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„Wir benötigen die Spenden“

Fensterbau Preis spendet an Kinderdialysestation „Wir benötigen die Spenden“

Zum ersten Mal spendet die Stadtallendorfer Fensterherstellerfirma Preis an die Kinderdialyse des Universitätsklinikums Gießen und Marburg (UKGM).

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Pflegeleiter Jürgen Wendt (von rechts) nahm die Spende von Prokuristin Katja und Geschäftsführer Thomas Preis an. Der dreijährige Maxim Leffringhausen (im Bett) aus Wolfhagen ist einer derjenigen, der ein Leben lang Nierenersatzbehandlungen benötigt, weil er von Geburt an krank ist. Ende August erhält Maxim von seiner Mutter eine Nieren-Lebendspende.

Quelle: Yannic Bakhtari

Marburg. Kuchen löst keine Probleme. Aber Geld oftmals schon. Die Firma Preis vereinte beide Auffassungen und spendete der Kinderdialyse-Station des UKGM 1000 Euro, die durch einen Kuchenverkauf zusammengekommen waren.

Denn alle zwei Jahre veranstalten die Fenster-, Türen- und Rollladenhersteller ein Frühlingsfest mit Kuchenverkauf, dessen Erlös bisher bereits anderen Stationen des UKGM zugute kam.

„Die Kinderdialyse haben wir diesmal ausgewählt, weil mein Mann selbst einmal an einem Nierenversagen leidete und fast eine Dialysebehandlung nötig hatte“, erklärte Firmen-Prokuristin Katja Preis. Außerdem sei die beste Freundin ihrer Tochter schwer erkrankt, daher habe sich die Spende an die Kinderdialyse angeboten.

Die Spende werde auch dringend benötigt, zum Beispiel für Einrichtungsgegenstände im 
Zentrum, das „bewusst keine 
 Krankenhausatmosphäre verbreiten soll“, sagte Jürgen Wendt. Der Pflegedienstleiter des Kuratoriums Dialyse- und Nierentransplantationszentrum erklärte, dass die Kinderdialyse ein wichtiges, aber auch defizitäres Geschäft sei, weshalb Spenden die Arbeit erheblich erleichterten.

Spendenvolumen gesunken

Das Kuratorium ist als „Elternverein“ gemeinnützig und umfasst 150 Mitglieder. Auf der Station direkt arbeiten zwölf hauptberufliche Mitarbeiter.

Auch in den vergangenen Jahren erhielt die Kinderdialyse des UKGM Spenden, wobei es in der ersten Jahreshälfte 2016 weniger waren als in den Vorjahren. Das könne auch daran liegen, dass die Kinderdialyse weniger Beachtung finde als die Erwachsenendialyse, „weil wenige Kinder chronisch krank werden und ein Spezialzentrum benötigen“, erklärte Wendt.

„Damit die Kinder auch mal raus aus dem Alltag kommen, bieten wir für die Kleineren seit den 80er Jahren mit ihren Familien einmal im Jahr eine Fahrt nach Norderney an und für die Älteren eine dreiwöchige Tirol-
Reise. Dabei werden die Patienten von unseren Mitarbeitern und mir betreut, sind also immer mit vertrauten Personen zusammen. Das gibt auch den Eltern Sicherheit“, sagte Wendt. Doch allein die Norderney-Fahrt koste 17.000 Euro. Hinzu kämen auch Fahrtkostenzuschüsse für Visiten – die Krankenkassen zahlen da nicht.

Die benötigten Mittel zur Finanzierung der mehrere Tausend Euro umfassenden Kosten fängt eigentlich das Erwachsenenzentrum auf, doch Spenden unterstützen die Kinderdialyse enorm. Als eines von insgesamt nur 16 auf Kinder spezialisierten Zentren in Deutschland wird Marburg stark nachgefragt.

Derzeit befinden sich 11 Patienten bis 18 Jahre auf der Station. Ohne die Unterstützung durch das Zentrum hätten viele ein Problem: „Manche Kinder sind schon von Geburt an bei uns, weil sie eine lebenslange Nierenersatzbehandlung benötigen“, gab Wendt zu bedenken.

Dennoch setzen er und sein Team alles daran, die Patienten auf die Heimdialyse umzustellen, denn bisher erfolgt die Dialyse zuhause nur bei sieben Prozent aller Dialyse-Patienten in Deutschland.

von Yannic Bakhtari

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