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Zaghafte Zuversicht für die Zukunft

IHK-Konjunkturbericht Zaghafte Zuversicht für die Zukunft

Der aktuelle Konjunkturbericht der Industrie- und Handelskammer Kassel zeigt: Die Lage ist ernst, aber nicht hoffnungslos.

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Der Handel ist bei Zukunftsprognosen vorsichtig. Laut IHK-Umfrage gehen nur 13,3 Prozent (Vorjahr 14,3 Prozent) von einer günstigen künftigen Geschäftslage aus. Archivfoto

Immer, wenn Thomas Rudolff im vergangenen Jahr den IHK-Konjunkturbericht für Nordhessen und Marburg verschickte, hatte er dieses mulmige Gefühl in der Magengegend. Wieder würden die Zeitungen und Radiosender von Pessimismus und Zukunftsangst berichten. Wieder nichts Positives aus der Wirtschaft zu vermelden.

Als Thomas Rudolff, Geschäftsführer Kommunikation bei der IHK Kassel-Marburg, jedoch in dieser Woche den Konjunkturbericht verschickte, war es ein anderes Gefühl, das sich in ihm breit machte. Ein bisschen Zufriedenheit. Ein bisschen „Ich habe es doch gesagt“-Trotz. Denn die Auswertung der Umfrage, an der 514 Unternehmen teilgenommen haben, gibt Grund zur Hoffnung. Erstmals stieg der Klimaindex wieder an. Dieser wird ermittelt aus der Gegenwärtigen und der zu erwartenden zukünftigen wirtschaftlichen Lage eines Unternehmens. Lag er im Vorbericht bei 109.7 Punkten, stieg er in der aktuellen Umfrage auf 113.5 Punkte. Kein Quantensprung - aber ein Grund für Optimismus.

„Ein Silberstreif am Horizont ist erkennbar. Insbesondere die Zukunftserwartungen sind deutlich besser geworden“, fasst Thomas Rudolff zusammen. „In der Industrie steht derzeit eine aktuell schwache Konjunktur einem ordentlichen Maß an Optimismus hinsichtlich der zukünftigen Entwicklung gegenüber“, so Rudolff. Zwar geben nur 35,7 Prozent der befragten Unternehmen an, aktuell über eine gute Geschäftslage zu verfügen (Vorjahreszeitraum: 48,8 Prozent), jedoch gehen 20,4 Prozent von ihnen davon aus, künftig in einer besseren Position zu sein (Vorjahreszeitraum: 15,8 Prozent). „Ich glaube, dass der Aufschwung auch etwas mit Selbsterfüllender Prophezeiung zu tun hat.

Gastronomen bekommenSparsamkeit zu spüren

In den vergangenen Monaten sei nur noch von der Eurokrise und dem Rettungsschirm zu lesen gewesen, so Rudolff. Das habe einen psychologischen Effekt auf die Unternehmen ausgeübt. Jetzt habe der Exportmarkt wieder angezogen. „Dieses Signal bleibt nicht unerhört“, erläutert Rudolff.

Die Industrie, sie zählt zu den Gewinnern. „Die Gastronomie macht Sorgen. Hier sind die Werte nicht gut. Es gibt einen Trend zu Sachanlagen im Konsum. Immobilien, Kunst, Schmuck und gute Mode. Beim Essen scheint man ein wenig zu knausern“, erläutert Thomas Rudolff. 30,4 Prozent (Vorjahr 8 Prozent) der befragten Unternehmen im Gastgewerbe bewerteten ihre Geschäftslage als schlecht. Und auch der Blick in die Zukunft fällt wenig optimistisch aus. Nur 8,7 Prozent der Gastronomen gehen von einer zukünftig eher günstigen Geschäftslage aus.

Der Konjunkturbericht stellt den Unternehmen jedoch nicht nur die zwei typischen „Wie geht es dem Unternehmen aktuell wirtschaftlich? Wie schätzen Sie die wirtschaftliche Entwicklung künftig ein?“-Fragen. Auch mögliche Investitionen und Entwicklungen auf dem Stellenmarkt werden untersucht.

Kaum Bewegung aufdem Arbeitsmarkt

„Die geplanten Investitionen sind über alle Branchen hinweg zurückhaltend“, zieht Rudolff eine eher nüchterne Bilanz. Nur 22,2 Prozent der Unternehmen gehen von einer nennenswerten Steigerung des Investitionsniveaus aus (Vorjahr 26,3 Prozent). Und auch auf dem Arbeitsmarkt ist eher Stillstand statt Entwicklung angesagt.

„Der massive Beschäftigungsaufbau der vergangenen Jahre ist definitiv vorbei. Es sind aber auch keine größeren Freisetzungen zu erwarten. Im Rahmen der natürlichen Fluktuation werden Neubesetzungen vorgenommen“, weiß IHK-Sprecher Thomas Rudolff. Nur 10,8 Prozent der befragten Unternehmen gehen von einer steigenden Beschäftigungszahl aus (14,1 Prozent).

Es sind keine Jubel-Ergebnisse, die die IHK in ihrer Umfrage ermittelt hat. Aber es sind die ersten leisen Meldungen, in denen ein Hauch Optimismus mitschwingt. Rudolff wagt eine vorsichtige Bilanz: „Die Wirtschaft scheint endlich wieder Tritt zu fassen.“

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