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Wallraff: Ekelhafte Zustände bei Burger King

Ekel-Skandal Wallraff: Ekelhafte Zustände bei Burger King

Am Montag schockte das „Team Wallraff“ die Fastfood-Nation: Es deckte einen Ekel-Skandal und miese Arbeitsbedingungen bei Burger King auf. Auch das Restaurant in Marburg gehört dem kritisierten Franchisenehmer Ergün Yildiz.

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Das „Team Wallraff“ deckte einen Ekel-Skandal in Burger-King-Restaurants des Franchisenehmers Ergün Yildiz auf. Ihm gehört auch die Filiale in Marburg.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Investigativjournalist Günter Wallraff ist für das Aufdecken von Skandalen bekannt. Am Montagabend hat er mit seinem „Team Wallraff“ auf dem Fernsehsender RTL für eine Ekel-Attacke gesorgt: Undercover hatte sich sein Team bei der Fastfood-Kette Burger King eingeschlichen und dort teils katastrophale Zustände dokumentiert.

So zeigte die Sendung, dass in den fünf getesteten Restaurants beispielsweise abgelaufene Lebensmittel kurzerhand mit einem neuen Haltbarkeitsdatum versehen wurden.

Auch das frische Grillen, mit dem Burger King wirbt, scheint demnach eine Mogelpackung zu sein: Fertig zubereitete Burger werden teils über Stunden warm gehalten.

Und in genommenen Lebensmittelproben entdeckten Labors Darmbakterien - der Grund: Mitarbeiter, die zuvor die Toiletten gereinigt hatten, arbeiteten im Anschluss in der Küche weiter. Und das, ohne sich vorher umzuziehen.

Shit-Storm bei Facebook

Bei den Restaurants handelt es sich durch die Bank um Fastfood-Tempel des Unternehmers Ergün Yildiz. Als Lizenznehmer der Burger King International betreibt Yildiz mit seinem Unternehmen 91 Filialen in Deutschland und ist der größte Fran-chisenehmer der Kette. Zu seinem Imperium gehört die Marburger Filiale von Burger King ebenso wie die Restaurants in Gießen und Linden.

Burger King schwieg zunächst, muss daher im Internet auf seiner Facebook-Seite einen so genannten „Shit-Storm“ über sich ergehen lassen.

Burger King: Vorwürfe seien "sehr beunruhigend"

Am Dienstag teilte das Unternehmen zunächst mit, dass der ausgestrahlte Beitrag „verschiedene fehlerhafte Handlungen in den Restaurants der Burger King GmbH“ zeige. Allerdings handele es sich bei dem Franchisenehmer um ein „rechtlich und wirtschaftlich unabhängiges“ Unternehmen.

Gleichwohl seien die Vorwürfe „sehr beunruhigend, weswegen diese Angelegenheit für uns von höchster Bedeutung ist und wir diese mit absoluter Dringlichkeit bearbeiten“. Die dargestellten Handlungen verletzten die Unternehmenswerte und widersprächen jeglichen Verpflichtungen, denen man sich im Bezug auf Lebensmittelsicherheit und Produktqualität in den Restaurants verschrieben habe. Man arbeite daran, „mit diesem Franchisenehmer einen Aktionsplan zu entwickeln und zu implementieren, um solche Handlungen zukünftig zu unterbinden“, so Burger King.

Gestern teilte das Unternehmen mit, dass man sich mit dem Franchisenehmer zusammengesetzt und nicht nur einen konkreten Aktionsplan vorgelegt, sondern auch spezifische Anforderungen an ihn gestellt habe. Nur wenn diese erfüllt würden, werde die Partnerschaft fortgeführt.

Die Netzgemeinde ließ sich von dieser Ankündigung allerdings nicht beruhigen. Die Befürchtung beispielsweise der Facebook-Nutzer: Während der Kontrollen werde alles in Ordnung sein - doch danach falle das Unternehmen wieder in den alten Trott.

von Andreas Schmidt

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