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Vorkehrungen für Ära nach Novartis

Pharma Vorkehrungen für Ära nach Novartis

Auf dem „Mars-Campus“ in Michelbach werden künftig drei Firmen tätig sein: GSK, NIVM und CSL. Die Marburger Novartis-Chefs gehen davon aus, dass dort auch nach der Übernahme wie bisher insgesamt 400 Menschen arbeiten werden.

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Die Bundestagsabgeordnete Kordula Schulz-Asche (von links) und die Marburger Landtagsabgeordnete Angela Dorn (beide Bündnis 90/Die Grünen) informierten sich über die Impfstoffproduktion in Marburg. Die Novartis-Geschäftsführer Dr. Niklas Schier und ­Jochen Reutter sowie Sven Nieba von der Qualitätskontrolle des Unternehmens führten durch die Produktion.Foto: Novartis Vaccines

Marburg. Die „Spülmaschine“ ist bei Führungen durch die Produktion auf dem Novartis-Standort „Mars“ eine der Sehenswürdigkeiten, die Laien besonders ins Auge fallen. Die Maschine, die Gläser, Edelstahlbehälter und Kunststoffgefäße reinigt, ist schließlich fast so groß wie eine kleine Autowaschanlage.

Gläser, die für den Grippe­impfstoff benötigt werden, wandern ebenso in die Spülmaschine wie Geräte für die Kontrolle des FSME-Impfstoffs - natürlich nacheinander und unter strengen Sicherheitsvorkehrungen. Die besagte Spülmaschine wird im nächsten Jahr zu den vielen kleinen und großen Dingen gehören, die eines neuen Vertrags bedürfen. Sie ist nur ein kleiner Baustein im großen Übernahme-Paket, das Unternehmen in der Schweiz, in Australien, Großbritannien und Deutschland schnüren. GlaxoSmith­Kline (GSK) wird der neue Eigentümer der Impfstoffsparte von Novartis und damit auch den „Mars“ erobern und die meisten Mitarbeiter einschließlich der Marburger Geschäftsführung von Novartis Vaccines übernehmen.

Die Spülmaschine wird künftig also auch GSK gehören. Und sie wird quasi im Auftrag des neu gegründeten Marburger Tochterunternehmens NIVM GmbH betrieben.

„Wir werden Serviceverträge mit NIVM abschließen“, sagt Jochen Reutter, Standortleiter von Novartis Vaccines in Marburg im Gespräch mit der OP. Mit „Wir“ ist die Firma GSK gemeint, zu der er nächstes Jahr wechseln soll. Während einer Führung durch die Produktion des Mars-Campus am Donnerstag erklärten Reutter und Dr. Niklas Schier, ebenfalls Mitglied der Geschäftsführung, den Grünen-Politikerinnen Kordula Schulz-Asche und Angela Dorn, dass derzeit noch nicht fest stehe, wie viele Mitarbeiter in die neue Firma NIVM wechseln werden.

Chef aus Basel informierte Mitarbeiter in Marburg

Fast 150 Mitarbeiter sind in der Grippeimpfstoffproduktion­ tätig (die OP berichtete). Insgesamt arbeiten 400 von derzeit 1400 Mitarbeitern auf dem Mars-Campus, so Reutter. „Das wird auch im nächsten Jahr so sein“, erklärte er auf Nachfrage der OP.

Dass es vor der Übernahme nun viele Fragen gibt, können Schier und Reutter nachvollziehen. Rund 200 der 400 Mars-Beschäftigten sind für die Qualitätskontrolle zuständig, die künftig von GSK und NIVM sowie CSL benötigt wird. Das australische Unternehmen CSL hat die Produktion des Wirkverstärkers MF 59 gekauft.

Um Fragen der Mitarbeiter von Novartis zu beantworten, sei am Donnerstag eigens ­Andrin ­Oswald, Oberster Chef der Impfstoffsparte von Novartis aus Basel, nach Marburg zu einer Versammlung gekommen. Details aus der Versammlung gaben Schier und Reutter nicht bekannt.

„Wir sind dabei, mit dem Betriebsrat einen Interessenausgleich und Sozialplan zu verhandeln“, sagte Reutter. Sobald weitere Informationen vorliegen, werde man diese den Mitarbeitern mitteilen.

von Anna Ntemiris

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