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Viessmann will den „Erfolgspfad weitergehen“

IHK-Präsident Viessmann will den „Erfolgspfad weitergehen“

Mit deutlicher Mehrheit von mehr als 78 Prozent ist Professor Martin Viessmann in seinem Amt als Präsident der IHK Kassel-Marburg bestätigt worden.

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Professor Martin Viessmann (links) gemeinsam mit IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Walter Lohmeier. Viessmann wurde von der IHK-Vollversammlung als Präsident in seinem Amt bestätigt.

Quelle: Privatfoto

Kassel. 56 von 71 Mitgliedern der neu gewählten Vollversammlung votierten am Montagabend für Viessmann - allerdings brauchte die Vollversammlung fast drei Stunden, um das Ergebnis zu verkünden. Viessmanns Gegenkandidat Kai Boeddinghaus, Kopf der Kammerkritiker-Initiative „Kammer ohne Zwang“, erhielt 15 Stimmen. Der Kasseler Reisebürounternehmer und Kommunalpolitiker der Linkspartei kämpft seit Jahren gegen eine Zwangsmitgliedschaft in den Kammern. Er und 14 weitere Kammerkritiker hatten im Februar den Sprung in die Vollversammlung geschafft.

Martin Viessmann wollte ursprünglich gar nicht mehr zur Wahl antreten. Im März entschied er sich jedoch, sich erneut zur Wahl zu stellen - wohl auch, wie es aus IHK-Kreisen heißt, um den bekennenden Kammerkritikern nicht das Feld zu überlassen.

Am Montag wurde Viessmann dann für sein ehrenamtliches Engagement bestätigt und geht nun in seine dritte Amtsperiode.

Die breite Zustimmung, die der Allendorfer Unternehmer erfuhr, wertete er als Verpflichtung, sich gemeinsam mit den Repräsentanten des unternehmerischen Ehrenamtes auch weiter „mit aller Kraft für die Entwicklung der Region“ stark zu machen. Alle Mitglieder des obersten Organs der IHK forderte er auf, gemeinsam und konstruktiv die Arbeit in der Vollversammlung und den anderen Gremien der IHK Kassel-Marburg zu gestalten.

Wesentliche Herausforderungen für die Zukunft sieht Viessmann darin, dem immer deutlicher werdenden Fachkräftemangel durch den demografischen Wandel entgegenzuwirken. Man müsse „die Attraktivität des ländlichen Raumes stärken, um der Abwanderung gerade junger Menschen entgegenzuwirken“. Zudem sprach er sich dafür aus, die Verkehrsinfrastruktur in Nordhessen und im Altkreis Marburg weiter auszubauen, um „die zentrale Lage der Region als Standortvorteil nutzen zu können“.

Für Handel, Dienstleistungen und Tourismus sieht der Präsident noch erhebliche Wachstumspotenziale. Gemeinsam mit örtlichen Interessensvertretern werde die IHK alles daran setzen, gerade auch an mittleren und kleineren Standorten die Rahmenbedingungen für Dienstleistungen und Handel zu verbessern. Die Energiewende müsse nach seiner Einschätzung erfolgreich umgesetzt und die daraus entstehenden Chancen für die regionale Wirtschaft bestmöglich genutzt werden.

Generell sieht Viessmann die Zukunftsfähigkeit der heimischen Wirtschaft eng mit ihrer Innovationskraft und Internationalisierungsfähigkeit verbunden: „Auf diesen Feldern leistet die IHK seit Jahrzehnten hervorragende Arbeit, die wir auch künftig fortsetzen werden.“ Dabei erteilte er den Kammerkritikern eine klare Absage: Er sehe die IHK als Garant für eine Selbstverwaltung der Wirtschaft - und dazu gehöre auch eine Pflichtmitgliedschaft. Andernfalls müsse der Staat die Aufgaben übernehmen - das bedeute weniger Effizienz und höhere Abgaben. Er verdeutlicht: „Wer die Pflichtmitgliedschaft abschaffen will, der schwächt die Wirtschaft.“

Das Fazit von Viessmann lautet: „Die Region und ihre IHK Kassel-Marburg sind sehr gut positioniert. Wir haben alle Chancen, auch künftig diesen Erfolgspfad weiter zu gehen. Auf die damit verbundenen Herausforderungen wird sich die IHK konzentrieren. Und wir werden sie meistern.“

Peter Lather, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Marburg, begrüßt die Wiederwahl von Martin Viessmann. „Es ist toll, dass er ein klares Votum bekommen hat. Ich denke, dass wir genau den richtigen Mann an der richtigen Stelle haben, um die Punkte der kommenden fünf Jahre umsetzen zu können“, sagt er im Gespräch mit der OP. So könne die erfolgreiche Arbeit der vergangenen Jahre fortgesetzt werden. „Gerade wir in Marburg haben in den vergangenen Jahren viel Positives aus der IHK bekommen, das schlägt sich schon im neuen Namen seit vergangenem Jahr nieder“, meint Lather. Nun gehe es auch darum, die Marburger Position bei der IHK weiter zu stärken und auszubauen.

von Andreas Schmidt

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