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„Lesen macht langfristig klüger“

Zeitung und Ausbildung in Hessen „Lesen macht langfristig klüger“

Fünf Jahre gibt es „Zeitung und Ausbildung in Hessen“: Azubis können mit diesem Projekt Ausdrucksfähigkeit und Allgemeinbildung verbessern. Gregor Daschmann begleitet sie beim Wissenserwerb.

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Wenn Azubis Zeitung lesen, nutzt das selbstverständlich auch den beteiligten Unternehmen. ­„Unternehmen sichern sich in Zeiten des Fachkräftemangels qualifizierten Nachwuchs und damit einen Wettbewerbsvorteil“, erklärt Professor Gregor Daschmann.

Quelle: Thomas Wißner

Wetzlar. Gregor Daschmann, Professor und Inhaber des Lehrstuhls für Publizistik an der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz, ist wissenschaftlicher Leiter des Projekts „Zeitung und Ausbildung in Hessen“. Er misst den Lernzuwachs bei den lesenden Azubis und stellt am Ende des Projekts die Ergebnisse vor.

OP: Herr Daschmann, was ist das Ziel von „Zeitung und Ausbildung in Hessen“?

Professor Gregor Daschmann: Das primäre Ziel ist es, die politische Bildung, die Allgemeinbildung sowie die Lese­kompetenz unter den Auszubildenden in Hessen zu verbessern. Denn schon seit Jahren beklagen die ausbildenden Unternehmen hier Defizite. Und wir wissen aus der Forschung, dass die Tageszeitung wie kein anderes Medium in der Lage ist, solche Wissenslücken zu füllen und auszugleichen.

Projekt

„Zeitung und Ausbildung in Hessen“ fördert das sprachliche Ausdruckvermögen, Textverständnis, Allgemeinwissen, die Konzentration und Meinungsbildung bei Auszubildenden. Diese bekommen ein Jahr lang ein Abonnement der Tageszeitung von ihrem Arbeitgeber finanziert und verpflichten sich im Gegenzug, regelmäßig zu lesen und an monatlichen Wissenstests teilzunehmen. Am Ende des Projektes werden die Ergebnisse abgeglichen und der Wissenszuwachs ermittelt.

Anmeldungen für das kommende Projekt sind ab sofort möglich bei: Franziska Wagner (Leiterin Lesermarkt), franziska.wagner@op-marburg.de, und unter Telefon 06421/409104.

OP: Wie funktioniert das?

Daschmann: Es geht darum, die jungen Leute an das Lesen von Nachrichten heranzuführen. Wer liest, kann Informationen besser verarbeiten und besser kommunizieren. Fähigkeiten, die heute absolute Bedingungen für beruflichen Erfolg sind. Lesen macht langfristig klüger, weil man lernt, differenzierter zu urteilen.

OP: Was sind die unmittelbaren Lerneffekte für die Azubis?

Daschmann: Tageszeitung bietet gut sortiert eine Vielfalt an Nachrichten. In Radio und Fernsehen findet man weniger als zehn Prozent der Informationen und Meinungen, die in einer Tageszeitung stehen. Wer Zeitung liest, erfährt also mehr. Zudem fördert das regelmäßige Lesen das Gedächtnis, erhöht den Wortschatz, verbessert das Ausdrucksvermögen, die eigenen Schreibfähigkeiten sowie die Vorstellungskraft.

OP: Was bietet das Projekt den teilnehmenden Unternehmen?

Daschmann: Wenn Azubis Zeitung lesen, nutzt das selbstverständlich auch den beteiligten Unternehmen. Sie sichern sich in Zeiten des Fachkräftemangels qualifizierten Nachwuchs und einen Wettbewerbsvorteil.

OP: Wie läuft das Projekt ab?

Daschmann: Die Azubis erhalten ein Jahr lang ihr persönliches Exemplar der Tageszeitung. Über ein geschütztes Online-Portal nehmen sie an regelmäßigen Wissens- und Kompetenztests mit Fragen aus den Themenbereichen Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport teil. Mittels einer Vergleichsmessung wird nach dem Projektjahr ermittelt, welchen Effekt die ­
regelmäßige Zeitungslektüre auf die Kenntnisse, die Ausdrucksfähigkeit oder auch das Textverständnis der Azubis hat.

OP: Was bringt die wissenschaftliche Begleitung?

Daschmann: Das Projekt soll wissenschaftlich nachweisen, dass sich kognitive Fähigkeiten durch Zeitunglesen positiv entwickeln. Das hat in den vergangenen Jahren gut funktioniert. Denn regelmäßige Zeitungslektüre vermittelt Bildung und ­Lesekompetenz.

OP: Was genau ist Ihre Aufgabe bei dem Projekt?

Daschmann: Ich stehe für die inhaltliche und methodische Qualität des Projekts. Inhaltliche Qualität meint, dass wir hier tatsächlich die Arten und Formen von Wissenserwerb und Verständniszuwachs messen, die relevant sind – für die Azubis wie für die Unternehmen und Verlage. Unsere Methoden entsprechen dabei hochwissenschaftlichen Standards.

OP: Wann beginnt das nächste Projekt?

Daschmann: Das Projekt startet mit dem neuen Ausbildungsjahr am 1. September dieses Jahres und läuft ein Jahr. Angemeldet werden kann sich ab sofort bei den Zeitungsverlagen vor Ort. In Marburg ist es der HITZEROTH-Verlag, die Oberhessische Presse.

von Iris Baar

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