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Volksbank baut neues Bürogebäude

Bevölkerung kann über Kunstwerk abstimmen Volksbank baut neues Bürogebäude

Die Volksbank Mittel­hessen erweitert ihr Servicezentrum im Schiffenberger Tal um ein zusätz­liches Gebäude. Nicht nur Bauarbeiter und Handwerker, auch drei Künstler sind dafür im Einsatz.

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Das ist nur eines von drei – ähnlichen – Entwürfen, die das Künstler-Trio „3Steps“ im Auftrag der Volksbank zur Abstimmung stellt.

Quelle: „3Steps“

Gießen. Noch in diesem Jahr soll der Erweiterungsbau am Hauptsitz der Volksbank Mittelhessen eingeweiht werden. In das neue 3200 Quadratmeter große Gebäude ziehen Abteilungen ein, die bisher in der Plockstraße untergebracht sind. Mit der Erweiterung sollen kundennahe Firmen- und Gewerbekundenberatung in einem Gebäude konzentriert sein. Mit den neuen Flächen werden außerdem zusätzliche Büro- und Schulungsräume geschaffen.

Der Vorstand habe entschieden, den Bau mit einem Kunstwerk zu versehen, erklärte Vorstandssprecher Dr. Peter Hanker bei der Vorstellung des „Projekts 159“. „Die Volksbank ist 159 Jahre alt, und Banker sind trockene Kerle“, sagte Hanker scherzhaft. Daher habe die Bank geschaut, ob sie Kunden habe, die das Vorhaben besser umsetzen können, erklärte er vor kunstinteressierten Gästen aus mehreren Landkreisen Mittelhessens.

Die Wahl fiel auf das Künstlerkollektiv „3Steps“ aus Gießen, die mit dem „Projekt 159“ beauftragt wurden: „3Steps“ wird aus einer 159 Quadratmeter großen Betonwand ein Kunstwerk erstellen. Die drei Street-Art-Künstler, die Brüder Kai H. Krieger und Uwe H. Krieger sowie Joachim Pitt, haben drei ähnliche Entwürfe erstellt, die sie nun vier Wochen lang präsentieren.

Dem genossenschaftlichen Gedanken der Mitbestimmung folgend will die Volksbank unter dem Motto „Eine Region. Eine Bank. Eine Wand“ die drei Motive der Öffentlichkeit zur Wahl stellen. Schließlich wird das Kunstwerk auch öffentlich zu sehen sein.

Alle drei Gestaltungskonzepte beinhalten Personen, Ereignisse, Gegenstände und Gebäude aus der Geschichte der Volksbank Mittelhessen. Zentrale Figuren sind Wilhelm Raiffeisen (1818 bis 1888) und Hermann Schulze-Delitzsch (1808 bis 1883), die Gründerväter des deutschen Genossenschaftswesens.

Die Pop-Art-Künstler haben die Verbindung zu heute nicht nur durch leuchtende Farbgebung und Abstraktion geschaffen, sondern auch neue ­Figuren hinzugefügt.  In den Köpfen der Gründerväter sind beispielsweise junge Frauen mit wehender Mähne zu finden – je nach Entwurf mehr oder weniger gut sichtbar. Ein Bulle und ein Bär, die Symbole für steigende und fallende Aktienmärkte, sind auf dem Kunstwerk ebenso zu sehen, wie historische Sparbüchsen oder Kassen.

Mehr Blau und Orange, die Farben der Volksbank, oder Türkis und Violett – die Farbdominanz bestimmt das Abstimmungsergebnis. Und für das ­Lokalkolorit ist auch gesorgt: ­Alle Geschäftsgebiete der aus verschiedenen Bankfusionen entstandenen Volksbank Mittelhessen sind symbolisch in den Gemälden vertreten. Die Region Marburg wird unter anderem mit der Silhouette des Schlosses und der Elisabethkirche auf dem Bild zu sehen sein.

Gewinner können ihre Handschrift hinterlassen

Bis zum 1. Oktober haben Kunden und interessierte Bürger die Möglichkeit auf Facebook abzustimmen, welches Kunstwerk entstehen soll. Pro abgegebener Stimme spendet die Volksbank 159 Cent an das Atelier 23, eine künstlerische Einrichtung der Lebenshilfe Gießen. Für alle Teilnehmer besteht die Gewinnchance auf ein „Meet and Greet“ mit den Künstlern von „3Steps“. Die Gewinner und ihre Familie oder Freunde verbringen einen Nachmittag mit dem Trio, arbeiten am „Projekt 159“ vor Ort mit und können so ihre Handschrift auf dem Kunstwerk hinterlassen.

Die Künstler arbeiten mit verschiedenen Maltechniken, sie sprühen, pinseln, kratzen. Das Kollektiv ist zudem Initiator des internationalen urbanen Kulturfestivals River Tales. Das Trio ist von der Bundesregierung als „Kultur- und Kreativpilot Deutschland“ ausgezeichnet.

von Anna Ntemiris

Kai Krieger (links) und Joachim Pitt (rechts) gehören zum Künstler-Trio „3Steps“. Sie und Volksbank-Chef Dr. Peter Hanker stellten das „Projekt 159“ vor. Fotos: Anna Ntemiris
 
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