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Waren werden kaum noch umgetauscht

Weihnachtsgeschäft Waren werden kaum noch umgetauscht

Das Jahresendgeschäft 
ist für den heimischen ­Einzelhandel noch nicht abgeschlossen: Die drei Tage „zwischen den ­Jahren“ sind mitentscheidend für die Umsatzbilanz im Dezember.

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Beim Kaufhaus Teka in der Bahnhofstraße locken direkt nach Weihnachten Sonderangebote, 
vor allem bei Winterware.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Weihnachten ist vorüber, das Weihnachtsgeschäft aber noch nicht: Der Handelsverband Deutschland (HDE) rechnet an den letzten Tagen des Jahres noch einmal mit ­regen Einkäufen. Geschenktes Bargeld werde ausgegeben und bei der Einlösung von Gutscheinen „kommt der ein oder andere Euro obendrauf“, sagte Verbandssprecher Stefan Hertel am Montag.

Bernd Brinkmann, der Inhaber des Teka-Kaufhauses in der Bahnhofstraße, ist vorsichtig ­optimistisch: „Wenn die letzten Tage noch gut laufen können wir unser Vorjahresergebnis noch leicht übertreffen“, sagt Brinkmann im Gespräch mit der OP.

Angesichts der „Rahmenbedingungen“ – Brinkmann meint damit unter anderem die Konkurrenz durch Online-Handel und das warme Wetter vor Weihnachten – sei er zufrieden. „Uns kommt auch zugute, dass wir mit unserem Standort relativ schnell erreichbar sind“, fügt er hinzu.

Nur 2,5 Prozent der Geschenke werden umgetauscht

Auch Wolfgang Grundmann, Vorstand Einkauf, Verkauf und Marketing im Kaufhaus Ahrens, ist überaus zufrieden mit dem Weihnachtsgeschäft in seinem Haus. „Wir machen ein schönes Plus“, sagt er. Grundmann führt dies auf die Umstellung „vom Kaufhaus zum Department store“, die Konzentration auf bestimmte Marken und den Trend zum Hochwertigen zurück. „Das kommt an“, sagt er.

Das warme Wetter ist einer der Gründe, warum beide Kaufhäuser schon mit Rabattaktionen für Winterware begonnen haben. Am Montag war das Teka-Kaufhaus voll, schon früh, wie Brinkmann berichtet – „wie eigentlich immer an den Tagen zwischen Weihnachten und Neujahr“.

Und das, obwohl Umtausch­wünsche im Vergleich zu vergangenen Jahren keine allzu große Rolle mehr spielen. Bundesweit schätzt der HDE den Anteil der Waren, die nach Weihnachten umgetauscht werden, nur noch auf 2,5 Prozent. Früher wurde jedes zehnte Weihnachtsgeschenk umgetauscht, schätzen Experten.

„Versuchen wir zu helfen, wo es geht“

„Wer sich beim Schenken nicht sicher ist, schenkt heute gerne einen Gutschein“, sagt Brinkmann. Sein Haus nimmt sowohl den Marburg-Gutschein („der hat sich durchgesetzt“) als auch den hauseigenen Gutschein entgegen.

Bei Umtauschwünschen komme sein Haus den Kunden entgegen. Voraussetzung: Der Kassenbeleg muss vorgezeigt werden, die Ware darf nicht benutzt sein und die Verpackung nicht zerstört. Ansonsten „versuchen wir zu helfen, wo es geht“. Auf Wunsch bekommt der Kunde den Einkaufspreis auch in bar ausgezahlt.

Ein Recht auf Umtausch gibt es aber nicht, wenn die Ware nicht fehlerhaft ist. Im Kaufhaus ­Ahrens spielen Umtauschwünsche keine allzu große Rolle mehr, sagt Grundmann. „Wir mussten noch keine Sonderkasse des­wegen aufmachen“, so der Ahrens-Vorstand. Auch das Geschäft mit Gutscheinen laufe im Rahmen der vergangenen Jahre.

Weihnachtsmarkt kurbelt Umsatz der Geschäfte an

„Vor Weihnachten hat es noch einmal richtig angezogen“, sagt Christian Großmann, Vorstand des Werbekreises Nordstadt. Die Einzelhändler der Nordstadt hätten sich weitgehend zufrieden geäußert, wobei der Trend der vergangenen Jahre sich fortgesetzt habe, nach dem das Geschäft sich noch mehr auf die letzten Tage vor Weihnachten konzentriere.

Positiv bewertet Großmann die Besucherfrequenz in der Nordstadt, wozu auch der Weihnachtsmarkt kräftig beitrage. Vor allem Kunden von außerhalb hätten das Viertel zahlreich besucht. Ganz ohne Einschränkungen ist aber auch Großmann nicht zufrieden. „Die Kollegen berichten, dass sie immer mehr tun müssen, um die positiven Ergebnisse zu erzielen“, sagt der Werbekreis-Vorsitzende.

Übertragen auf die Situation beim Kaufhaus Ahrens heißt das: „Wir haben die Öffnungszeiten vor Weihnachten ausgedehnt, damit die Kunden in Ruhe einkaufen können“, sagt Grundmann. Und er verweist noch einmal auf die „Weihnachtsparty“ am Samstag vor dem 4. Advent, als die Kunden bis 22 Uhr einkaufen konnten und viele Events stattgefunden haben.

von Till Conrad

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