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„Wir sehen jetzt langsam die Sonne“

Arbeitsmarkt „Wir sehen jetzt langsam die Sonne“

Ein Lichtblick: Der Arbeitsagentur Marburg wurden im Februar 699 neue, freie Stellen gemeldet. Das ist gegenüber dem Januar ein dickes Plus von 74,3 Prozent.

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Marburg. „Nachdem wir an der Bergkuppe angelangt, sehen wir jetzt langsam die Sonne“, sagt Volker Breustedt, Leiter der Arbeitsagentur Marburg. Allerdings muss er hinzufügen, dass die Sonne am heimischen Arbeitsmarkt nicht überall gleich stark scheint. In Stadtallendorf scheint sie relativ stark. Kurzum: Es gab im Februar eine Trendwende bei der Arbeitslosenstatistik im Landkreis Marburg-Biedenkopf. Betriebe und Unternehmen meldeten deutlich mehr neue freie Stellen - insgesamt 699. Das waren 2,5 Prozent mehr als vor einem Jahr. Im Vergleich zum Vormonat schlägt der Stellenzugang deutlich mehr zu Buche - ein Plus von 74,3 Prozent. Insgesamt gibt es zurzeit 1522 freie Stellen im Agenturbezirk Marburg, der den gesamten Landkreis abdeckt.

Die meisten (118) neuen Stellenangebote kamen von Zeitarbeitsfirmen, erklärt die Pressesprecherin der Marburger Agentur für Arbeit, Dr. Heike Beber. 100 neue Stellen seien im Gesundheits- und Sozialwesen gemeldet worden. Die meisten davon in Marburg. Gesucht werden Krankenpfleger, aber auch Ärzte und Zahnärzte. Marburg als Klinikstandort dürfte hier eine Rolle gespielt haben. Auch der Handel ist in Bewegung: Hier sind 66 freie Stellen neu hinzugekommen. Und mehr als 100 Personen fanden im Februar im Verkauf einen Job. Jede Geschäftseröffnung freue die Agentur, so Breustedt.

Im Februar 2013 waren im Kreis 6570 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 1,7 Prozent weniger als vor einem Jahr. Damit liegt der Bestand an Arbeitslosen leicht unter dem Vorjahr, nachdem er die letzten zwei Monate jeweils über dem Vorjahresmonat lag. Gegenüber dem Januar ist die Arbeitslosigkeit leicht um 39 Arbeitslose gestiegen.

Die Arbeitslosenquote bleibt damit bei 5,1 Prozent und liegt unter dem Hessen- und Bundesdurchschnitt. „Verlierer sind nach wie vor Männer, Menschen unter 25 Jahren und Ausländer. Sie sind besonders stark von Arbeitslosigkeit betroffen“, so Breustedt.

Starke regionale Unterschiede

Weiterhin gibt es deutliche regionale Unterschiede im Landkreis. In Stadtallendorf ist die Arbeitslosenquote zwar höher, aber mehr Menschen im Ostkreis als bisher fanden im Februar einen Job. Der Blick auf die Hauptagentur Marburg und die Geschäftsstellen in Biedenkopf und Stadtallendorf zeigt, wie unterschiedlich die Veränderungen gegenüber dem Vorjahresmonat waren.

Im Rechtskreis Sozialgesetzbuch (SGB) III (Arbeitslosengeldempfänger) ist in Marburg und Biedenkopf ein Anstieg zu verzeichnen, während in Stadtallendorf ein zweistelliger prozentueller Rückgang (11 Prozent) zu verzeichnen ist. Dagegen konnte im Rechtskreis SGB II in Marburg ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr erreicht werden, im Hinterland steigt der SGB II Bestand im Vergleich zum Vorjahr, im Ostkreis sinkt er nur leicht.

Durststrecke Kurzarbeit für 19 Betriebe im Kreis

Sorge bereitet den Arbeitsagenturen nach wie vor die Kurzarbeit. „Sie sichert in einigen Betrieben aber auch die Beschäftigungsverhältnisse“, erklärt Breustedt. Die Arbeitgeber gehen perspektivisch von einer überschaubaren „Durstrecke“ aus und wollen kurzfristig wieder auf ihr Personal bauen können, sobald die Auftragslage besser sei, sagt der Agenturchef.

19 Betriebe beschäftigen derzeit insgesamt 1200 Arbeitnehmer in Kurzarbeit. Betroffen sind hauptsächlich Arbeiter im Produktionsbereich, die in Marburg oder im Hinterland tätig sind. Der Ostkreis habe kaum Kurzarbeit. Beim Kreisjobcenter (KJC) - auch dieses meldete gestern seine Statistik für den Februar - stieg die Arbeitslosigkeit kaum an - trotz konjunkturell schwierigeren Zeiten. Aktuell registriert das KJC 3711 Langzeitarbeitslose, das sind lediglich zwei Personen mehr als im Vormonat und 176 weniger als im Vorjahresmonat (minus 4,5 Prozent).

„Dass die Anzahl arbeitsloser Menschen bei uns trotz der konjunkturellen Verschlechterung und der Witterung kaum angestiegen ist, ist ein gutes Ergebnis“, erklärte der Erste Kreisbeigeordnete und Sozialdezernent Dr. Karsten McGovern (Bündnis 90/Die Grünen) gestern.

von Anna Ntemiris

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