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Zahl der „Komasäufer“ im Landkreis steigt

DAK-Statistik Zahl der „Komasäufer“ im Landkreis steigt

Während bundes- und hessenweit die Zahl der jugendlichen „Komasäufer“ sank, wurden im Landkreis mehr Jugendliche nach Alkoholkonsum behandelt.

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Zwei Jugendliche halten einen Schlauch mit aufgesetztem Trichter fest, mit dessen Hilfe man in ­kurzer Zeit alkoholische Getränke zu sich nehmen kann.

Quelle: Uwe Anspach

Marburg. Das sogenannte Komasaufen, bei dem Jugendliche große Mengen Alkohol bis zum Kontrollverlust konsumieren, hat bundesweit abgenommen. Allerdings wurden im vorigen Jahr immer noch in rund 15.500 Fällen Kinder zwischen 10 und 17 Jahren wegen Alkoholvergiftungen ins Krankenhaus eingeliefert. Das geht aus dem Drogenbericht der Bundesregierung hervor.

Auch in hessischen Krankenhäusern sind im vergangenen Jahr weniger jugendliche Komasäufer behandelt worden als im Jahr 2014. In der Gruppe der 10- bis 20-Jährigen seien knapp 1300 Kinder und Jugendliche mit einer Alkoholvergiftung in der Klinik gelandet, teilte die Krankenkasse DAK-Gesundheit mit.

Weniger jugendliche „Säufer “ in Hessen

Nach unveröffentlichten Daten des Statistischen Landesamtes Hessen sei die Zahl im Vergleich zum Vorjahr um 173 (-12 Prozent) gesunken. 768 Jungen und 521 Mädchen mussten wegen Alkoholmissbrauchs stationär versorgt werden.

Die Zahl der jugendlichen ­Komasäufer ist damit im dritten Jahr hintereinander rückläufig. Vor allem Mädchen zwischen 15 und 20 Jahren haben im Jahr 2015 weniger häufig nach übermäßigem Alkoholkonsum behandelt werden müssen: Bei ihnen sank die Zahl der Betroffenen um 15 Prozent.

Anders stellt sich das Bild im Landkreis Marburg-Biedenkopf dar: Dort ist die Zahl alkoholbedingter Klinikaufenthalte von Kindern und Jugendlichen entgegen dem bundesweiten Trend gestiegen. Das Rauschtrinken bei Schülern bleibt somit weiter ein Problem.

Landkreiszahlen stehen Landestrend entgegen

Nach aktuellen Informationen der DAK Gesundheit landeten im vergangenen Jahr 56 Kinder und Jugendliche mit einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus. Nach Zahlen des Statistischen Landesamtes in Hessen stieg die Zahl der Betroffenen im Vergleich zu 2014 um 19,15 Prozent.

„Viele Jugendliche überschätzen sich und glauben, ­Alkohol gehört zum Feiern und Spaß ­haben dazu“, sagt Manuel 
­Höres, von der DAK Gesundheit in Marburg. „Eine regionale ­
Alkoholprävention ohne erhobenen Zeigefinger bleibt für uns unverzichtbar. So kann sich die gute Entwicklung auch auf unsere Region übertragen und die Zahl der Klinikbehandlungen sinken.“

Besonderen Anlass zur Sorge bereitet Experten der Alkoholmissbrauch bei den jüngeren Mädchen und Jungen. In der Altersgruppe der 10- bis 15-Jährigen mussten in der Region 
4 Kinder in einer Klinik behandelt werden.

Marburger OB unterstützt „bunt statt blau“

Zur Aufklärung setzt die Krankenkasse auch im kommenden Jahr die Kampagne „bunt statt blau – Kunst gegen Komasaufen“ in Marburg-Biedenkopf fort. Bei diesem bundesweiten Wettbewerb werden Schüler zwischen 12 und 17 Jahren aufgerufen, mit Plakaten kreative Botschaften gegen das Rauschtrinken zu entwickeln. Auch die Schulen in der Region werden laut Manuel Höres aktuell angeschrieben und zur Teilnahme eingeladen.

Landesschirmherr von „bunt statt blau“ ist der Hessische ­Gesundheitsminister Stefan Grüttner. In Marburg unterstützt auch Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies die Präventionskampagne.

An der mehrfach ausgezeichneten Kampagne gegen Alkoholmissbrauch nahmen laut DAK seit dem Jahr 2010 mehr als 80.000 junge Künstler teil. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.dak.de/buntstattblau.

von unseren Redakteuren

 
 
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