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Vom Bauernhof ins China-Restaurant

Marburger Kleinmarkthalle Vom Bauernhof ins China-Restaurant

Vor gut einem Jahr eröffnete die Kleinmarkthalle in der Marbach. Doch bald ist dort Schluss: Betreiber Stefan van‘t Hoogt zieht bald in die Universitätsstraße um.

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Dort, wo früher ein chinesisches Restaurant angesiedelt war, entsteht derzeit die „Neuauflage“ der Marburger Kleinmarkthalle. Das Unternehmen zieht aus der Marbach in die Universitätsstraße.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. „Wir haben im August vergangenen Jahres eröffnet“, sagt van‘t Hoogt im Gespräch mit der OP. Die Idee habe er schon seit Jahren im Kopf gehabt: „Als Ableger der Frankfurter Kleinmarkthalle, die hat mich schon immer fasziniert“, sagt der Marburger Unternehmer.

Er habe sich das damals wunderschön ausgemalt: Ein Ambiente, das zu seinem „Vino Nobile“ passt und „diesen tollen Hallencharme“ vermittelt, Parkplätze in ausreichender Zahl - gepaart mit lokalen Anbietern, die an zwei Tagen in der Woche ihre Waren anbieten.

„Doch ehrlicherhalber muss ich sagen: Wenn ich die Situation nach einem Jahr beurteile, funktioniert das nicht richtig“, so van‘t Hoogt. Zwar würden die Kunden kommen und „alles ganz schön finden, vereinzelt einkaufen oder auch nur einen Kaffee trinken“, sagt der Gastronom. „Aber der Traffic ist nicht da“, fügt er hinzu.

Und dieser „Traffic“, also der Kundenverkehr, ist natürlich essenziell für ein Geschäft.

„Wir haben analysiert, woran es liegt“, sagt Stefan van‘t Hoogt. „Wir können natürlich nicht mit einem Supermarkt konkurrieren“, stellt er klar „Aber die Kunden schätzen das Ambiente und auch, dass sie hier etwas exklusivere Dinge bekommen.“ Grundidee der Kleinmarkthalle sei es gewesen, neben der gemütlichen Atmosphäre auch die Beratung in den Vordergrund zu stellen „und Zeit für den Kunden zu haben. Ein Slogan von uns war immer: ,Einkaufen wie im Urlaub‘, und dieses Gefühl wollen wir den Kunden auch vermitteln.“

Doch nach dem ersten Jahr sei klar: „Wirtschaftlich betrachtet ist es an diesem Standort zu wenig.“ Aber aufgeben, das ist van‘t Hoogts Sache nicht. „Wir haben den Namen, hören aber auch, dass wir für einige zu weit weg vom Schuss sind.“ Hinzu komme, dass der Raum „immer wieder für Veranstaltungen angefragt wird.“

Partner ziehen mit in die neue Kleinmarkthalle

Da sei es ein glücklicher Zufall gewesen, dass der Dautphetaler Unternehmer Ulrich Burk, ein Freund der Familie, mit seiner Firma „BG Bau“ das Gebäude in der Universitätsstraße 28 gekauft habe. Dort, wo im Erdgeschoss früher ein chinesisches Restaurant sein Essen servierte, soll die Kleinmarkthalle neu entstehen - „zentral, mit denselben Partnern und einem erweiterten gastronomischen Angebot vor allem in der Mittagszeit“, sagt van‘t Hoogt. Denn seiner Erfahrung nach fehle dies in diesem Teil der Stadt.

Derzeit läuft der Umbau des denkmalgeschützten Gebäudes, „ich gehe davon aus, dass wir Ende Oktober eröffnen können“. Dadurch, dass der Betrieb in der originären Kleinmarkthalle in der Brunnenstraße bis dahin weiterlaufe, „haben wir keinen zeitlichen Druck. Vielmehr kann der Umbau dann ordentlich erfolgen“, so van‘t Hoogt.

Vom neuen Standort, der künftig von montags bis samstags geöffnet sein soll, erhofft sich der Betreiber „eine wesentlich höhere Kundenfrequenz. Und durch die längeren Öffnungszeiten auch ein verlässlicheres Angebot für die Kunden“.

Der Gastronom freut sich darüber, dass er die Genehmigung einer Außenterrasse bekommen hat. „Dort können wir Frühstück und Mittagstisch anbieten - kleine Gerichte für fünf bis sechs Euro aus dem Angebot der Kleinmarkthalle. Das ist an diesem Ort eine echte Lücke“, meint er. Er ist überzeugt: „Diesen gastronomischen Part, auch mit ein bisschen Wein und Käse, das braucht die Kleinmarkthalle, so wird der Genuss abgerundet.“ Bei dem Angebot in der Kleinmarkthalle setzt van‘t Hoogt bewusst auf die Regionalität: Kaffee, Gemüse, Backwaren, Eis und mehr - alles von Händlern „um die Ecke“.

Gastronomie setzt auf Wein und kleine Gerichte

Mit dem gastronomischen Angebot betritt Stefan van‘t Hoogt kein Neuland: Wein und mediterrane Gerichte sind ein Metier, in dem er sich mit seinen beiden gastronomischen Betrieben „Vino Nobile“ und „il Vino“ bereits auskennt. Und auch weitere Gastronome in Marburg setzen auf dieses Konzept.

„Der Bedarf dafür ist vorhanden: Lieber ein wenig mehr Geld ausgeben und dafür eben nicht den Wein aus der Zwei-Liter-Pulle vom Discounter bekommen“, resümiert Stefan van‘t Hoogt. Es solle ein Angebot „zwischen Studenten-Kneipen und Hochpreis-Gastronomie“ sein.

Der Umbau in der Universitätsstraße ist derzeit in vollem Gange. „Das ehemalige Restaurant wird schon einen Hallen-Charakter ähnlich unserer bisherigen Kleinmarkthalle bekommen“, erklärt Stefan van‘t Hoogt. 170 Quadratmeter groß wird das Angebot, „mit gemauerten Backsteinsäulen und einer offenen Architektur. Wir wollen die Atmosphäre von der Marbach auf den Umbau übertragen.“

von Andreas Schmidt

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