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Wie sich Energiesparen rechnet

Experten informierten Unternehmensvertreter Wie sich Energiesparen rechnet

„Energieeffizienz in 
kleinen und mittelständischen Unternehmen“ 
 innerhalb des Energie
konzepts Nordstadt ist 
das Thema einer Informationsveranstaltung 
gewesen.

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Wärmedämmung am Haus kann viel Geld sparen. Den wirtschaftlichen Nutzen energetischer Vorkehrungen erläuterten Experten während einer Info-Veranstaltung.

Quelle: Armin Weigel

Marburg. Magistrat und Werbekreis Marburg Nord hatten gemeinsam mit dem Stadtmarketing sowie dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) eingeladen.

Bürgermeister und Umweltdezernent Dr. Franz Kahle (Grüne) freute 
sich über etwa 30 interessierte 
Zuhörer. „Für Unternehmen 
 bestehen große Potenziale, sich mit Energieeffizienz zu beschäftigen“, sagte Kahle. Oft werde diese Frage jedoch neben dem Kerngeschäft vergessen, so der Bürgermeister.

Vorträge hielten der Sanierungsmanager der Universitätsstadt, Theo Pauly, Christian Bender vom Institut für angewandtes Stoffstrom-Management sowie Roger Kautz, Ingenieurbüro für Energiedienstleistungen und Energieberater des Dehoga Hessen.

Pauly: Unternehmen sollen an Raumwärme denken

Pauly erinnerte daran, dass anlässlich des Weltklimagipfels in Paris im vergangenen Jahr 192 Staaten einstimmig beschlossen, den Klimawandel einzudämmen. Die Universitätsstadt engagiere sich schon lange für den Klimaschutz mit dem Ziel, bis 2030 die CO2-Emissionen für Strom und Wärme um 50 Prozent zu senken. Unternehmen könnten dabei einen großen Beitrag leisten. „Es betrifft alle Betriebe, jeder braucht Energie“, hob Pauly hervor.

Für die ehrgeizigen Klimaziele müsse viel getan werden, vieles sich ändern, so Pauly. Es gehe unter anderem um nachhaltige Mobilität, Gebäudedämmung oder Vernetzung über Nah- und Fernwärme. Neben Privatpersonen und Kommunen seien auch Unternehmen gefragt, ihren Beitrag zu leisten. „Gerade dort wird über Raumwärme zu wenig nachgedacht“, betonte der Sanierungsmanager. „Einfach verglaste Schaufenster sind richtige Energiefresser“, nannte er als Beispiel.

Umbau kann staatlich gefördert werden

Energieeffizienz zu erhöhen sei in vielen Bereichen möglich, sagte Pauly, sei es eben durch Dämmung oder bei der Beleuchtung. Sicher seien Sanierungen oft teuer. „Aber in der Gesamtkostenbilanz ist es trotz hoher Investitionen wirtschaftlicher und macht sich bezahlt“.

Wie Pauly vorrechnete, könne der Gewinn eines Unternehmens bei einer Energieeffizienzsteigerung, sprich Einsparungen bei den Energiekosten, von 30 Prozent um denselben Faktor gesteigert werden.

Roger Kautz ( Foto: Krause) zeigte an konkreten Beispielen, dass sich Maßnahmen zugunsten der Energieeffizienz oft schnell rechnen, weil es zum einen Förderungen durch Zuschüsse für Energieberatung sowie zinsgünstige Kredite gibt.

Auch die Einsparungen bei den Energiekosten für Betriebe jeder Größe können mehrere tausend Euro betragen. Pauly nannte unter anderem die mögliche Nutzung von anfallender Abwärme für Heizzwecke, bessere Regelung von Druckluft und betriebsspezifische Analysen, die eine Vielzahl weiterer Effizienzsteigerungen aufzeigen könnten.

„Es gibt erhebliche Potenziale“, unterstrich Kautz, beim Licht könnten bis zu 90 Prozent gespart werden, bei Wärme auch noch bis zu 40. Um Lösungen zu finden, bedürfe es immer einer Analyse. Mögliche Stromfresser müssten ermittelt werden. Es lohne sich, seine Stromkostenabrechnung genau zu überprüfen und Zwischenzähler einzubauen, um zu sehen, wo welche Kosten entstehen.

Vom Nachbarn profitieren

Christian Bender riet Unternehmen, Netzwerke zur Energieeffizienz zu schaffen, wie es in der Nordstadt gut möglich sei. Unternehmen verbrauchten im Mischgebiet Nordstadt mit Abstand am meisten Energie, sagte Bender.

Stoffstrom-Management betrieblich und überbetrieblich zu analysieren, heiße zu schauen, was nutzbar und wiederverwertbar ist. Abwärme könne nicht nur für den eigenen Betrieb, sondern von Nachbarn genutzt werden. Das, was für den einen Abfall ist, könne für den anderen Rohstoff sein.

Weitere Handlungsfelder seien etwa der Umstieg auf andere Energieträger, wie von Öl auf Gas, Stromeigenversorgung mit Photovoltaik, Gebäudemanagement, Steuerung der Lastspitzen in der Produktion, Anschaffung moderner Maschinen mit weniger Verbrauch sowie Nutzung von Kraft-Wärme- und Kälte-Kopplung.

Die Zuhörer äußerten sich zum Abschluss dahingehend, viele nützliche Informationen erhalten zu haben. Ihre Stromrechnungen und somit den konkreten Energieverbrauch kannten die wenigsten, wie sie einräumten.

von Heiko Krause

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