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Wo Schüler, Arbeitslose und Soldaten lernen

OP-Serie Handwerk Wo Schüler, Arbeitslose und Soldaten lernen

Seit 30 Jahren werden im Berufsbildungszentrum (BBZ) Marburg Lehrlinge aus- und zahlreiche andere Menschen weitergebildet.

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Kevin Kolbe (von links), Christian Fischer und Philipp Schneider sind im zweiten Lehrjahr und üben im Berufsbildungszentrum Marburg das Anschließen einer Toilette.

Quelle: Katharina Kaufmann

Marburg. „Das BBZ in Marburg ist der einer der letzten Dinosaurier unter den BBZs“, sagt Birgit Sturmat-Rosenbaum, Verwaltungsleiterin des BBZ Marburg. Was sie damit meint, wird schnell deutlich: Gegründet vor 30 Jahren mit zahlreichen weiteren Berufsbildungszentren in Hessen, ist das BBZ Marburg eines der wenigen, das noch in genau der Form besteht, wie es 1979 gegründet wurde: „nämlich als gemeinnützige GmbH mit der Handwerkskammer Kassel, der Industrie- und Handelskammer Kassel und der Kreishandwerkerschaft Marburg als Gesellschafter“, so Sturmat-Rosenbaum.

Das Ziel des BBZ beschreibt die Verwaltungsleiterin so: „Unser Auftrag ist die Förderung der Wirtschaft der Region durch ein aktuelles, breit gefächertes und auf höchstem Qualitätsniveau ausgerichtetes Angebot von Aus- und Weiterbildungskursen für die Betriebe, deren Mitarbeiter und die Arbeitssuchenden aus der Region.“

Die zentralen Aufgaben des BBZ sind die Ausrichtung von überbetrieblichen Lehrgängen für Auszubildende, die Organisation von Fortbildungsangeboten sowohl im kaufmännischen, im gewerblich-technischen wie im datenverarbeitenden Bereich (Meisterkurse, Industriemeisterausbildungen, Fachwirte, Betriebswirte), die Ausführung von Ausbildungs-, Umschulungs- und Qualifizierungsmaßnahmen für Arbeitssuchende im Auftrag der Agentur für Arbeit, die Veranstaltung von Lehrgängen in Zusammenarbeit mit dem Berufsförderungsdienst der Bundeswehr und die Unterstützung der Einführung von neuen Techniken in kleinen und mittleren Unternehmen.

So lernen im BBZ Marburg Auszubildende, Gesellen, Arbeitslose und Soldaten nebeneinander. „Momentan sind wir supergut ausgelastet und haben etwa 3.000 Menschen, die in irgendeiner Form hier betreut werden“, berichtet Sturmat-Rosenbaum. Im Jahresdurchschnitt sei die Zahl aber deutlich geringer: Im überbetrieblichen Unterricht würden pro Jahr 300 bis 350 Auszubildende unterrichtet, vom Kreisjobcenter und der Agentur für Arbeit kämen im Durchschnitt rund 500 Teilnehmer im Jahr, von der Bundeswehr etwa 100 Soldaten und Selbstzahler, die auf privates Interesse Weiterbildungen besuchen würden, machten etwa 700 Teilnehmer aus.

Insgesamt können die BBZ-Besucher in mehreren EDV- und Elektrowerkstätten und Laboren, einem Friseursalon, einer kaufmännischen Übungsfirma, mehreren Kfz-Werkstätten, einer Maler-Werkstatt sowie mehreren Metall- und Schweißwerkstätten, einer Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik-Werkstatt und einer Holzwerkstatt unterrichtet werden.

Neben dem Standort in Marburg unterhält das BBZ auch eine bereits 1969 gegründete Gemeinschaftslehrwerkstatt in Stadtallendorf. „Während in Marburg vor allem Lehrlinge aus dem Handwerk betreut werden, sind es in Stadtallendorf vor allem Auszubildende aus der Industrie“, erklärt Sturmat-Rosenbaum.

Derzeit ist das BBZ vor allem in Sachen Qualifizierung in der Kurzarbeit gefragt. „Wir sind dabei ein wichtiger Partner für die kurzarbeitenden Unternehmen, weil wir ein zertifizierter Träger für zahlreiche verschiedene Qualifizierungsangebote sind und die Betriebe so unterstützen können“, sagt die Verwaltungsleiterin nicht ohne Stolz. Das BBZ habe einen guten und schnellen Draht zu den heimischen Firmen. „Das BBZ hat sich in den vergangenen 30 Jahren zu einem echten Dienstleis tungszentrum mit großer Beteiligung in den Netzwerken regional und überregional entwickelt“, ergänzt Sturmat-Rosenbaum, in Vertretung für die Geschäftsführer Hans Schön und Lothar Kaiser. So wurden jetzt beispielsweise in Kooperation mit dem Bildungszentrum Kassel, dem BBZ Korbach, dem Fahrzeug Technischen Zentrum Kassel und den Kreishandwerkerschaften Hersfeld-Rotenburg, Fulda und Marburg alle Meister-Kurse in einem gemeinsamen Flyer der Anbieter zusammengestellt.

Weitere Informationen zum Angebot des Berufsbildungszentrums Marburg gibt es im BBZ selbst, in der Umgehungsstraße 1-3 in Marburg, Telefon: 06421/4003-0, Fax: 06421/4003-43, E-Mail: info@bbz-marburg.de und im Internet unter www.bbz-marburg.de.

von Katharina Kaufmann

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