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Verdi droht mit Warnstreiks

Tarifkonflikt am UKGM Verdi droht mit Warnstreiks

Unter dem Motto „Das reicht noch lange nicht“ informiert Verdi über die Tarifverhandlungen am UKGM – das von Arbeitgeberseite vorgelegte Angebot sei viel zu niedrig.

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Am 18. Juni werden die Tarifverhandlungen für die Mitarbeiter am UKGM fortgesetzt.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Kürzlich war die zweite Verhandlungsrunde im Tarifstreit ergebnislos beendet worden (die OP berichtete). Das UKGM hatte ein Gehaltsplus von 4,5 Prozent vorgelegt. Doch das ist der Verhandlungskommission zu niedrig. In einem Flugblatt informiert Verdi nun zu den Details der Verhandlungen.

Dort heißt es, dass das Angebot „weit von der gerechtfertigten Lohnforderung entfernt“ sei, würde man sich auf die 4,5 Prozent einigen, würden die „Einkommensunterschiede zum öffentlichen Dienst zementiert und sogar weiter vergrößert“.

Laut Verdi bietet der Arbeitgeber im Kern zunächst vier Nullmonate, dann ab dem 1. Mai 2015 eine Erhöhung um 1,5 Prozent, zum 1. Oktober eine weitere Erhöhung um 35 Euro – für Auszubildende 25 Euro – und zum 1. Juli 2016 eine weiter Erhöhung um 1,25 Prozent. Die Nachtzuschläge sollen demnach ab dem 1. Januar 2016 „leicht erhöht“ werden.

Aus Sicht der Gewerkschaft griffen die Erhöhungen viel zu spät und seien viel zu niedrig. Die Nullmonate sorgten gar für einen Reallohnverlust, die Inflation fresse den Rest nahezu auf. Für Pflegeschüler würde der Abstand zum öffentlichen Dienst schon im ersten Ausbildungsjahr 40 Euro betragen, auch in den weiteren Berufsgruppen würde die Lücke nicht geschlossen werden.

Röhrhoff: Viel Zeit, um Druck zu machen

Der Abstand betrage zurzeit bereits rund 5,5 Prozent. „Diese Lücke wollen wir für dieses Jahr schließen, laufen ihr aber im kommenden Jahr wieder hinterher“, sagt Stefan Röhrhoff von der Verdi-Tarifkommission auf Anfrage der OP.
Verdi fordert 7,5 Prozent mehr Lohn, mindestens aber 120 Euro. Die monatlichen Zulagen sollen erhöht werden, außerdem sollen Azubis und Praktikanten 120 Euro mehr bekommen. Auch will die Gewerkschaft eine Erhöhung der Nachtzuschläge auf 25, respektive 40 Prozent.

Am 18. Juni würden die Verhandlungen fortgesetzt – das sei „viel Zeit, um Druck zu machen“. Wie Stefan Röhrhoff mitteilte, werde man zunächst in der kommenden Woche die Mitarbeiter erneut detailliert informieren, „an den weiteren Aktionen arbeiten wir zurzeit noch“.

Von Warnstreiks habe man bisher abgesehen, „da die Gespräche recht konstruktiv waren und wir alle davon ausgehen, dass wir die Verhandlungen ohne großes Tamtam abschließen können“, sagte Röhrhoff. Sollte die dritte Verhandlungsrunde allerdings nicht erfolgreich sein, werde Verdi unverzüglich zu Warnstreiks aufrufen.

  • Diesen Dienstag, 12. Mai, finden am UKGM die Wahlen für die Delegiertenvertretung im Aufsichtsrat statt, die Ergebnisse werden um 16 Uhr bekanntgegeben.

von Andreas Schmidt

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