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Weniger zahlungsunfähige Betriebe

Insolvenz Weniger zahlungsunfähige Betriebe

Im Durchschnitt erklärt in der hiesigen Region täglich eine Person, dass sie pleite ist: 368 Privat-Insolvenzanträge gingen in diesem Jahr beim Amtsgericht Marburg ein.

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Wenn finanziell nichts mehr geht gibt es nur noch die Insolvenz: 368 Privat-Insolvenzanträge gingen in diesem Jahr beim Amtsgericht Marburg ein. Bei 107 Betrieben im Landkreis wurde ein Insolvenzverfahren eingeleitet.

Quelle: s.media / pixelio.de

Marburg. Die Zahlen des Marburger Amtsgerichts, das für die Insolvenzen von Schwalmstadt über Marburg bis Biedenkopf zuständig ist, liegen im Bundestrend: Es gibt in diesem Jahr weniger Insolvenzen als im Vorjahr. Bereits 2011 hatte es einen Rückgang gegeben. Insgesamt gingen beim Marburger Amtsgericht bisher 216 Insolvenzanträge von Betrieben aus der Region ein. Davon wurden aber nur 107 eröffnet. Im vergangenen Jahr gab es 247 Anträge, davon wurden 136 eröffnet. Bei den Privatinsolvenzen ist ebenfalls ein Rückgang zu verzeichnen.

368 Personen meldeten ihre Zahlungsunfähigkeit. Die meisten Anträge (339) wurden - wie bei Privatinsolvenzen üblich - eröffnet. Im vergangenen Jahr gab es 443 Pleite-Fälle, es kam zu 409 Verfahrenseröffnungen.

Überschuldungszahl ist immer noch hoch

Die Zahlen sind immer noch hoch, sagt Marité Dilling-Friedel, Pressesprecherin des Amtsgerichts Marburg. Viele Menschen seien überschuldet, könne man anhand der Statistik sejen. „Im Schnitt haben wir täglich mehr als eine Insolvenz“, erklärt sie. Die Amtsgerichtssprecherin weist darauf hin, dass sich viele Insolvenzverfahren bei Unternehmen über mehrere Jahre hinziehen können, insbesondere wenn der Betrieb fortgeführt wird.

Laut dem Verband der Vereine Creditreform machen sich die „Schleifspuren“ der europäischen Staatsschuldenkrise auch beim Insolvenzaufkommen bemerkbar, so dass die Entspannung der Insolvenzsituation bei den deutschen Unternehmen nicht mehr ganz so stark ausgefallen ist wie im Zuge der wirtschaftlichen Erholungsphase in den Jahren 2010 und 2011.

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen sank deutschlandweit auf 29.500 Insolvenzfälle. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Rückgang um 2,1 Prozent, berichtet Creditreform. In den beiden Vorjahren fiel der Rückgang noch kräftiger aus (2011: minus 6,1 Prozent; 2010: minus 2,6 Prozent).

Insolvenzschäden sind aber höher geworden

Auch bei den Verbraucherinsolvenzen ist eine sinkende Zahl der Insolvenzfälle zu verzeichnen. Insgesamt mussten 101500 Verbraucher einen Insolvenzantrag stellen - 1,7 Prozent weniger als im vergangenen Jahr, erklärt Creditreform. Zwar gibt es weniger Unternehmenspleiten, doch die Insolvenzschäden sind stark angestiegen. Die Summe der Insolvenzschäden beläuft sich für das Jahr 2012 auf 38,5 Milliarden Euro. Das sind 17 Milliarden Euro mehr als im vergangenen Jahr. Im Jahr 2012 sind es 150 Großunternehmen mit einem Jahresumsatz von mehr als 50 Millionen Euro.

Im vergangenen Jahr waren es gerade einmal 90 Unternehmen - ein Zuwachs um 66,7 Prozent. Der Handel verzeichnet in diesem Jahr den stärksten Rückgang bei den Insolvenzen. Die endgültige, genaue Jahresstatistik für Insolvenzen in Deutschland kommt Anfang 2013 vom Statistischen Bundesamt.

von Anna Ntemiris

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