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„Wir treffen alle Entscheidungen einvernehmlich“

Roth Industries „Wir treffen alle Entscheidungen einvernehmlich“

Im Interview mit der OP sprechen der Unternehmer Manfred Roth (76) und seine Töchter Christin Roth-Jäger (42) und Dr. Anne-Kathrin Roth (38) über die Entwicklung des Unternehmens

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OP-Redakteurin Anna Ntemiris (von links) im Gespräch mit Christin Roth-Jäger, Dr. Anne-Kathrin Roth, Geschäftsführer Matthias Donges und Manfred Roth.

Quelle: Tobias Hirsch

OP : Herr Roth, warum ist Ihr Sohn Claus-Hinrich Roth (45) als weiterer Gesellschafter heute nicht hier?

Manfred Roth : Meine Kinder sind alle gleichberechtigt am Unternehmen beteiligt. Er befindet sich momentan in Eltern­zeit. Daher wollten wir ihn 
heute nicht vorzeitig zur Arbeit bitten.

OP : Wer hat das Sagen an der Spitze des Unternehmens?

Manfred Roth : Wir alle. Wir treffen alle Entscheidungen einvernehmlich. Das sieht auch unsere Familiencharta vor.

Dr. Anne-Kathrin Roth : Natürlich gibt es auch unterschiedliche Meinungen. Letztlich steht aber jedes Familienmitglied hinter der getroffenen Entscheidung.

OP : Nächstes Jahr feiert das Unternehmen das 70. Bestehen. Zeit für die Stabübergabe an die dritte Generation, Herr Roth?

Manfred Roth : Wie ich sagte, 
haben meine Kinder bereits wichtige Führungsaufgaben übernommen und wachsen zunehmend in die oberste Verantwortung hinein.

Christin Roth-Jäger : Wir haben zum Jubiläum viel vor. Das können wir schon sagen. In jedem Bereich haben wir wichtige Entwicklungen angestoßen und weitere Investitionen in die 
 Zukunft geplant.

Bis 2017 Austausch aller Schilder und Etiketten

OP : Wenn alle Firmen nun unter der Marke Roth Industries auftreten, müssen sie viele Schilder und Etiketten auswechseln. Wie hoch ist der Aufwand?

Christin Roth-Jäger : Ja, das kostet auch Zeit. Alle Schilder, Visitenkarten, Briefbögen, E-Mail-Adressen werden geändert. Wer früher bei Bolenz & Schäfer arbeitete, ist nun Roth. Bis zum Jubiläum 2017 wollen wir diesen Prozess abgeschlossen haben.

Manfred Roth : Die Mitarbeiter tragen diese Veränderung mit. Wir haben auf einer Betriebsversammlung alle informiert, die Führungskräfte wurden eng eingebunden.

Dr. Anne-Kathrin Roth : Wir haben viele positive Rückmeldungen erhalten, von Mitarbeitern und Kunden, die die Marke Roth schätzen.

Manfred Roth : Ein großer Kunde fragte, warum habt ihr diesen Schritt nicht schon vor Jahren gemacht.

OP : Was haben Sie geantwortet?

Manfred Roth : Wir begannen 1947 mit dem Kesselofenbau. Erst mit der expansiven Internationalisierung des Unternehmens ab dem Jahr 2000 begann die Notwendigkeit einer Umbenennung. Wir sind nach und nach gewachsen. Das ist nicht untypisch für ein Familienunternehmen. Wir benötigen jetzt auch zunehmend Fachkräfte. Mitarbeiter können wir aufgrund unseres nunmehr einheitlichen Auftritts, unserem Ausbildungsangebot und der Kooperation mit der THM durch StudiumPlus leichter finden. Auch dafür ist ein einheitlicher Markenauftritt wichtig.

OP : Was sind die Vorzüge eines Firmensitzes in Buchenau?

Anne-Kathrin Roth : Unser Hauptsitz befindet sich in der Mitte Deutschlands. Die Autobahnanbindung und der Flughafen Frankfurt liegen zwar nicht gerade vor der Haustür, ihre Erreichbarkeit hat sich in den letzten Jahren aber schon verbessert. Sehr vorteilhaft ist die Nähe zur Universität Marburg. Wir identifizieren uns mit der Region.

Manfred Roth : Wir vertrauen darauf, dass das kleine Minus – die schlechte Verkehrswegesituation – mit dem Ausbau der Umgehungsstraße B 62 verschwindet. Auch der weitere Ausbau der B3 Richtung Kassel ist enorm wichtig.

OP : Das ist das einzige Minus?

Manfred Roth : Die Erneuerbare-Energien-Umlage (EEG-Umlage) tut uns auch weh. Wir zahlen als mittelständisches Unternehmen dafür über eine Million Euro im Jahr.

von Anna Ntemiris

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