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Volksbank-Chef fordert Zinswende

Dr. Peter Hanker im OP-Gespräch Volksbank-Chef fordert Zinswende

2016 war für die Volksbank Mittelhessen ein „bodenständiges und unspektakuläres“ Geschäftsjahr, sagt 
Vorstandssprecher Dr. Peter Hanker im OP-Gespräch. Die Bilanzsumme wuchs auf 6,9 Milliarden Euro.

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Vorstandssprecher Dr. Peter Hanker erläutert im OP-Gespräch Bilanz der Volksbank Mittelhessen.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Die mittelhessische Genossenschaftsbank hat mit 192.168 knapp tausend Mitglieder mehr als im Vorjahr. Dafür ging die Zahl der Kunden mit derzeit 334.683 leicht zurück – im Vorjahr waren es rund tausend mehr. Das Kundenkreditvolumen ist um 4,4 Prozent auf insgesamt 4,3 Milliarden Euro gewachsen.

Im vergangenen Jahr wurden neue Darlehen in Höhe von 912 Millionen Euro gewährt. Diesen standen Tilgungsleistungen in Höhe von 631 Millionen Euro gegenüber. Inzwischen erhalten mehr Firmen (59 Prozent) als Privatpersonen Kredite. „Im Landkreis Marburg-Biedenkopf haben wir damit auch große Unternehmen unterstützt“, so Hanker.

Aufgrund der schlechten Zinssituation ist das Zinsergebnis mit 128 Millionen Euro leicht rückläufig. Unter dem Strich erreicht die Volksbank laut den vorläufigen Zahlen ein Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit nach Bewertung in Höhe von 66 Millionen Euro, im vergangenen Jahr waren es 69 Millionen Euro. Davon werden 22 Millionen Euro Ertragssteuern gezahlt und der Vorstand schlägt den Mitgliedern wieder eine Dividende von 5,5 Prozent vor.

Angesichts der Niedrigzinspolitik von EZB-Präsident Mario Draghi sagt Hanker: „Super-Mario könnte sich ein Beispiel an Janet Yellen nehmen.“ Die Chefin der US-Notenbank erhöht die Zinsen. Hanker rechnet mit einem deutlichen Ergebnisrückgang in diesem Jahr, weil die Niedrigzinsphase andauere. Diese hat das Sparverhalten der Kunden verändert, aber auch den Immobilienverkauf weiter 
angekurbelt.

Hanker betont Verbundenheit zur Region

„Noch nie war die Lust am Immobilienerwerb so groß, weil’s Freude macht, sich zu verschulden“, erklärt der Banker. Fast 600 Wohnungen und Häuser hat die Volksbank-Tochter Imaxx mit einem Kaufvolumen von 119,2 Millionen Euro vermittelt. „Marburg ist der hochpreisigste Standort in der Region Mittelhessen“, sagt Hanker. Die Nachfrage nach Wohnungen in der Kernstadt sei höher als das Angebot.

Die Verbundenheit zur Region 
sei der Genossenschaftsbank wichtig: Sie zahle im Kreis Marburg-Biedenkopf 1,1 Millionen Euro an Gewerbesteuer und unterstütze Vereine im Kreis mit insgesamt rund 280.000 Euro.

Hanker bekräftigte, dass die Bank das bestehende Filialnetz erhalten möchte. Nicht in jedem Ort, aber in jeder Gemeinde soll es mindestens eine Filiale 
geben. Nicht alle Filialen haben allerdings täglich geöffnet.

Ebenfalls unangetastet bleibe das Gebühren-Modell. „Wir haben nicht vor, an der Gebührenschraube zu drehen.“ Ein kostenloses Online-Konto, das an Bedingungen geknüpft sei, werde es auch weiterhin geben, so der Ausblick auf dieses Jahr.

Intern sei Ruhe eingekehrt, nachdem im Herbst der Millionendieb und ehemalige Mitarbeiter zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden sei. Der Fall sei restlos aufgeklärt, die Kontrollmechanismen ausreichend, so Hanker. Allerdings habe die Bank die Videoüberwachung in den Tresorräumen sowie in den anliegenden Räumen verstärkt. „Dies geschah auf Wunsch der Mitarbeiter“, so Hanker.

von Anna Ntemiris

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