Volltextsuche über das Angebot:

13 ° / 1 ° Regenschauer

Navigation:
Weiterer Stellenabbau bei GSK

Pharmaunternehmen Weiterer Stellenabbau bei GSK

Nachdem bekannt wurde, dass in der Produktion des Impfstoffherstellers GSK fast 270 Stellen gestrichen werden, steht nun auch im Verwaltungssektor ein Personalabbau an.

Voriger Artikel
Neues „Reinheitsgebot“ im Fleischerhandwerk
Nächster Artikel
Bekenntnis zum Dorf zahlt sich aus

GSK wird mehr als 300 Stellen abbauen. Die Firma hofft, dass Mitarbeiter „freiwillig “ gehen und lockt mit Abfindungen.

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. „Die getroffenen Entscheidungen sollen eine nachhaltige Grundlage für ein profitables, künftiges Wachstum unseres Impfstoffgeschäfts schaffen“, teilt das Pharmaunternehmen GSK auf Anfrage der OP mit. Zu den getroffenen Entscheidungen zählt ein Stellenabbau (die OP berichtete).

Der britische Impfstoffhersteller bestätigte nun, dass zusätzlich zu den bereits angekündigten 267 Stellen, die in Marburg wegfallen sollen, mit einer weiteren Reduktion zu rechnen ist. Das Management der GSK Vaccines, das in Belgien seinen Sitz hat, kündigte am Dienstag den Mitarbeitern „weitere Schritte zur Integration der globalen Supportfunktionen“ an. Es geht nach der Übernahme von Novartis Vaccines an GSK um die Zentralisierung der einzelnen Verwaltungsabteilungen.

GSK möchte die einzelnen Dienstleistungs-Abteilungen der früheren Novartis-Standorte nach und nach zentralisieren. „Die bestimmenden Faktoren dafür sind die Einführung des zentralisierten Arbeitsmodells von GSK und die Umstellung auf neue Arbeitssysteme wie zum Beispiel ERP (Enterprise Resource Planning) - ein SAP System)“, erklärt das Unternehmen. Die Marburger Geschäftsführung hat nach eigenen Angaben am Dienstag Betriebsrat, Wirtschaftsausschuss sowie Mitarbeiter über die Bedeutung der Ankündigung informiert, die für alle Standorte von GSK weltweit gelte.

Freiwillige erhalten Prämie

Die noch ausstehende Neuorganisation der Personalabteilungen soll frühestens Ende Juni 2016 bekanntgegeben werden. Die Finanz-Teams der früheren Novartis-Standorte in Italien und Marburg arbeiten gegenwärtig dezentralisiert. „Der Transfer zu einem zentralisiert arbeitenden GSK Modell führt zu einer Reihe von Veränderungen. In diesem Rahmen wird es in Marburg eine Reduktion der Belegschaft in der Finanzabteilung um 21 Mitarbeiter von den insgesamt 29 Stellen bis 2017 gebe“, erklärt ein Unternehmenssprecher. Die Geschäftsleitung werde umgehend mit dem Betriebsrat Lösungen erarbeiten, um möglichst sozialverträglich vorzugehen.

So sei geplant, den betroffenen Mitarbeitern ebenfalls das sogenannte Freiwilligenprogramm anzubieten: Wer das Unternehmen freiwillig verlässt, erhält Abfindungen und zusätzliche Prämien. Nach Informationen der OP erhalten weit mehr als hundert Mitarbeiter ein solches Angebot.

Ein Teil der Mitarbeiter wechselt zum größten Marburger Pharmaunternehmen CSL Behring, andere erwäge an einem anderen GSK-Standort weiter beschäftigt zu werden.

Standortleiter sieht „gewaltige Aufgabe“

Das GSK-Investmentboard hat seit Ende 2015 Geld für die Planung von zwei neuen Produktionsanlagen auf dem Mars-Campus zur Herstellung von neuen Impfstoff-Antigenen in Marburg freigegeben.

Konzepte und Entwürfe für diese Antigen-Produktionen haben bereits begonnen. Es gibt ebenfalls Planungen für einen Transfer einer Produktion von Marburg an den Schwesterstandort Gödöllö nach Ungarn. Die Umsetzung solcher Planungen finde im Zeitraum von mehreren Jahren statt.

Details dazu nennt GSK nicht. „Gründe für solche Veränderungen sind eine bessere Auslastung unserer Produktionskapazitäten, eine Fortsetzung der Neuausrichtung des Standortes, sowie die Konsolidierung auf dem Mars-Campus. Diese Planungen unterstreichen die Absicht des GSK Managements, umsatzstarke und innovative Produkte nach Marburg zu bringen.“

Jochen Reutter, Standortleiter GSK Vaccines Marburg, erklärt: „Wir alle, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, stellen uns mit der Neuausrichtung und Umstrukturierung einer gewaltigen Aufgabe. Diese Aufgabe ist nicht leicht zu bewältigen, aber es gilt zuversichtlich und engagiert an sie heranzugehen. Neue Produkte und Planungen bauen auf unsere Fähigkeit und Expertise am Standort und zeigen ganz deutlich, dass auch in der Zukunft mit GSK in Marburg zu rechnen ist.“

von Anna Ntemiris

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Steuer-Schock: Stadt verhängt Haushaltssperre

Oberbürgermeister Thomas Spies bestätigt exklusive OP-Informationen: Die Stadt muss um den Haushaltsausgleich 2016 und 2017 fürchten, weil ein schmerzlicher Steuerbescheid auf sie zukommt.

mehr
Pharmakonzern fordert Steuern zurück

Marburgs Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies zieht die Notbremse, nachdem nachdem ihn offenbar unvorbereitet die Information erreichte, dass die Stadt Gewerbesteuern in Millionenhöhe zurückzahlen muss.

mehr

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr