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"Vorgehen verstößt gegen Ethikkodex"

Kinderarbeit bei Ferrero "Vorgehen verstößt gegen Ethikkodex"

Die britische Boulevardzeitung „The Sun“ berichtete, dass Kinder in Rumänien den Inhalt von Überraschungseiern für Ferrero zusammenbauen. Behörden und Unternehmen gehen dem Vorwurf nach.

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Stadtallendorf. Die Vorwürfe sind erheblich: Kinder in Rumänien sollen für einen geringen Lohn kleine Spielzeugteile in Plastikkapseln füllen, die dann in die Schokoladeneier eingesetzt werden. Der Süßwarenhersteller Ferrero will die  Kinderarbeitsvorwürfe bei der Herstellung von Überraschungseiern in Rumänien schnellstmöglich aufklären. Dazu seien „unabhängige Prüfer“ sowie ein spezialisiertes Team dorthin geschickt worden, teilte Ferrero Deutschland gestern am Hauptsitz in Frankfurt mit.
Das Unternehmen reagierte damit auf Ermittlungen der Staatsanwaltschaft in Rumänien und auf einen Bericht der britischen Boulevardzeitung „The Sun“. Die „Bild“-Zeitung hatte danach ebenfalls über die schweren Vorwürfe berichtet. Die Ermittler gehen dem Verdacht auf Ausbeutung Minderjähriger nach, erklärte Mihaela Porime von der Sondereinheit der Staatsanwaltschaft DIICOT. Derzeit gebe es aber noch keinen klaren Verdächtigen, man ermittle zunächst nur „zur Sache“. Bis gestern Abend gab es auf den Internetseiten des deutschen Unternehmens sowie des Konzerns keine offizielle Stellungnahme. Auf Anfrage der OP sowie anderer Medien leitete Ferrero eine Erklärung weiter.

Ferrero hat Ethikkodex

Darin zeigt sich das Unternehmen, das in seinem Werk in Stadtallendorf die Schokolade für die Ü-Eier produziert, entsetzt und betroffen: „Wir nehmen diese Angelegenheit äußerst ernst und haben sofortige, umfassende Ermittlungen initiiert.“ Man kooperiere mit den rumänischen Behörden in vollem Umfang und werde den Vorwürfen nachgehen. Ferrero verfüge über strenge Regelungen für Lieferanten, die Kinderarbeit zwingend ausschlössen. „Ein solches Fehlverhalten verstößt absolut gegen unseren Ethikkodex.“

Unstimmigkeiten gab es unterdessen über die Entstehung eines Videos, das „The Sun“ veröffentlicht hatte: Eine dort gezeigte Frau, die als Heimarbeiterin in Rumänien für den Zulieferer arbeiten soll, bezeichnete den Bericht der Briten als falsch und das Video als „Inszenierung“. Sie mache diese Zuliefererarbeit zu Hause, Kinder seien nicht beteiligt, sagte sie rumänischen Medien. Sie sei davon ausgegangen, dass ein Werbefilm für Überraschungseier geplant gewesen sei.
Ferrero selbst betonte in seiner Stellungnahme, dass die Medien im Hinblick auf die Vorwürfe „bereits eine Reihe von Unstimmigkeiten hervorgehoben“ hätten.

Offen blieb zunächst, ob Heimarbeit bei der Herstellung von Ü-Eiern bei Ferrero-Zulieferern allgemeine Praxis ist. Ferrero gab dazu auf Anfrage der dpa zunächst keine Auskunft. Rumäniens Arbeitsinspektion erklärte, dass sie zwei rumänische Ferrero-Zuliefererfirmen 2014 und 2015 kontrolliert habe. Keine dieser Firmen habe damals Heimarbeiter beschäftigt

von Anna Ntemiris und Kathrin Lauer

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Ferrero will schwere Vorwürfe prüfen

Ein Medienbericht über angebliche Kinderarbeit bei der Herstellung von Überraschungseiern hat die Staatsanwaltschaft in Rumänien auf den Plan gerufen. Der Schokohersteller Ferrero erklärte, es sei entsetzt und wolle die Vorwürfe überprüfen.

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