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Viele Aufträge, wenig Azubis

Kreishandwerkerschaft Biedenkopf Viele Aufträge, wenig Azubis

Eine positive Bilanz für das Handwerk zog die Kreishandwerkerschaft Biedenkopf. Kreishandwerksmeister Fred Schneider beklagt vor allem ausufernde Vorschriften und Kontrollen.

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Biedenkopfs Kreishandwerksmeister Fred Schneider freut sich über die anhaltend positive Entwicklung der Region.

Quelle: Edgar Meistrell

Biedenkopf. „Früher ging der Meister eines Handwerksbetriebes mit auf die Baustelle oder in den Laden. Heute holt der Staat den Handwerksmeister von dem weg, was er meisterlich kann, und zwingt ihn ins Büro, wo er Formulare ausfüllt, die anschließend niemand mehr ansieht.“ So fasste der Kreishandwerksmeister und Innungsobermeister der Dachdecker, Fred Schneider, seine Kritik an den ausufernden Regeln und Kontrollen im Handwerk zusammen.

Als Beispiel nannte er die ständigen Änderungen beim Baustoff Styropor. „Im vergangenen Jahr saßen die Betriebe auf riesigen Mengen von Styroporabfällen, die bei Abbrucharbeiten anfallen, weil diese auf einmal als besonders gefährlich galten und vom Entsorger nicht mehr angenommen wurden. Dann wurde eine neue Regelung bekannt, Styropor konnte nun doch wieder entsorgt werden. Aber nur bis zum Jahresende 2017.

Aufschwung dauert sechs Jahre an

„Die Gefährlichkeit des Stoffes richtet sich offensichtlich nach den Verordnungen“, sagte­ er. Eine weitere Kritik richtete­ Schneider an die Hessische Handwerkskammer in Kassel, die offensichtlich immer wieder vergesse, dass es auch im Hinterland eine Kreishandwerkerschaft gebe. Er nannte­ es „nicht hinnehmbar“, dass beispielsweise zu öffentlichen ­Veranstaltungen immer nur die Kreishandwerkerschaft Marburg eingeladen werde.

Schneider berichtete über das bereits sechste Jahr in Folge mit einer positiven Entwicklung für das heimische Handwerk. Hohe Beschäftigung, gestiegene Einkommen der Verbraucher und günstige Kreditbedingungen bescherten den Handwerksbetrieben volle Auftragsbücher.

Der Anteil der Betriebe, der von guten Geschäften berichte, sei weiter gestiegen auf derzeit 87 Prozent. Im Ausbaugewerbe seien es sogar 91 Prozent, im Kraftfahrzeuggewerbe dagegen nur 71 Prozent. Insgesamt hätten die Umsätze im hessischen Handwerk vergangenes Jahr um vier Prozent zugelegt, für 2017 werde eine weitere Steigerung um 2,5 Prozent erwartet.

Vorstand wird einstimmig in seinem Amt bestätigt

80 Prozent der Betriebe hätten ihre Mitarbeiterzahl gehalten, zehn Prozent hätten zusätzliches Personal eingestellt. Diese Bilanz sähe noch besser aus, wenn es mehr Fachkräfte gäbe, so Schneider. Dennoch seien in Hessen mehr als 10.000 Ausbildungsverträge im Handwerk abgeschlossen worden.

Im Hinterland sind derzeit 675 Betriebe in der Handwerksrolle­ eingetragen, davon 486 Meis­terbetriebe. Im vergangenen Jahr seien 67 Auszubildende zur Gesellenprüfung angetreten, 61 hätten sie bestanden. Zwischenprüfungen haben 38 Auszubildende abgelegt, berichtete Geschäftsführer Frank Interthal. Insgesamt seien vergangenes Jahr 90 Auszubildende beschäftigt gewesen und 12 junge Menschen absolvierten eine Einstiegsqualifizierung als Vorstufe zur Ausbildung.

Die turnusmäßigen Neuwahlen des Vorstandes der Kreishandwerkerschaft wurden in offener Wahl vorgenommen. Kreishandwerksmeister Fred Schneider und sein Stellvertreter, der Schreinermeister Reinhold Merte, wurden ebenso einstimmig wiedergewählt, wie die Beisitzer Klaus Heck (Bäckermeister) und Matthias Gerlach (Elektromeister). In Abwesenheit wurden auch die Beisitzer Rolf Balzer (Kfz-Meister) und Georg Meissner (Metzgermeister) einstimmig wiedergewählt.

von Martina Koelschtzky

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