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Von Bildung, Steuern und Schulden

Volksbank Mittelhessen Von Bildung, Steuern und Schulden

In der ersten von 43 Mitgliederversammlungen der Volksbank Mittelhessen stellte Vorstandssprecher Dr. Peter Hanker die Bilanz des Jahres 2010 vor. Peer Steinbrück sprach anschließend über die Folgen der Wirtschaftskrise.

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Peer Steinbrück, von 2005 bis 2009 Bundesminister der Finanzen, sprach in der Gießener Kongresshalle vor rund 950 Mitgliedern der Volksbank Mittelhessen über die Wirtschaftskrise und ihre Folgen sowie die goldenen Regeln für den Kapitalismus.

Quelle: Katharina Kaufmann

Gießen. Die mitgliederstärkste Volksbank Deutschlands hat das vergangene Jahr erfolgreich abgeschlossen. Das berichtete am Montagabend Vorstandssprecher Dr. Peter Hanker vor rund 950 Mitgliedern in der Gießener Kongresshalle. „Wir konnten auf beiden Seiten der Bilanz ein gutes Wachstum verzeichnen“, erklärte Hanker. Die Bilanzsumme sei auf 5,76 Milliarden Euro angestiegen. „Damit steht die Volksbank Mittelhessen nach der Bilanzsumme auf Platz drei der deutschen Volksbanken – für eine Genossenschaftsbank in einer ländlich geprägten Region ein mehr als beeindruckendes Ergebnis“, freute sich der Vorstandssprecher.

Das Kreditvolumen der Genossenschaftsbank wurde auf 3,521 Milliarden Euro gesteigert. Zu den Wachstumsträgern gehörten dabei laut Hanker sowohl das Baufinanzierungsgeschäft als auch die mittelständische Unternehmensfinanzierung.

Auch die Fördermittel hat die Volksbank Mittelhessen im Jahr 2010 noch einmal aufgestockt: „Wir haben erstmals die Eine-Millionen-Euro-Grenze geknackt“, sagte Vorstandssprecher Hanker nicht ohne Stolz. Mehr als 850 Vereine, soziale und gemeinnützige Einrichtungen hätten davon profitiert.

Anschließend profitierten die Mitglieder der Volksbank Mittelhessen: Sie lauschten gespannt den Ausführungen von Peer Steinbrück, der von 2005 bis 2009 Bundesminister der Finanzen war. „Wir können ellenlange darüber diskutieren, wie es überhaupt zu der größten deutschen Wirtschaftskrise gekommen ist, aber wir werden uns nicht auf einen Grund einigen können. Denn die Krise hatte nicht nur einen Auslöser“, führte Steinbrück den Besuchern vor Augen und er ergänzte: „Wir gehen glimpflicher aus dieser Krise heraus, als wir je gedacht hätten und auch dafür gibt es mehrere Gründe beziehungsweise Beteiligte.“

Dennoch sei die Krise lange noch nicht durchlitten. „Es gibt vier Phasen und wir sind jetzt in der dritten, andere Länder sogar schon in der vierten“, so Steinbrück. Angefangen habe die Krise mit Immobilien-Überbelastungen in den USA, dann sei nicht nur dieser Markt und der Finanzsektor sondern auch die Realwirtschaft eingebrochen. „Es folgten die Konjunkturprogramme, die natürlich mit neuen Schulden einhergingen“, erläuterte er weiter. Doch diese würden nicht nur Bund und Länder, sondern auch und vor allem die Kommunen und damit die Bürger direkt treffen. „Wir in Deutschland sind jetzt in der Fiskalkrise, das ist die Phase 3“, betonte Steinbrück. Die vierte Phase sei schließlich die, in der ganze Länder in den Strudel der Finanzkrise gerieten. Bei deren Rettung sei „Europa die Lösung und nicht das Problem“, so der ehemalige Bundesfinanzminister.

von Katharina Kaufmann

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