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Von der Insolvenz zum Marktführer

Volker Geyer erläuterte sein Erfolgsrezept Von der Insolvenz zum Marktführer

Der Weg zu Wunschkunden und zum Marktführer: Wie man selbst heftige berufliche Krisen in eine erfolgreiche, neue Karriere verwandeln kann – darüber informierten sich rund 60 regionale Unternehmer im Werkhof ‘07.

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Eine berufliche Krise mit strategischem Handeln in eine erfolgreiche, neue Karriere zu verwandeln – darüber sprach Unternehmer Volker Geyer aus Wiesbaden.

Quelle: Ina Tannert

Großseelheim. Wie das sogenannte „Change-Management“ im Mittelstand funktionieren kann, wie ein Unternehmer selbst aus dem totalen Ruin zum erfolgreichen Durchstarter und Marktführer wachsen kann, verdeutlichte Unternehmer 
Volker Geyer aus eigener Erfahrung.

Erfahrungen mit eigenen Krisen hat der Malermeister aus Wiesbaden zuhauf – ebenso wie mit neu entwickelten Strategien, die ihn vom einst ruinierten Mittelständler zum erfolgreichen Franchisegeber werden ließen. Nachdem der Maler und Lackierer eine eigene Firma mit rund 100 Mitarbeitern aufbauen konnte, folgte Ende der 90er-Jahre der Crash. Mit 40 Jahren ging der Unternehmer pleite, es folgten Steuerbescheide, Kreditforderungen, Insolvenzverfahren. „Es war ein Dilemma hoch fünf“, erklärt Geyer.

Vor dem Scherbenhaufen seiner beruflichen Existenz stehend startete er einen neuen Versuch – und scheiterte erneut. Die Zeit für einen existenziellen Wandel schien ihm nie passender. „Ich ging in mich, haderte mit der Branche und entschied, doch zu bleiben.“

Gut 80 Prozent des 
Umsatzes aus dem Internet

Nach einem räumlichen wie inneren Perspektivenwechsel begann er von vorne, dieses Mal mit einer veränderten unternehmerischen Sichtweise: Konzentrierte er sich früher nur auf Erfolge durch Wachstum und Zahlen, begann er „unter die Spitze des Eisbergs“ zu blicken, entdeckte in Gestaltungsaufträgen seine persönliche Nische und strebte 
dort den „Expertenstatus“ an. Spezialisierung und Exklusivität waren die Zugpferde seines Erfolgs. „Man muss offen sein, Ziele und Grenzen verschieben und nicht nur das Tagesgeschäft abarbeiten“, rät er.

Vor rund zehn Jahren startete der Malermeister mit dem Label „Malerisches Wohnen“ neu durch. Als Erfolg und „Turbo für Unternehmen“ erwies sich ein strategisches Internet- und Social Media Marketing. Heute 
folgen ihm Tausende Fans auf Twitter und Facebook, mehr als 80 Prozent seines Umsatzes generiert er mittlerweile über das Web. „Man muss konzentriert und selbstbewusst in Nischen gehen“, betont der Unternehmer und Blogger.

Sein Konzept fußt auf den vier Prinzipien der Business-Strategie „Engpasskonzentrierte Strategie“ (EKS) von Wolfgang Mewes: Konzentration auf Stärkenpotenziale, Spezialisierung auf Nischen-Angebote, Ansprache einer eng umrissenen Zielgruppe und das Streben nach Marktführerschaft.

Nach diesem Prinzip baute sich Geyer ein „magnetisches Unternehmen“ auf, zu dem die Traumkunden und Wunschmitarbeiter von selber kommen: „Und die kamen auch – das ist keine Theorie, das funktioniert“, sagt er.

Durchhalten und positiv denken

Für seine erfolgreiche Strategie wurde Volker Geyer im Jahr 2011 von der Europäischen Kommission mit dem Preis „Secret of Success“ ausgezeichnet. Vor etwa eineinhalb Jahren stieg er dann ins Franchise-Geschäft ein, hat mittlerweile deutschlandweit zwölf Franchise-
nehmer. Seine Botschaft: Durchhalten, positiv und visionär denken und strategisch handeln: „An einem Unternehmen zu arbeiten ist ein ständiger Prozess, es gibt immer wieder neue Ziele.“

Dem schloss sich Gastgeber Dr. Michael Bessell vom Werkhof ‘07 an. Eine notwendige wirtschaftliche Entwicklung gehe häufig im Betriebsalltag unter, „aber es gibt immer einen guten Zeitpunkt für den Wandel – der ist jetzt“, betonte der Strategieberater.

Der Impulsvortrag fand im Rahmen der Qualifizierungs-Initiative „ProAbschluss“ des Landes Hessen statt. Eingeladen hatten der Werkhof ‘07 und der Landkreis, der an diesem Abend über die landkreisweite Qualifizierungsoffensive, über Weiterbildung und Fördermöglichkeiten informierte.

von Ina Tannert

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