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Wohlfühl-Oasen im Geschäftstrubel

Kaphingst feierte Neueröffnung Wohlfühl-Oasen im Geschäftstrubel

Ein Wasserfall, Vogelgezwitscher und der Duft von Sonnenöl: Der neue Kaphingst-Markt bietet Erlebnisse für alle Sinne. Das Unternehmerehepaar Pichler geht im Einzelhandel neue Wege.

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Boris Pichler und Andrea Suntheim-Pichler feierten mit rund 100 Gästen aus Handwerk und Handel die Eröffnung des neuen Kaphingst-Marktes.

Quelle: Ingmar Hirt / Mymedia

Wehrda. Die Branche und viele Einzelhändler aus nah und fern staunen über das, was das Unternehmerehepaar Andrea Suntheim-Pichler und Boris Pichler auf die Beine gestellt hat: Nach elfmonatiger Bauzeit bietet der neue Kaphingst-Gesundheitsmarkt im Kaufpark Wehrda auf einer Fläche von 2500 Quadratmetern nicht nur viele Blickfänge, sondern steht für ein neues Geschäftskonzept.

Der klassische Einzelhandel kombiniert seine Aktivitäten und sein Angebot mit dem Internet. Seinen Kunden im Laden bietet Kaphingst Erlebnisse für alle Sinne: Die Bademode befindet sich zum Beispiel „am Strand“, dort duftet es nach Sonnenöl. Wer den Weg sucht, orientiert sich am Wasserfall (kleines Foto: Ntemiris), der beide Etagen verbindet. Das Wasser plätschert, die Vögel zwitschern. Wer heute ein Geschäft betrete, möchte auch eine gute Atmosphäre haben, sagt Pichler.

Wichtig sei auch, dass der Einzelhandel mit seinen Angeboten auch im Internet verfügbar ist. Die Verschmelzung von stationärem Handel und Online-Handel sei die Chance für den stationären Einzelhändler. Darüber hinaus können Kunden zum Beispiel mit einer speziellen App ihre Versorgungsdaten aus dem Krankenhaus direkt auf die Warenwirtschaft von Kaphingst übertragen lassen.

Die Warenpalette bleibt – vom Massagegerät über den Rollator bis hin zu Bandagen oder Kompressionsstrümpfen – klassisch. Hinzugekommen ist der E-Bike-Verkauf, der sehr gut laufe. Die erste öffentliche E-Bike-Ladestation im Kreis befindet sich direkt vor dem Laden. In den Neubau ist auch die ehemalige Orthopädie-Werkstatt aus der Uferstraße gezogen. Als Sanitätshaus bezeichnen die Inhaber das traditionsreiche Unternehmen schon lange nicht mehr.

Bei der Eröffnung für geladene Gäste aus der Fachbranche und dem Handwerk am Freitagabend erklärte Pichler, dass viele Unternehmen aus der Region an dem Neubau beteiligt waren. Nur eine Zahl von vielen: 36 Kilometer Kabel wurden verlegt, damit die Erlebnisse für Augen, Ohren und Nase möglich werden. Die Bauplaner setzten auf natürliche Materialien, Passivhaus-Elemente und ein nachhaltiges Energiekonzept.

Stellvertretend für den Einzelhandel hielt die Marburger Kaufhaus-Chefin Karin Ahrens eine Rede vor den Gästen. Das Ehepaar Pichler sei einen ähnlichen Weg gegangen, wie sie und ihr Mann Peter Ahrens, sagte sie. Heute sei es keine Selbstverständlichkeit mehr, dass Familienunternehmen weitergeführt werden. „Ihr könnt es und wollt es“, so Karin Ahrens. Vor dem Hintergrund, dass der Einzelhandel von vielen Seiten bedrängt sei, gehe das Ehepaar Pichler beeindruckende Wege.

Boris Pichler stellte klar, dass dieser Neubau, den der Architekt Thomas Dersch geplant hat, nur in einem Oberzentrum mit 1-a-Lage wirtschaftlich profitabel ist. Kleine Unternehmen auf dem Lande werden in der Form nicht mehr überlebensfähig sein, sondern kooperieren müssen. „Der Selbstzahler-Markt wird weiter wachsen, sich zunehmend vom Kassengeschäft abkoppeln. „Patienten werden zu gut informierten Kunden mit hohen Ansprüchen und Preissensibilität“, sagte er. Dieser Herausforderung könne sich das Familienunternehmen, das seit mehr als hundert Jahren besteht, nun stellen.

Für die Kunden und Partner aus der Gesundheitsbranche plant die Inhaberfamilie für den Herbst einen Tag der offenen Tür und eine Feier, kündigte Pichler im OP-Gespräch an. Schon jetzt kommen viele Menschen einfach nur zum Schauen ins Geschäft, berichteten Verkäuferinnen. Der Wasserfall in Wehrda hat sich schon herumgesprochen.

von Anna Ntemiris

Die E-Bike-Abteilung wurde anlässlich der Eröffnungsfeier zum Restaurant umgewandelt. Foto: Ingmar Hirt / mymedia
 
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