Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 7 ° wolkig

Navigation:
Weinhändler feiern das Gemeinsame

5. Marburger Weinboulevard Weinhändler feiern das Gemeinsame

Marburgs Weinhändler begreifen sich nicht als Konkurrenten, wollen an einem Strang ziehen, um dem Druck der Discounter und Online-Giganten ein Gegengewicht zu bieten.

Voriger Artikel
Für zwei junge Fleischer geht es jetzt um die Wurst
Nächster Artikel
Zwei Ärzte übernehmen Tagesklinik

Wein ist fein: Robert Sabo (von links), Monika Schwarzkopf-Zeckey, Reinhard Kroh und Antonia Leibl gehören zu den Veranstaltern der Aktion „Marburger Weinboulevard“, die sechs Händler organisieren. Das Stadtmarketing unterstützt die Aktion – aber nicht finanziell.

Quelle: Anna Ntemiris

Marburg. Marburger Weinhändler erzählen im Gespräch mit der OP, welche Chancen und Vorteile sie im Miteinander sehen. „Wir profitieren voneinander“, sagt Robert Sabo, Inhaber von „Wein & Käse“ und „Wein direkt“.

„Die Konkurrenz ist ganz woanders“, ergänzt Reinhard Kroh von der „Weinrebe“. Woanders sind die Discounter, die Drogerieketten und die großen Onlinehändler, die Wein zu Preisen anbieten, bei denen den Einzelhändlern schummrig werden kann. Aus diesem Grund haben sich die Weinhändler entschlossen, gemeinsam für den lokalen Handel zu bieten.

„Dass wir in Marburg zusammenarbeiten, ist ganz selten in der Branche“, sagt Monika Schwarzkopf-Zeckey von „Jaques‘ Weindepot“, das haben ihr Kollegen aus dem Unternehmen kürzlich bestätigt.

Mittlerweile habe sich das in Marburg aber herumgesprochen: Stammkunden hätten vor einigen Jahren noch keinem Händler berichtet, dass sie auch beim Mitbewerber einkaufen. Heute kommen die gleichen Kunden sogar schon mal mit der Tasche des anderen Händlers ins Geschäft, sagen Kroh und Schwarzkopf-­Zeckey. Die Marburger Weinhändler wissen, dass sie sich in ihrer Auswahl teilweise unterscheiden und jeder seine individuelle Note habe.

Abwechslung, um im Gespräch zu bleiben

Gemeinsamer Faktor ist die Beratung. „Nur wir können den Kunden beraten, ihn probieren lassen. Im Supermarkt geht das nicht“, betont Schwarzkopf-­Zeckey.. Um sich dem Wettbewerb mit den Discountern zu stellen, lassen sich die Marburger Weinhändler jährlich ein gemeinsames Event einfallen.

Die Aktion im vergangenen Jahr verlief besser als erwartet: Mehr als 300 Gäste kamen am Abend in die Geschäfte, um dort Weine zu probieren – bezahlt wurde nur einmal.

„Wir wollen aber nicht wieder das Gleiche anbieten, sondern immer etwas Neues“, erklärt Sabo. Der 5. Marburger Weinboulevard am Samstag, 15. Oktober, soll daher ganz im Zeichen des Feierns stehen.

Die Händler haben diesmal keine Aktionen in ihren Läden geplant, wollen auch keine Winzer einladen oder eine Messe veranstalten, sondern eine große Fete mit Weinprobe. Und wer auf die Weinprobe verzichten möchte, kann auch nur zur Feier kommen. „Wir wollen im Gespräch bleiben“, fasst es Kroh zusammen. Und das gehe nur, wenn man den Menschen etwas biete.

Austern-Matinée und dann viel Wein und Musik

Am Samstag, 15. Oktober, bieten das Weinlädele, Jacques‘, Wein & Käse, Ovinho, die Weinrebe und Vinopolio folgendes Programm im Rotkehlchen und in der Waggonhalle an: Um 12 Uhr startet eine Austern-Matinée mit Sekt und Austern: Koch Ulrich Hahn von der Hotelfachschule in Marburg wird die Austern knacken. Ab 12 Uhr beginnt auch die Weinprobe mit Flying Buffet. Ab zirka 13 Uhr präsentiert Pit Metz Lieder und Texte zu Wein und Käse.

Die Live-Musik von der Rockabilly Band „Howdie Mania“ startet um 15 Uhr, heißt es im Programm. Von 14 bis 18 Uhr tritt Zauberer Juno vom ZAC Variete auf. Abends spielt die Blues-Band „Straight Bourbon“ live. Und DJ Tobi Quentin legt ab 22 Uhr auf. Das Stadtmarketing unterstützt die Veranstaltung – macht zum Beispiel Werbung dafür. Allerdings nicht finanziell: Die Händler investieren selbst in die Aktion und erhoffen sich dadurch, neue Kunden zu gewinnen.

Karten – für einzelne Programmpunkte oder den ganzen Tag – gibt es im Vorverkauf bei den Händlern oder am 15. Oktober in der Waggonhalle.

von Anna Ntemiris

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr