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Zwei Ärzte übernehmen Tagesklinik

Klinik Schweckendiek Zwei Ärzte übernehmen Tagesklinik

Ulrike Spies und Alexander Neelsen sind ab Samstag, 1. Oktober, für die Narkosen bei Operationen am Ortenberg verantwortlich – aber auch für die 
 Geschäftsführung.

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Ulrike Spies (links) und Alexander Neelsen, übernehmen die Klinik Schweckendiek. Anästhesistin Petra von Geyr (Mitte) geht in den Ruhestand und hat daher die Klinik verkauft.

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. Sie kommen beide aus dem hohen Norden und leben seit Jahren mit ihren Familien in Marburg: Die gebürtige Hamburgerin Ulrike Spies und ihr Kollege aus Kiel Alexander Neelsen waren in den vergangenen Jahren angestellte Anästhesisten – Narkoseärzte – am UKGM in Marburg.

Beide wagen nun den Sprung in die Selbstständigkeit: Spies und Neelsen haben die Klinik Schweckendiek im Blitzweg am Ortenberg übernommen. Ab dem 1. Oktober sind die beiden Ärzte nun gleichberechtigte Gesellschafter. „Ambulantes Operieren Marburg – OP-Zentrum Schweckendiek“ heißt die neu gegründete 
Gesellschaft. Die Marburger werden wohl weiterhin von 
Klinik Schweckendiek sprechen, 
sagen die neuen Inhaber.

„Wir haben lange genug an der Klinik gearbeitet und suchten eine neue Herausforderung“, erklärt Ulrike Spies. Als sie erfuhren, dass Dr. Petra von Geyr, Inhaberin der Klinik Schweckendiek und ebenfalls Anästhesistin, in den Ruhestand geht und den Betrieb abgeben möchte, kam man ins Grübeln, so Spies.

Familienfreundlichere Arbeitszeiten

Nach längerer Bedenkzeit war beiden klar: Es gibt viele Gründe, die Geschäftsführung einer Tagesklinik zu übernehmen. „Wir arbeiten weiterhin als Ärzte, sind aber nicht am Wochenende und nachts im Einsatz“, erklärt Spies. Da sowohl sie als auch ihr Kollege beide 
jeweils drei Kinder haben, sei ihnen dieser Aspekt wichtig.

Das Haus sei in einem guten Zustand, die beiden Operationssäle seien im „Top-Zustand“. „Nur außen muss einiges 
getan werden. Wir wollen das Haus im nächsten Jahr außen renovieren“, sagt die neue Klinikchefin. Das Gebäude und Grundstück sei aber nach wie vor im Besitz der Familie Schweckendiek, die die Klinik einst betrieben hat.

Der Name des Krankenhauses ist seitdem geblieben. Bis 2011 wurden dort auch stationär Patienten aufgenommen, jetzt sind dort nur noch ambulante Behandlungen möglich. Mehr als ein Dutzend niedergelassene Ärzte – Augenärzte, Hautärzte, Gynäkologen, Zahnärzte und Hals-Nasen-Ohrenärzte – operieren dort ihre Patienten.

Da die Ärzte sich dort nur „einmieten“, gehören zum Team der Klinik Schweckendiek nur neun Angestellte, die von Spies und 
 Neelsen übernommen werden. 2200 bis 2500 Patienten wurden im Durchschnitt in der Tagesklinik behandelt, sagt Spies.

von Anna Ntemiris

Hintergrund
Seit mehr als 60 Jahren besteht die Klinik am Ortenberg, die Anfänge gehen aber laut Klinik auf den Facharzt Karl August Schweckendiek, geboren 1861 in Ärzen bei Hameln, zurück. 1907 ließ er sich als Hals-Nasen-Ohrenarzt in Marburg nieder. Der Neubeginn nach dem Krieg erfolgte in der Bismarckstraße. Wegen Platzmangels wurden in diesen Jahren auch häufig Operationen von Hermann Schweckendiek in der Hals-Nasen-Ohrenklinik oder der Chirurgischen Klinik der Philipps-Universität vorgenommen. Sein Sohn Wolfram Schweckendiek vergrößerte 1953 die kleine Klinik am Ortenberg. Durch einen weiteren Anbau 1961 und die Aufnahme eines Belegarztes konnten die 30 vorgehaltenen Betten wirtschaftlich genutzt werden. Im Alter von 75 Jahren legte Professor Schweckendiek die Klinik in die Hände einer GmbH.
 
 
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