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Zwei "Prachtkerle" machen Licht

Lichttechnik Zwei "Prachtkerle" machen Licht

Mit einem neuen Corporate Design, einem neuen Firmenlogo und veränderter Produktpalette will Dr. Friedhelm Pracht (59) gemeinsam mit seinem Sohn Jonathan (29) das Unternehmen weiterführen.

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Jonathan Pracht hat die Marke Pracht neu entwickelt – gemeinsam mit PR-Experten.

Quelle: Anna Ntemiris

Dautphetal. 2013 ist für Pracht ein besonderes Jahr. Vor 90 Jahren wurde mit der Gründung des Elektroinstallationsunternehmens Ludwig Pracht & Söhne der Grundstein für die heutige Pracht-Group gelegt. 1963 entwickelten Alfred und Margarathe Pracht in Buchenau die Idee, Leuchten für die aus dem Unternehmen besonderen Anwendungsgebiete selbst zu produzieren: Jetzt feiert die Alfred Pracht Lichttechnik GmBH ihr 50-jähriges Bestehen, und Margarethe Pracht ist mit 85 Jahren noch immer fast täglich in der Firma. Die Geschäftsführung gab sie aber bereits 1999 an ihren Sohn Friedhelm. Professor Friedhelm Pracht (59) arbeitet seit 2011 mit seinem jüngsten Sohn Jonathan (29) in der Unternehmensspitze zusammen.

Was sein Urgroßvater Ludwig begonnen hat, will auch Jonathan in vierter Generation fortführen - wohlwissend, dass sich die Rahmenbedingungen verändert haben und noch weiter massiv wandeln werden.

„Wir leben in einem internationalen Licht- und Leuchtenmarkt, dieser steht vor einer unglaublichen Wandlung, weg von bisherigen Leuchtmitteln und hin zu neuen Technologien der LED und OLED mit neuen Steuerungs- und Designvarianten“, sagt Friedhelm Pracht. Die Firma Pracht habe eine Alleinstellungsmerkmal, betont er.

Enge Kooperation mit Wissenschaftlern

Dieses Merkmal hängt mit seiner Person zusammen: Friedhelm Pracht ist Wissenschaftler und Geschäftsführer, Hochschullehrer und Arbeitgeber, Theoretiker und Praktiker. Der promovierte Ingenieur arbeitet eng mit den Technischen Universitäten Darmstadt, Kassel und Stettin zusammen. „Wir haben Erfolg, tolle Produkte, aber wir müssen anders auftreten“, sagt Jonathan Pracht. Der 29-Jährige - er trägt ein gestreiftes Polo-Shirt und Jeans - will das Erscheinungsbild des Unternehmens verändern - und hat dafür schon einiges getan. Das Motto lautet „Erfinde dich neu“. Rechtzeitig zum Jubiläum ist eine Firmenzeitschrift herausgegeben worden, die künftig in einer Auflage von 16000 Stück regelmäßig erscheinen soll. Zudem haben Prachts ihr Corporate Design erneuert, das Logo ist neu. Der neue Katalog unterscheidet sich in Form und Inhalt von den vorherigen. Hatte Pracht bisher 84 Leuchttypen im Sortiment sind es jetzt nur 38. „Es gibt Leuchttypen mit verschiedenen Abdeckungen, die sind aber dennoch unter einer Produktbezeichnung zusammengefasst“, erklärt Jonathan Pracht. Das Buchenauer Unternehmen gehört zu den Weltmarktführern in der Branche. Zu den Kunden zählt die Deutsche Bahn oder der Marmeladenhersteller Schwartau.

Auch heute noch liefern wir 100 Prozent über den Elektrofachgroßhandel, .....das ist unser Vertrauensbonus und wird konsequent heute noch umgesetzt. In Abstimmung mit dem EGH wird aus Buchenau eine intensivere Marktaufbereitung bis zur Basis an den Elektroinstallateur, Behörden und Industrie, in Rücksprache mit dem EGH vorgenommen. Warum ? Die LED Produkte mit Steuerungen sind komplizierter geworden,

Aber nochmals der Vertriebsweg geht und bleibt dreistufig über den Elektrofachgroßhandel. Früher vertrieb Pracht die Produkte ausschließlich über den Großhändler, jetzt sind neue Wege dazugekommen: Auch Installateure werden angesprochen sowie die Endkunden selbst - letzteres ist Jonathan Pracht wichtig. „Wir wollen den Kontakt zum Endkunden“. Die Abwicklung des Geschäfts gehe weiterhin über den Großhändler.

Mitarbeiterfest findet heute statt

Die neue internationale Markenkampagne der Buchenauer kommt in eine Zeit, in der große Unsicherheit vorherrsche, so Jonathan Pracht. „Viele Produkte aus Asien sind günstiger.“ Plagiate habe es bisher nur einmal in Australien gegeben, aber das könne noch kommen. Das wisse keiner. Die andere Herausforderung: Es gibt eine große Unsicherheit über die Stromersparnis, die LED-Leuchten bringen. Die neue LED-Industriebeleuchtung ist noch nicht sparsamer als die bisherige. Die Investition in LED-Lampen sollte sich für eine Firma in zwei bis drei Jahren amortisieren.“ Der Markt für LED ist da, Leuchtsstoffröhren wird es bald nicht mehr geben.

Stolz sind Prachts über die erste Leuchte, die komplett aus nachwachsenden Rohstoffen besteht (die OP berichtete). Sie ist zwar noch teurer als andere Röhren, aber ein Symbol für die Zukunft. Das Nachbarunternehmen, die Roth Werke, hat diese Lampe bereits im Einsatz.

Am Freitag laden die beiden „Prachtkerle“, wie sich Vater und Sohn in ihrer neuen Kampagne nennen lassen, die rund 120 Mitarbeiter und ihre Angehörigen zu einem Aktionstag ein: Bewegung, gemeinsames Essen, Feiern sowie ein Rück- und Ausblick stehen auf dem Programm.

von Anna Ntemiris

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