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Zehn Sterneköche zeigen ihre Künste

Küchenparty Zehn Sterneköche zeigen ihre Künste

Eine Party, wie es sie nur  einmal jährlich in Marburg gibt: Aus diesem  Anlass ist in unserer heutigen Berichterstattung eine  Prise Klatsch und Tratsch dabei.

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350 Gäste ließen sich von Sterneköchen kulinarisch verwöhnen.

Quelle: Nadine Weigel

Die RAF-Tomate – sie klang gefährlich, war aber  harmlos und gar köstlich. Das versprach die Moderatorin des Abends, TV-Frau Karen Webb , die ein tomatenrotes Cocktaikleid trug – aber das war Zufall. RAF steht für „resiste a fusarium“  und bedeutet, dass  die Sorte resistent gegen die Fusaroim-Welke (Wurzelfäule) ist. Starkoch Florian Hartmann vom Hause „Philipp Soldan“ in Frankenberg servierte diese Beilage für sein Fleischmenü. Er und weitere Spitzenköche kochten am Sonntagabend im Fünf-Sterne-Hotel „live“. Schon Wochen vorher war die  10. Auflage der Küchenparty ausverkauft. Vila-Vita-Chefkoch Boris Frackenpohl hatte diesmal keinen eigenen Stand, stand aber als Experte den Gästen zur Verfügung. 
Die Gastgeber, hier stellvertretend Gerhard Stutz , Geschäftsführer Vila Vita Hotels, und die Unternehmerfamilie Pohl (DVAG), empfingen  zehn Sterneköche, darunter den Marburger Bernd Siener („Esszimmer“), dutzende Köche und Assistenten sowie rund 350 Besucher. Am  Abend wurde die Unternehmerfamilie durch die Brüder Andreas und Reinfried junior Poh l sowie ihre Gattinnen Jaqueline und Ana   vertreten. „Ich bin selbst gespannt, welche Menüs es heute Abend gibt“, sagte Jaqueline Pohl . Die Menükarte war schon eine Kunst für sich.   Denn jedes Gerichte erzählte eine Geschichte.   Wolfgang Otto brachte zum Beispiel „Pulled Pork vom Livar Klosterschwein“ mit. „Die Schweine werden von vegetarischen Zinsterziensermönchen gezüchtet“, erklärte der „Fleischpapst“ der OP. Echt? Ja. Und das sogar in der Region „Echt“ in den Niederlanden.

Berliner Sternekoch kocht an der Lahn

Die meisten Besucher betraten kulinarisches Neuland. Marcus Bunzel von Ars Vivendi in Bad Laasphe interpretierte etwa Königsberger Klopse neu. Aufgepasst: Als kleinste aller kleinsten Beilagen gab es dazu zwei Kapern in Baiser. Hans Neuner vom Restaurant Ocean in Portugal präsentierte Rauchaalsud mit Imperial Kaviar, grünem Spargel, Wachtelei und Kartoffel.

Kolja Kleeberg kredenzte persönlich...Foto: Nadine Weigel

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Die Profis waren schnell und nahmen sich die Zeit, Rezepte und Herkunft der Produkte zu erklären, Geschmäcker zu diskutieren und aus jedem Teller ein Kunstwerk zu machen. Kunstvoll war auch das ganze Hotel dekoriert: In der oberen Etage hingen große weiße Luftballons, im Foyer metergroße silberfarbene Löffel und Gabeln sowie rote Rosen. Auch viele Gäste hatten sich  was einfallen lassen. Im auffällig, weil silber-glitzernden, Cocktailkleid kam Modehausinhaberin Anwara Kleine . Schlichtes Beige kombiniert mit gold-glitzerndem Schmuck trug Frisörmeisterin Tatjana Pfalz . Bei den Herren überwog das Hemd mit Jacket.
Ob Schürzenjäger unterwegs waren, ist nicht bekannt. Fakt ist, dass alle Gäste am Eingang je eine Vila-Vita-Schürze erhielten, aber kaum einer sie trug. Zum Höhepunkt des Abends gehörten die Auftritte des Berliner Sternekochs Kolja Kleeberg.

Wasser statt Wein

Er servierte Hummersalpikon und wurde nicht müde, in die Handykameras zu lachen,  sich mit Gästen wie Kreishandwerksmeister Rolph Limbacher  oder Rechtsanwalt Peter Stompfe   fotografieren zu lassen.  Die Krönung war aber Kleebergs musikalische Show: Er rockte mit der Boogie-Woogie-Band „Krüger Rockt!“, tanzte zeitweise auf den Tischen und sorgte mächtig für Stimmung. Einige aber sollen gestern Katerstimmung gehabt haben, behaupten böse Zungen. Was es zu trinken gab? Cocktails, Champagner, edle Brände und  prächtige Weine von Top-Winzern.
  Doch gab es einige Gäste, wie  Kaufhaus-Inhaberin Karin Ahrens , die nur Wasser tranken. „Wie immer in der Fastenzeit“, so die Katholikin. Die Themenvielfalt war übrigens so bunt wie die Menüauswahl. MarburgsOberbürgermeister Egon Vaupel sprach mit dem ärztlichen UKGM-Geschäftsführer Professor Jochen Werner über Fußball, und Kinderklinik-Chef Professor Rolf Felix Maier lobte gegenüber seinen Gesprächspartnern die Theater-Premiere  des Stücks „Durch den Wind“.

von Anna Ntemiris

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