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Ziel: Finanzwissen der Jugend stärken

Bildungsprojekt Ziel: Finanzwissen der Jugend stärken

Was ist ein Girokonto? Was sind Kreditzinsen? Und was passiert an der Börse? Darüber wissen Jugendliche in der Regel wenig – ein Projekt an Schulen soll dies ändern.

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Taschengeld bekommen fast alle Jugendlichen – doch über Finanzen wissen sie nur selten Bescheid.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Fast jeder Schüler bekommt Taschengeld. Doch wie gut kennen sie sich tatsächlich damit aus? Wissen sie, was Finanzen und Kredite sind, wie eine Steuererklärung erstellt wird?

Mit diesen Fragen beschäftigt sich auch das Bildungsprojekt der Sparda-Bank Hessen: „Du hast dein Geld im Griff“ (GiG). Es will den Wirtschaftsunterricht und die aktive Medienarbeit der 7. und 8. Jahrgangsstufe verbinden. Ziel dieses Projektes ist es, das Wirtschafts- und Finanzwissen von Jugendlichen zu verbessern. Junge Menschen sollen verantwortungsbewusster handeln und denken und auf ihr späteres Leben vorbereitet werden.

GiG ist eine Kooperation der Genossenschaftsbank mit dem Hessischen Kultusministerium. Wenn sich die Schule zur Teilnahme entscheidet, stehen nach einer Lehrerfortbildung zehn Unterrichtseinheiten auf dem Stundenplan – mit Themen wie Sparen und Planen, Taschengeld und Haushaltsplan, Konsum und Schulden, Märkte und ihre Funktionen. 20 Schulen können an der Schuloffensive teilnehmen. Die Bewerbungsphase läuft bis 13. Februar.

Dieses Projekt soll eine sinnvolle Methode darstellen, um die jungen Menschen frühzeitig auf ihre Zukunft vorzubereiten. Denn junge Leute wissen oft zu wenig über Finanzen, Handyverträge oder den Einkauf im Internet, wie Studien und Untersuchungen aus den vergangenen Jahren zeigen. Demnach gaben nur knapp die Hälfte der 14- bis 24-Jährigen an, sich in Geld- und Finanzangelegenheiten auszukennen.

von Paula Stauzebach

 
Umfrage

„Gut, wenn uns das in der Schule beigebracht würde“

Wie gut kennen sich Jugendliche mit Geld aus und wie gehen sie damit um? OP-Praktikantin Paula Stauzebach befragte dazu Laura Hertl (14) und Joana Stauzebach (15).

OP: Wie viel Taschengeld bekommt ihr monatlich?
Joana: 30 Euro im Monat.
Laura: 20 Euro im Monat.

OP: Und wie gut kennt ihr euch mit Geld aus? Wisst ihr etwa, wie man ein Girokonto anlegt?
Joana: Ich habe zwar ein Girokonto, aber ich weiß nicht, wie man das anlegt.
Laura: Ich weiß auch nicht, wie man ein Girokonto anlegt – und ich habe auch keins.

OP: Wie gut kennt ihr euch mit Finanzen, Handyverträgen oder dem Einkauf im Internet aus?
Joana: Mit Finanzen kenne ich mich nicht gut aus, aber mit Handyverträgen und dem Einkaufen im Internet.
Laura: Ich kenne mich mit nichts von dem aus, da sich meine Eltern darum kümmern.

OP: Wofür gebt ihr euer Geld meistens aus?
Joana und Laura: Für Klamotten.

OP: Spart ihr auch? Und wofür?
Joana: Ich spare für meinen Führerschein und vielleicht dann auch für ein Auto, wenn ich älter bin.
Laura: Ich spare für Reisen.

OP: Plant ihr euer Geld über den Monat hinaus ein?
Joana und Laura: Wir planen unser Geld nicht ein. Mal geben wir mehr aus, mal weniger.

OP: Müsst ihr für das Geld arbeiten? Etwa im Haushalt?
Joana und Laura: Nein, arbeiten müssen wir nicht. Aber im Haushalt helfen ist selbstverständlich. Das Taschengeld bekommen wir aber nicht dafür.

OP: Wie viel Geld gebt ihr tatsächlich aus?
Joana: Im Monat gebe ich 15 bis 20 Euro aus. Mal mehr, mal weniger.
Laura: Das ist unterschiedlich.

OP: Braucht ihr die Sachen, für die ihr euer Geld ausgebt, wirklich?
Joana: Meistens brauche ich diese Sachen dann auch wirklich, aber es gibt auch Tage, an denen ich mein Geld für unnötige Sachen ausgebe, etwa für Klamotten.
Laura: Ich brauche die Sachen eigentlich nicht, die ich kaufe.

OP: Würdet ihr in der Schule gerne mehr über Finanzen lernen?
Joana und Laura: Auf jeden Fall. Wir fänden gut, wenn uns das in der Schule beigebracht würde. Vor allem schadet es ja niemandem.

 

Nur Kunst bringt uns nicht weiter

Ich bin dafür, dass Schüler in der Schule auf ihre Zukunft vorbereitet werden. So ein Bildungsprojekt ist als Chance anzusehen. Doch auch außerhalb der Schule sollte den jungen Leuten gezeigt werden, wie die Realität abläuft. Eltern sollten ihren Kindern beibringen, wie Finanzielles und Wirtschaftliches abläuft. Ich finde es schade, dass man nicht beigebracht bekommt, wie eine Steuererklärung funktioniert oder welche Bedeutung Kredite für unser Wirtschaftsleben haben, denn genau das ist ja das Wichtige für unser späteres Leben.

Wenn wir älter sind, wissen wir vielleicht Bescheid über die Kunst oder über das Berechnen von der Masse einer Sonne. Aber was wir nicht wissen ist, wie man wirtschaftliche und finanzielle Entscheidungen trifft oder wie man mit Geld umzugehen hat. Dann bringt uns der Kunstunterricht auch nicht weiter.

Ich glaube, es würde viel bringen, wenn man vorbereitet wird, denn wenn man nicht in der Schule darin unterrichtet wird, wann dann? Ich glaube nämlich nicht, dass sich Jugendliche in ihrer Freizeit darüber Gedanken machen. Und wenn sie dann älter sind und vor einer solchen Entscheidung stehen, haben sie ein Problem. Dadurch kann die Zukunft regelrecht gefährdet werden, da das Gespür für Geld nicht vorhanden ist. Das kann erlernt werden – mit Sicherheit genauso gut wie das Berechnen von Massen.

von Paula Stauzebach (14)

 
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