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Vom Aushilfs-Job zur neuen Lehrstelle

Arbeitsmarkt Vom Aushilfs-Job zur neuen Lehrstelle

Sie lernen, wie man E-Bikes repariert oder orthopädische Einlagen herstellt - und sind die händeringend gesuchten Fachkräfte von morgen. Auszubildende bei Kaphingst erleben Handwerk und High-Tech.

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Die Auszubildenden Felix Dörr (von links), Jakob Pilgrim und Lea Weitzel mit Andrea Suntheim-Pichler in der Orthopädie-Werkstatt.

Quelle: Anna Ntemiris

Marburg. Das bisherige Ausbildungsjahr ist deutschlandweit am 30. September zu Ende gegangen. Jetzt sind die Statistiker der Agentur für Arbeit am Zuge, sie werten die Daten und Fakten aus, um eine Bilanz zu präsentieren. Neue Auszubildende und damit neue Gesichter sind nun in den Betrieben. Aber auch die Struktur der Ausbildung hat sich in den vergangenen Jahren geändert. Ein Beispiel dafür ist die Firma Kaphingst.

Aus kleiner Werkstatt wurde Unternehmen

Aus einer kleinen Werkstatt für Chirurgiemechanik in Marburg aus dem Jahr 1912 ist ein Unternehmen entstanden, das Orthopädietechniker, Sportwissenschaftler, aber auch Programmierer beschäftigt. Im Sommer hat das Unternehmerehepaar Andrea Suntheim-Pichler und Boris Pichler den neuen Gesundheitsmarkt im Kaufpark Wehrda eröffnet. Die Firma hat 200 Mitarbeiter, zwölf Filialen und ist auch im Online-Geschäft aktiv. „Am Beispiel Kaphingst sieht man, wie wichtig es ist, sich in der Region zu verändern“, sagt Volker Breustedt, Leiter der Agentur für Arbeit in Marburg.

Weiterhin auf traditionelles Handwerk angewiesen

Trotz der Innovationen und Investitionen in High-Tech-Ausstattung ist Kaphingst auf das traditionelle Handwerk angewiesen. Individuelle Maßarbeit ist für viele Leistungen immer noch das A und O. „Es ist schwierig, Auszubildende im Handwerk zu bekommen“, sagt Andrea Suntheim-Pichler. Erstmals bietet die Firma eine Zweiradmechaniker-Auszubildung an. Das Besondere dabei: Der Auszubildende Daniel Stocker lernt im Schwerpunkt die Arbeit mit E-Bikes. Der 27-Jährige hat als Quereinsteiger seinen Traumberuf entdeckt, sagt er.

Zuvor hatte er Ausbildungen in der Finanzbranche und als Kaufmann angefangen. Nachdem er ein Jahr als Aushilfe bei Kaphingst jobbte, kam er mit E-Bikes in Berührung. Die handwerkliche Arbeit mit Zweirädern bereitete ihm Spaß. „Ich habe Blut geleckt, und habe etwas gefunden, was mir liegt“, sagt er. Solche Beispiele hört die Agentur für Arbeit gern. Hinter solchen Beispielen stecke oft eine lange Suche, sagt Andrea Suntheim-Pichler. Während man Auszubildende noch über Ausschreibungen finde, sei es bei Meistern schon schwieriger. Für Führungskräfte setze sie sogar Headhunter ein, um geeignete Bewerber zu finden.

von Anna Ntemiris

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Von Redakteur Anna Ntemiris

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