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Wachstum wichtig für Eigenständigkeit

Viessmann Wachstum wichtig für Eigenständigkeit

Mehr Mitarbeiter, mehr verkaufte Wärmeerzeuger, mehr Umsatz: Dr. Martin Viessmann zog gestern in Frankfurt ein positives Fazit für das Geschäftsjahr 2012.

Allendorf. Frankfurt. Das Unternehmen Viessmann aus Allendorf/Eder befindet sich weiter auf Wachstumskurs, jedoch mit geringerer Dynamik. Der weltweit agierende Heiztechnikhersteller hat seinen Umsatz um 30 Millionen Euro auf 1,89 Milliarden Euro gesteigert.

Geringeres Plus als im Vorjahreszeitraum

Das Plus ist jedoch geringer ausgefallen als im Vorjahreszeitraum: 2011 waren die Erlöse noch um acht Prozent gestiegen. Erwirtschaftet wurde der Anstieg um 1,6 Prozent hauptsächlich in Deutschland (+3 Prozent). Das Ausland lag nur knapp über dem Vorjahresniveau (+0,2 Prozent). Der Auslandsanteil ist um einen Punkt auf 54 Prozent gesunken.

Das internationale Geschäft entwickelte sich nach Angabe des geschäftsführenden Gesellschafters unterschiedlich. Rückläufig präsentierte sich der belgische Markt aufgrund des Auslaufens der Förderung von Brennwerttechnik, Wärmepumpen und Solaranlagen. Konjunkturell bedingt verzeichneten die Märkte in Spanien, Rumänien und Polen Rückgänge. Positiv entwickelte sich dagegen das Geschäft in China, Nordamerika und Russland. Angesichts des schwierigen konjunkturellen Umfelds in Europa bewertete der Unternehmenschef die Umsatzentwicklung als zufriedenstellend. Mit einem Plus von fünf Prozent stelle sich die Absatzentwicklung gemessen an der Anzahl ausgelieferter Wärmeerzeuger deutlich besser dar. Besonders erfreulich entwickelten sich die Produktbereiche Brennwert-Gas-Wandgeräte, Wärmepumpen und Kraft-Wärme-Kopplung. Die Diskrepanz zwischen Umsatz- und Absatzentwicklung führt der Unternehmenschef auf drei Ursachen zurück: erstens auf den Trend, vor allem in den Wachstumsmärkten Osteuropas, zu preiswerten Produkten, zweitens auf den Rückgang des Marktvolumens der Solarthermie (in Deutschland minus neun Prozent) und drittens auf die sinkenden Preise von Photovoltaik-Modulen.

Angaben zum Gewinn machte Viessmann traditionell nicht. Er sei jedoch „sehr zufrieden“. Als Familienunternehmen müsse man so viel erwirtschaften, dass man das eigene Wachstum finanzieren und die Eigenständigkeit bewahren könne.

Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung lägen weiterhin bei vier Prozent des Umsatzes und die Investitionen unter anderem in ein neues Werk in der Türkei liefen planmäßig.

2012 investierte Viessmann insgesamt 63 Millionen Euro. Schwerpunkte waren die Einrichtung eines neuen Produktionsstandorts in der Türkei, der Bau einer zweiten Biogasanlage in Allendorf sowie der Ausbau der Vertriebs- und Logistik­infrastruktur.

4100 Mitarbeiter in Allendorf

Viessmann kündigte an, die Kältetechniksparte auszubauen. Das Unternehmen trage mit dem Einstieg nicht nur dem Zusammenwachsen von Kälte und Wärme Rechnung, sondern eröffne sich auch zusätzliche Marktpotenziale in Ländern, in denen die Heizung aus Klimagründen kaum eine Rolle spielt. 2012 hatte das Heiztechnikunternehmen die lange Zeit eigenständige Viessmann Kältetechnik in Hof übernommen.

Die Zahl der Beschäftigten in der Gruppe ist ohne die Akquisitionen des vergangenen Jahres um 270 auf 9900 Mitarbeiter gewachsen. Einschließlich Akquisitionen beschäftigt Viessmann 10600 Mitarbeiter, davon 4100 in Allendorf.von Rouven Raatz

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