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Zweite Streikwelle erfasst Johnson Controls

Warnstreik Zweite Streikwelle erfasst Johnson Controls

Die IG Metall hat ihre Warnstreiks bei der Firma Johnson Controls in Friedensdorf am Mittwoch fortgesetzt.

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Sven Wenzel (links) bereitet die Arbeiter von Johnson Controls in Friedensdorf darauf vor, dass die Streiks schon in der kommenden Woche ausgedehnt werden könnten.

Quelle: Sascha Valentin

Friedensdorf. Eine Woche nach der ersten Welle holte die Gewerkschaft die Mitarbeiter aller drei Schichten erneut vor die Werkstore und ließ damit die Maschinen in den Hallen stillstehen.

Gegenüber der Vorwoche konnte die Zahl der Teilnehmer noch einmal gesteigert werden. Waren vergangenen Mittwoch rund 80 Prozent der Arbeiter in der Nachtschicht dem Streikaufruf gefolgt, waren es am Mittwoch nahezu 100 Prozent: Von den 120 Beschäftigten waren nur vier weiter ihrer Arbeit nachgegangen. Das freute nicht nur Betriebsratsvorsitzende Carmen Thomä, sondern auch Dr. Ulf Immelt vom Deutschen Gewerkschaftsbund.

„Wenn wir was erreichen wollen, dann geht das nur gemeinsam“, appellierte er an die Mitarbeiter, weiter an den Streiks teilzunehmen. Die Forderung nach 5,5 Prozent mehr Lohn sei dabei nicht nur wichtig für jeden einzelnen Arbeitnehmer, sondern vor allem auch volkswirtschaftlich, betonte Immelt. Denn nur wenn die Menschen Geld in den Taschen hätten, könnten sie auch konsumieren, erklärte er. Mehr Lohn ist allerdings nur eine Forderung, wie Sven Wenzel von der IG Metall verdeutlichte. Mindestens ebenso wichtig sei die nach einer Bildungsteilzeit.

Wenzel: Müssen wohl noch eine Schippe drauflegen

Gerade viele jüngere Arbeiter würden gerne eine Weiterbildung absolvieren, was aber vor allem in Schichtbetrieben kaum umsetzbar sei. Denn bei einer solchen Fortbildung würden die Betreffenden zwei Tage in der Woche eine Schule besuchen und fehlten dann im Betrieb. Dieses Recht der Fortbildung müsse den Arbeitnehmern aber eingeräumt werden, so Wenzel. In der laufenden Tarifrunde hat der IG-Metall-Bezirk Herborn bereits zu 43 Warnstreiks mit rund 3000 Mitarbeitern aufgerufen.

Im Vergleich zu großen Unternehmen wie Daimler oder Opel höre sich das vielleicht nach wenig an, stellte Sven Wenzel fest, aber man dürfe nicht vergessen, dass die kleinen Betriebe dasselbe Stimmrecht besäßen wie die großen. Und solchen Unternehmen tue es sehr wohl weh, wenn bei einem Streik 100 Arbeiter fehlten.

Wenzel ging aber auch davon aus, dass die Gewerkschaft wohl „noch eine Schippe drauflegen muss“. Denn bisher seien die Verhandlungen zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern weitgehend ergebnislos verlaufen. Deswegen denke die IG Metall über eine Ausweitung der Streiks in Form von zentralen Kundgebungen nach. Davon könnte auch eine im Hinterland stattfinden – möglicherweise schon kommende Woche.

von Sascha Valentin

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