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Weniger Arbeitslose - aber Schub bleibt aus

Arbeitsmarkt Weniger Arbeitslose - aber Schub bleibt aus

Leicht gesunken ist die Arbeitslosenquote im Bezirk Marburg. Doch die saisontypische Belebung des Arbeitsmarkts bleibt hinter den Erwartungen zurück.

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Quelle: Bernd Wüstneck

Auf 4,2 Prozent ist die Arbeitslosenquote im Landkreis gesunken. „Das ist der zweitbeste Wert in Hessen“, sagt Volker Breustedt, Leiter der Agentur für Arbeit Marburg. Lediglich der Bezirk Fulda steht mit 3,4 Prozent besser da. Im Vormonat lag die Quote im heimischen Landkreis noch bei 4,4 Prozent.
Agenturweit sei die Quote unterschiedlich ausgeprägt. So liegt die Arbeitslosigkeit bei der Geschäftsstelle Biedenkopf bei 3,5 Prozent, Stadtallendorf meldet 4,6 Prozent, „beide mit einer guten Entwicklung“, wie Breustedt betont. Der Hauptbezirk Marburg muss hingegen mit einer Arbeitslosenquote von 4,5 eine leichte Erhöhung um 0,1 Punkte hinnehmen. „Neben der Stadt Marburg haben vor allem die Gemeinden Münchhausen, Lohra, Weimar und Ebsdorfergrund schlechtere Entwicklungen bei der Quote zu verzeichnen“, sagt Breustedt.
Dies habe jedoch nichts mit den Firmen vor Ort zu tun, sondern sei der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung geschuldet. „Dort wohnen Menschen, die etwa nach Marburg fahren. Und wenn dort dann der Baumarkt schließt, dann hat der Mensch seine Arbeit verloren“, verdeutlicht der Agenturleiter.

Weniger gemeldete Stellen als im Vorjahresmonat

In absoluten Zahlen suchen derzeit 5 476 Menschen Arbeit, das sind 1,6 Prozent weniger als im Vorjahr. „Die Zahlen beziehen sich auf beide Rechtskreise, und die Entwicklungen sind überhaupt nicht vergleichbar“, so Breustedt. So sind im Rechtskreis des SGB III, für den die Arbeitsagentur zuständig ist, 2 273 Arbeitslose gemeldet, „das ist gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 15,4 Prozent.“
Dahingegen ist die Zahl der Langzeitarbeitslosen im Rechtskreis SGB II, landläufig „Hartz IV“ genannt, im Vergleich zum Vorjahresmonat um 10,9 Prozent auf 3 203 gesunken. „Der Zustrom aus befristeter Tätigkeit reißt leider nicht ab“, ordnet Breustedt diese Zahlen ein.
Neu arbeitslos meldeten sich im Agenturbezirk Marburg insgesamt 1 280 Personen – 48 Personen oder rund 4 Prozent mehr als vor einem Jahr. Gegenüber dem Vormonat aber immerhin 74 Menschen beziehungsweise 5,5 Prozent weniger.

Gleichzeitig meldeten sich 1 500 Personen aus der Arbeitslosigkeit ab. Das sind 24 (1,6 Prozent) mehr als im September 2012, gegenüber vergangenem August 305 oder rund 17 Prozent weniger.
Im September wurden der Agentur für Arbeit 482 neue Arbeitsstellen gemeldet, rund 15 Prozent weniger, als im Vorjahresmonat. „Unser Arbeitgeberservice sagt aber, auch, wenn der Arbeitsmarkt noch ein wenig dümpelt, dass wir mehr Stellen hereinbekommen, die wir auch besetzen können. Da tut sich was“, gibt sich Breustedt optimistisch.
Die meisten neuen Stellen gab es bei den Arbeitnehmerüberlassungen, zudem im verarbeitenden Gewerbe, bei den Gesundheits- und Sozialberufen sowie im Handel.
„Wir haben Stellen mit hohen Qualifikationsanforderungen und Bewerber mit geringer Qualifizierung“, verdeutlicht Breustedt. Daher werde man im kommenden Jahr verstärkt in Qualifizierung investieren, „und zwar von unten nach oben, um möglichst gezielt zu qualifizieren.“
Es gebe schlechte Zeichen, etwa durch Absatzschwächen im Automobilsektor – das wirke sich direkt auf den heimischen Markt mit den Automobilzulieferern aus. „Und auch die Metallverarbeitung und der Handel haben den oberen Anschlag erreicht“, schätzt Breustedt.

Langzeitarbeitslose: Zahl deutlich gesunken

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen im Landkreis Marburg-Biedenkopf ist im September erneut zurückgegangen. Das KreisJobCenter Marburg-Biedenkopf weist für September genau 3 203 erwerbsfähige Leistungsberechtigte aus, die als arbeitslos registriert sind. Das sind 71 Personen beziehungsweise 2,2 Prozent weniger als im August. Gegenüber September 2012 ist die Zahl um 391 Personen, also 10,9 Prozent, gesunken.
„Es freut mich, dass die Zahl der Langzeitarbeitslosen nicht nur auf einem sehr niedrigen Niveau gehalten werden konnte, sondern auch noch weiter zurückgegangen ist. Die Arbeitskräftenachfrage ist trotz negativer Prognosen zu Jahresbeginn im Landkreis stabil“, hebt der Erste Kreisbeigeordnete und Sozialdezernent Dr. Karsten McGovern hervor.
Die Quote der arbeitslosen Grundsicherungsempfänger liegt im Kreisgebiet gegenüber dem Vormonat unverändert bei 2,5 Prozent. Im Vorjahresmonat lag die Quote noch bei 2,8 Prozent.
Die positive Entwicklung spiegelt sich auch bei der Zahl der Bedarfsgemeinschaften und erwerbsfähigen Leistungsberechtigten wider.
Im Vergleich zum Vormonat verringerte sich die Zahl der Bedarfsgemeinschaften um 139 (minus 2,3 Prozent) auf insgesamt 5 962. Verglichen mit dem September 2012 bedeutet dies einen Rückgang um 449 oder 7 Prozent.

1738 Personen in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen

Bei den erwerbsfähigen Leistungsberechtigten ist im Vergleich zum Vormonat ein Rückgang um 212 auf 7 861 Personen zu registrieren. Das entspricht einem Minus um 2,6 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sank der Wert um 7 Prozent und entspricht  einer Reduzierung um 588 Personen.
Bei den Angaben zu Bedarfsgemeinschaften und erwerbsfähigen Leistungsberechtigten handelt es sich um einen zum Stichtag 12. September ermittelten vorläufigen Bestand.
Insgesamt befanden sich zum Stichtag im September 1 738 Personen in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen.

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