschlag des Werbekreises war es, künftig Bio-Würstchen und regionale Produkte auf dem Weihnachtsmarkt anzubieten.

Franziska Wagner vom Lesermarkt der OP schlug den Unternehmen vor, sich bei dem anstehenden Familienevent in der Oberstadt anlässlich des 150-jährigen Bestehens der Zeitung zu beteiligen, um so neue Kunden zu binden – das stieß bei den Händlern auf Interesse.

von Yannic Bakhtari

 
Foto: Yannic Bakhtari
 

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