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Zukunftsweisender Zusammenschluss

Autohaus Gnau Zukunftsweisender Zusammenschluss

Der Automarkt ist in Bewegung: Am 1. Juli übergibt Stefan Gnau das gleichnamige Traditions-Autohaus an die Wahl-Group in Siegen. Gnau bleibt Filialleiter in Marburg.

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Die Passion für den Autohandel ist Antrieb für Stefan Gnau – auch nach dem Zusammenschluss mit der Wahl-Group, wodurch der zweitgrößte Renault-Händler Deutschlands entsteht.

Quelle: Andreas Schmidt

Marburg. Künftig gehen die Autodienst Gnau GmbH in Marburg, die Autohaus Gnau GmbH in Gießen und die Wahl-Group aus Siegen gemeinsame Wege. Gnau ist seit 58 Jahren in Marburg und seit 13 Jahren in Gießen Vertragshändler von Renault und vertritt auch seit vielen Jahren die Marken Dacia und Skoda.

Das Siegener Autohaus Wahl blickt auf eine mehr als 110-jährige Tradition zurück und ist laut Firmenangaben der älteste BMW-Händler weltweit. 

Megagroße Autogruppen werden Markt dominieren

Stefan Gnau erläutert, was zu der „strategischen, langfristig überlegten Entscheidung“ geführt habe: „Es gibt keine Notwendigkeit für den Verkauf. Aber wenn man in die Zukunft schaut zeichnet sich ab, dass der Autohandel in den kommenden 10, 15 Jahren von megagroßen Autogruppen diktiert werden wird“, ist sich Gnau sicher. Es werde dann schwierig für die mittelgroßen Betriebe, sich auf dem Markt zu behaupten. „Und wenn man deutschlandweit schaut, ist Gnau mittelgroß“, so der Geschäftsführer. Also habe er sich gemeinsam mit Thomas Wahl, Geschäftsführer der Wahl-Group, überlegt, wie man agieren könne. „Ich kenne Thomas Wahl schon seit rund 20 Jahren, wir liegen auf einer Wellenlänge“, erläutert Stefan Gnau.

Aufgrund der geographischen Nähe und der sehr verwandten Unternehmens-Philosophie war laut Gnau offensichtlich, dass sich eine gemeinsame Ausrichtung sehr gut ergänze. Nicht nur im Ersatzteilvertrieb sondern auch in allen anderen Geschäftsbereichen biete die neue Struktur zahlreiche Vorteile für beide Unternehmensgruppen. Unter dem Motto „1+1 = mehr als 2“ sei dann der Zusammenschluss weiter forciert worden, der nun zum 1. Juli in einer neuen Gesellschaft umgesetzt wird. Gnau ist sich sicher, „dass sich die beiden Unternehmensgruppen perfekt ergänzen“.

Die Wahl-Group vertritt die Marken BMW, Mini, Renault, Dacia und Ford an 17 Standorten in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Rheinland-Pfalz. Sie gehört zu den 35 größten Autohandelsgruppen in Deutschland.

Bei der Zusammenführung sei Gnau sehr wichtig gewesen, „dass der Partner eine konservative und auch soziale Grundausrichtung wie wir besitzt. Denn ich will nicht 106 Mitarbeiter in eine ungewisse Zukunft übergeben.“ Das sei mit der Wahl-Group als Partner gelungen. Für die Mitarbeiter werde sich durch den Zusammenschluss nicht viel ändern, alle Arbeitsverhältnisse würden unverändert in die neue Gesellschaft integriert.

Für Kunden und Mitarbeiter „keine Unterschiede“

Auch für die Kunden werde der Übergang kaum wahrnehmbar sein. „Lediglich das Angebot wird größer, zudem werden die internen Prozesse optimiert.“ So wird sich Stefan Gnau künftig als Filialleiter um das Marburger Stammhaus kümmern, das auch weiterhin unter dem Namen Gnau auftritt. In Gießen wird sich der Name ändern, aus Autohaus Gnau wird Autohaus Wahl Hessen GmbH & Co. KG, unter deren Dach alle drei hessischen Renault-Häuser der Wahl-Group in Kassel, Marburg und Gießen zusammengeschlossen werden.

Der Vertrieb und Service für Skoda wird mit dem gleichen Team unverändert in Marburg und Gießen fortgeführt.

Mit dem Zusammenschluss der beiden Gruppen entsteht Deutschlands zweitgrößter Renault-Händler mit einem jährlichen Neuwagenverkaufsvolumen von mehr als 4000 Renault und Dacia.

Die Wahl-Group setzte zuletzt 6000 Neuwagen und 5000 Gebrauchtwagen um, der Teile-Umsatz lag bei 35 Millionen Euro, der Gesamtumsatz bei 250 Millionen Euro. Das Unternehmen beschäftigt an 17 Standorten 600 Mitarbeiter.

Gnau beschäftigt an 3 Standorten 106 Mitarbeiter, verkaufte 2500 Neu- und 800 Gebrauchtwagen. Der Teile-Umsatz lag zuletzt bei 7 Millionen Euro, der Gesamtumsatz bei 50 Millionen Euro.

von Andreas Schmidt

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