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Zahl der Pleiten im Landkreis sinkt

Insolvenzen Zahl der Pleiten im Landkreis sinkt

Dank der weiterhin robusten Konjunktur in Deutschland sind im ersten Halbjahr diesen Jahres erneut weniger Unternehmen und Verbraucher in die Pleite gerutscht.

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Foto: Peter Steffen

Quelle: Peter Steffen

Marburg. Von Januar bis Juni registrierten die deutschen Amtsgerichte 12032 Firmeninsolvenzen und damit 9,2 Prozent weniger als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Damit setzt sich der 2011 begonnene Trend fort: Seit vier Jahren liegen die Insolvenzzahlen unter dem jeweiligen Vorjahreswert. Zuletzt sei die Zahl der Firmenpleiten im ersten Halbjahr 2010 um 2,0 Prozent gestiegen, sagte ein Statistiker.

Zudem traten von Januar bis Juni 56071 weitere Schuldner den Gang zum Insolvenzrichter an, 2,9 Prozent weniger als im Vorjahr. Darunter waren 43955 Insolvenzanträge von Verbrauchern und damit 3,8 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2013. Zudem durchlaufen 10120 ehemals Selbstständige ein Regelinsolvenzverfahren beziehungsweise ein vereinfachtes Verfahren. Dies entspricht einem Anstieg von 0,8 Prozent.

Konjunkturflaute macht sich nicht bemerkbar

Allerdings stieg im ersten Halbjahr 2014 der mögliche Schaden durch Unternehmenspleiten: Im Feuer stehen Forderungen der Gläubiger in Höhe von 14,6 Milliarden Euro nach 10,4 Milliarden vor einem Jahr. Dieser Anstieg sei darauf zurückzuführen, dass die Gerichte nun mehr Insolvenzen von wirtschaftlich bedeutenden Unternehmen registriert hätten als im Vorjahreszeitraum.

Die Konjunkturflaute im zweiten Quartal hat sich damit hier noch nicht bemerkbar gemacht. Allerdings gelten Insolvenzen als nachlaufender Indikator für die wirtschaftliche Entwicklung, wie ein Statistiker betonte: Wenn die Wirtschaft schlecht läuft, schlägt sich das erst allmählich in den Insolvenzzahlen nieder.

Der Verband Insolvenzverwalter Deutschlands (VID) bezeichnete die Lage in der „Gesamtsicht“ zwar als anhaltend erfreulich. „Allerdings darf dies nicht darüber hinweg täuschen, dass zahlreiche Unternehmen ein niedriges oder sogar negatives Eigenkapital ausweisen und in vielen Fällen ihre Rechnungen nicht pünktlich zahlen“, sagte der VDI-Vorsitzende Christoph Niering.

Zahl in Hessen liegt in etwa auf Vorjahresniveau

In Hessen liegt die Zahl der Insolvenzen ungefähr auf dem Niveau des Vorjahres: 4784 wurden laut Statistischem Landesamt von Januar bis Juni angemeldet, das entspricht einem Minus von 0,3 Prozent gegenüber 2013, als 4797 Schuldner den Gang zum Insolvenzrichter antraten.

Die Firmenpleiten sind dabei aber stark rückläufig: Meldeten im ersten Halbjahr des vergangenen Jahres noch 883 Unternehmen Insolvenz an, waren es in diesem ersten Halbjahr nur noch 755, also 14,5 Prozent weniger.

Von diesen wurden 500 Verfahren eröffnet und 255 mangels Masse abgewiesen. Die erwarteten Forderungen der 500 Fälle betragen rund 406Millionen Euro.

Die Zahl der Verbraucher-Insolvenzen stieg indes hessenweit um 4,8 Prozent - von 2711 auf 2840 Verfahren. Bei den Verbrauchern liegen die erwarteten Forderungen bei gut 167 Millionen Euro.

Im Landkreis ging die Zahl der Insolvenzen im ersten Halbjahr ebenfalls zurück: 137 Insolvenzen wurden laut Statistik angemeldet, davon wurden 130 Insolvenzverfahren eröffnet. Sechs Fälle wurden mangels Masse abgewiesen, in einem Fall wurde ein Schuldenbereinigungsplan angenommen.

Im Vorjahreszeitraum waren indes noch 142 Insolvenzverfahren angemeldet worden - das entspricht einem Rückgang um 3,5 Prozent. Die Forderungen aus allen Insolvenzen im Landkreis betragen demnach knapp 19,9 Millionen Euro.

Weniger Unternehmens-Pleiten

Besonders stark ging die Zahl der Unternehmens-Insolvenzen zurück: Von 23 im ersten Halbjahr 2013 auf 18 in den ersten sechs Monaten diesen Jahres - das sind 21,7 Prozent weniger. Die Forderungen aus den 13 eröffneten und 5 mangels Masse abgewiesenen Verfahren liegt bei gut 8,5 Millionen Euro.

Die Privat-Insolvenzen im Landkreis liegen bisher in etwa auf dem Niveau des Vorjahres: 95 Verbraucher beantragten von Januar bis Juni ein Insolvenzverfahren, einer mehr als im Vorjahreszeitraum, was einem Plus um 1,1 Prozent entspricht. Die erwarteten Forderungen beziffert das Statistische Landesamt auf gut 7,4 Millionen Euro.

Außerdem haben im Landkreis bisher auch 24 ehemals selbstständig Tätige Insolvenz angemeldet, bei einem reichte die Masse nicht aus, um die Forderungen zu bedienen. Das entspricht dem Niveau des Vorjahres, als 23 Selbstständige in die Insolvenz gingen - statistisch 4,5 Prozent weniger.

Die erwarteten Forderungen aus den Pleiten der ehemaligen selbstständigen Unternehmer betragen knapp 3,9 Millionen Euro.(dpa)

von Andreas Schmidt und unserer Agentur

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