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„Wein ist lebendig, Atmosphäre kühl“

Weinboulevard „Wein ist lebendig, Atmosphäre kühl“

Weine aus aller Welt, der direkte Kontakt zum Händler und ein hohes Maß an Fachkenntnis – das stand im Mittelpunkt des sechsten Marburger Weinboulevards, der diesmal in der Stadthalle stattfand.

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Familie Schmiderer nutzte die Weinmesse zum Familienausflug.

Quelle: Ina Tannert

Marburg. Eine kulinarische Reise in die Welt der Weine, kreuz und quer durch berühmte­ ­
Anbauregionen Europas und aus Übersee, bot die Weinmesse­ für rund 140 Gäste. Das abwechslungsreiche Angebot kam gut an beim fachkundigen ­Publikum, die diesjährige Location weniger.

Jedes Mal wandert der Weinboulevard mit neuem Schwerpunkt an einen neuen Ort und zieht eine andere Gästeschar an. Am vergangenen Samstag stand Fachkenntnis im Mittelpunkt der Messe.

In diesem Jahr gab es kein kulturelles Rahmenprogramm wie zuletzt in der Waggonhalle, wo besonders viele Gäste fast das Platzangebot zu sprengen drohten. Dieses Mal stand weniger die Partystimmung als eher der gegenseitige Austausch über mehr als 160 verschiedener Weine im Mittelpunkt. Das zog ein größeres Fachpublikum an. Und das auf beiden Seiten der Weinstände.

Zahlreiche Weinliebhaber nutzten die Gelegenheit und tauchten ein in Gespräche mit Kennern und Händlern und gingen der Besonderheit dieses oder jenes Bouquets auf den Grund. „Es ist unheimlich viel Fachpublikum da, die Leute kennen sich aus. Uns macht das richtig Spaß und den Kunden auch“, befand Weinhändler Robert Sabo, Inhaber von „Wein & Käse“ und „Wein Direkt“. Das machte sich auch bei den Bestellungen bemerkbar. „Die Gäste wissen sehr genau, was sie wollen und setzen klare Schwerpunkte“, sagte ­
Monika Schwarzkopf-Zeckey von „Jacques‘ Weindepot“.

Fachhändler wollen 
ein Zeichen setzen

Viele Besucher wussten das breite Angebot an Weinen aus aller Welt zu schätzen. So mancher entdeckte den ein oder anderen neuen Lieblingswein oder gar ein seltenes Tröpfchen. „Ein gelber Muskateller aus Österreich – so etwas bekommt man selten“, freute sich Wolfgang Form über eine Neuentdeckung. Der Besucher lobte „eine ganz wunderbare Marburger Weinmesse“. Einzig die ­Location kam bei mehreren Gästen weniger gut an: Das zweite Geschoss der neuen Stadthalle im modernen Sichtbeton-Stil wollte nicht so ganz zum Anlass und zum Genuss passen. „Die Atmosphäre hat etwas Kühles, aber Wein ist lebendig – das beißt sich“, fand Form.

Im kommenden Jahr soll der Weinboulevard wieder an anderer Stelle stattfinden. Die ­traditionelle Weinverkostung gilt als konkurrenzfreies Gemeinschaftsprojekt aller sechs Marburger Weinhändler, um das bestehende Angebot zu präsentieren. Sie wollen damit auch ein Zeichen setzen – für den spezialisierten Fachhandel und gegen Konkurrenz aus den Supermärkten oder dem Internet, teilten die Händler mit. Eine individuelle Beratung unter Kennern, um Alternativen und Neues aufzuzeigen, stand daher im Mittelpunkt.

Das wussten viele Gäste zu schätzen, die sich den ganzen Nachmittag über durch das ­Angebot kosteten. „Wir lernen jedes Jahr dazu, es ist interessant, eine so große Auswahl an Weinen auszuprobieren“, lobte Brigitte Conrad.

von Ina Tannert

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