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Vom Dach aufs Rennrad

Schornsteinfeger spendet Vom Dach aufs Rennrad

Schornsteinfeger gelten als Glücksbringer. Mit der alljährlichen „Glückstour“ setzen sie dem Ganzen noch eins drauf. Auch die örtliche Kreisgruppe beteiligt sich an der bundesweiten Spendensammlung für die Krebshilfe.

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Glücksbringer spenden für Glückstour: Mit 2 000 Euro beteiligt sich die Kreisgruppe der Schornsteinfegermeister Marburg-Biedenkopf an der bundesweiten Spendensammlung für krebskranke Kinder.

Marburg. Mehr als 1000 Kilometer in sieben Tagen, von Neckarsulm bis nach Köln, und das bei Wind und Wetter - für die Glückstour haben sich die Schornsteinfeger so einiges vorgenommen. Zum mittlerweile elften Mal findet im Juni die alljährliche Radtour zugunsten krebskranker Kinder statt.

Radelnde Glücksbringer wollen Rekord knacken

In diesem Jahr können die Teilnehmer an jeder Etappe entlang der Strecke eine Rekordsumme in Höhe von 176000 Euro aus dem vergangenen Jahr an örtliche Krebs-Initiativen verteilen.

Zahleiche Schornsteinfeger-Kollegen und Berufsverbände aus Deutschland sowie verschiedene Firmen, Innungen oder Privatleute beteiligen sich an der bundesweiten Spendensammlung. Auch die „Kreisgruppe der Schornsteinfegermeister Marburg-Biedenkopf“ ist mit von der Partie. Die heimischen Berufsvertreter haben im Vorfeld bereits im Verband und privat gesammelt und legen 2000 Euro in den Spendentopf. „Uns selber geht es so gut, da muss man auch etwas abgeben an die, die weniger Glück haben als wir“, erklärt Mitglied Norbert Böth.

Seinen Verband wird der Schornsteinfegermeister aus Wenkbach auch auf dem Rennrad vertreten und als einer von rund 35 Glücksradlern aus ganz Deutschland an der Tour teilnehmen. Der 39-Jährige war bereits im vergangenen Jahr dabei, die turbulente wie anstrengende Fahrt und eine wachsende Spendenbereitschaft hat ihn dabei tief berührt.

„Die Aktion beeindruckt die Leute, die Unterstützung ist groß und wächst von Jahr zu Jahr“, lobt Böth. Auch das Engagement der Radler sei ungeschlagen, der Aufwand dabei hoch: die Startgebühr beträgt 500 Euro und wandert direkt in den Spendentopf. Die Teilnehmer kommen selber für Ausrüstung, Unterkunft, Kost und Logis auf und nehmen sich für die Spendenwoche Urlaub.

„Die Kinder sind das wert“, sagt der begeisterte Radler. Die Aktion findet zwischen dem 22. und 28. Juni statt. Organisiert wird die Glückstour von dem extra zu diesem Zweck gegründeten Verein „Schornsteinfeger helfen krebskranken Kindern“, dem mittlerweile bundesweit über 900 Berufsvertreter angehören. Der tragische Auslöser der Initiative war vor zehn Jahren der Tod der Tochter eines Schornsteinfeger-Kollegen, der mittlerweile selber den Kampf gegen den Krebs verloren hat. Heute zählt die Glückstour mit zu den größten privaten Hilfsaktionen in Deutschland: Seitdem die Aktion ins Leben gerufen wurde, konnten die Teilnehmer bereits mehr als eine Million Euro an Spendengeldern für die Krebshilfe zusammen radeln. Mit dem Geld unterstützt der Verein zahlreiche Initiativen, Elternvereine, Kliniken, Einzelpersonen und Forschungsprojekte.

Strecke führt dieses Jahr nicht durch den Landkreis

Da die stets wechselnde Strecke dieses Mal nicht durch den Landkreis führt, werden die örtlichen Initiativen in diesem Jahr nicht bedacht. Im vergangenen Jahr konnten die radelnden Glücksbringer 4600 Euro in ihre Heimat mitbringen und an die Elterninitiative für krebskranke Kinder als eine von 34 bedachten Institutionen überreichen. Die aktuelle Rekordsumme wollen die ambitionierten Radler dieses mal noch überbieten, bisher ist ihnen das in jedem Jahr gelungen.

Weitere Informationen unter www.glückstour.de.

von Ina Tannert

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