Volltextsuche über das Angebot:

7 ° / 4 ° bedeckt

Navigation:
Was wird aus dem Verdi-Büro?

Gewerkschaft will Geschäftsstelle verkleinern Was wird aus dem Verdi-Büro?

Kurz vor dem Tag der Arbeit sorgen sich Verdi-Mitglieder um die Zukunft der Marburger Geschäftsstelle. Die Gewerkschaft betont, der Standort solle erhalten bleiben.

Voriger Artikel
Gesundheits-Campus wirft Fragen auf
Nächster Artikel
Prävention als wichtiger Schutz

In der Bahnhofstraße 6, dem Gebäude der Deutschen Post, haben die Gewerkschaft Verdi und der Deutsche Gewerkschaftsbund Büroräume. Verdi will nun verkleinern.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Aufregung bei Verdi: Die Marburger Mitarbeiter der Gewerkschaft sollen ab Juli offiziell in Gießen beschäftigt sein. Das befeuert Gerüchte über 
eine drohende Schließung der Marburger Geschäftsstelle, die sich derzeit in der Bahnhofstraße befindet. Intern ist die Rede davon, dass nur ein Versammlungsraum und ein Büro für Beratungen erhalten bleiben solle. Der Bezirksvorstand Mittelhessen wies dies auf OP-Anfrage zurück. Es gebe einen 
klaren Vorstandsbeschluss, den 
Marburger Standort zu erhalten, betonte Geschäftsführerin Susanne Pitzer-Schild.

Fakt ist, dass die Marburger Geschäftsstelle verkleinert werden soll. Hintergrund ist nach OP-Informationen einerseits, dass andere Gewerkschaften die Räume in der Bahnhofstraße bereits vor einiger Zeit verlassen haben. Deshalb suchen Verdi und Gewerkschaftsbund DGB derzeit gemeinsam nach einer günstigeren Lösung. Der Standort Marburg soll dabei erhalten bleiben. Andererseits strukturiert Verdi um – nicht nur in 
 Mittelhessen, sondern auch in anderen Bezirken.

Doch was bedeuten die Pläne für die Marburger Verdi-Mitglieder und -Beschäftigten konkret? Dazu gibt es vom Bezirk Mittelhessen bislang keine Informationen. Engagierte Verdi-Mitglieder befürchten deshalb, dass die Betreuung und Beratung in Marburg weitgehend wegfällt und die Gewerkschaft die Aufgaben in Gießen zentralisiert.

Verdi-Vertreter: Wechsel wäre familienunfreundlich

Michael Kroll, Sprecher 
der Verdi-Vertrauensleute am Universitätsklinikum Marburg, ist empört. „Wir machen uns unglaubwürdig“, sagt er. „Wir kritisieren als Gewerkschaft 
Arbeitgeber, die Standorte schließen und zentralisieren – und dann machen wir es genauso.“ Allein am Klinikum habe Verdi 800 Mitglieder, sagt Kroll. Zudem vertritt die Gewerkschaft Beschäftigte in verschiedenen Dienstleistungsberufen, 
unter anderem im Handel, im öffentlichen Dienst und im 
Medienbereich.

Kroll findet, das Einzugsgebiet der Marburger Geschäftsstelle sei schon jetzt recht groß: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass man künftig für alles nach Gießen fährt.“ Der Verdi-Vertrauensmann verweist auch darauf, dass mehrere betroffene Gewerkschafts-Mitarbeiter in Teilzeit beschäftigt sind, weil sie kleine Kinder haben. Wenn sie künftig in Gießen arbeiten müssten, sei das nicht gerade familienfreundlich.

Bettina Böttcher, die für Verdi im Betriebsrat des Klinikums sitzt, befürchtet ebenfalls „einen drastischen Einschnitt“ und findet dies „nicht akzeptabel“. Sie verweist auf die historische Bedeutung der Marburger 
Geschäftsstelle: „In Marburg sind nicht nur Büroräume der Gewerkschaften, hier ist in der gewerkschaftlichen Bewegung auch viel entstanden.“

Wie genau es in Marburg nach dem 30. Juni weitergeht, darüber herrscht auch bei 
den Gewerkschafts-Mitarbeitern Verunsicherung. Verdi-­Geschäftsführerin Pitzer-Schild wollte sich nicht dazu äußern, wie die Geschäftsstelle künftig besetzt sein wird.

von Stefan Dietrich

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr