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Ferrero muss Stückzahl 
auf Verpackung nennen

Gerichtsurteil Ferrero muss Stückzahl 
auf Verpackung nennen

Das Frankfurter Landgericht verlangt vom 
Süßwarenhersteller 
Ferrero genauere 
Mengenangaben auf der Verpackung seines 
Konfekts „Raffaello“.

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Wie viele Raffaellos in einer Packung sind, ist für Verbraucher unklar – das muss Ferrero ändern, urteilte das Gericht.

Quelle: Andreas Schmidt

Frankfurt. Das ­Unternehmen Ferrero müsse die Stückzahl nennen, die Angabe in Gramm helfe Konsumenten nicht, heißt es in dem noch nicht rechtskräftigen Urteil. „Verbraucher müssen die Anzahl entweder sehen können, oder sie muss auf der Verpackung stehen. Nur so können sie unserer Ansicht nach die Menge richtig einschätzen“, sagte Wiebke Franz von der Verbraucherzentrale Hessen am Mittwoch in Frankfurt. Die Verbraucherschützer hatten Ferrero ­abgemahnt.

Demnach habe sich ein hessischer Verbraucher darüber geärgert, dass er auf dem Karton mit Raffaellos nur das Gesamtgewicht von 230 Gramm finden konnte. Wie viele Konfektkugeln in der Verpackung steckten und wie viel eine Kugel wiegt, erfuhr er nicht und ­beschwerte sich bei lebensmittelklarheit.de, 
dem Portal der Verbraucherzentralen. Die Argumentation von Ferrero, dass es zu minimalen Schwankungen beim Gewicht der Raffaellos komme – beispielsweise durch mehr oder weniger Kokosraspel pro Kugel – und die Angabe daher nicht möglich sei, überzeugte die Verbraucherzentrale Hessen nicht. Sie mahnte Ferrero ab.

Ferrero legt Berufung ein

Die EU-Lebensmittelverordnung verpflichte Hersteller, neben der Nettofüllmenge auch die Stückzahl offenzulegen, wenn sie mehrere einzeln verpackte Pralinen, Schokoriegel oder Eisportionen in einer Verpackung anbieten, erklärten die Verbraucherschützer. Das Gericht stufte demnach die Umhüllung der „Raffaellos“ als Einzelverpackung ein. Ferrero habe argumentiert, es handele sich um eine Trennhilfe – vergleichbar etwa mit dem Einwickelpapier von Bonbons.

Ferrero hat nach eigenen Angaben gegen das Urteil vom 11. Oktober Berufung eingelegt. „Die Umsetzung eines solchen Urteils ginge an der Praxis vorbei und hätte Auswirkungen auf die gesamte Süßwarenindustrie“, begründete das Unternehmen auf Anfrage. „Um für Ferrero und auch die Branche Rechtssicherheit herzustellen und eine praxisgerechte Entscheidung zu erreichen, liegt der Fall nun dem Oberlandesgericht Frankfurt zur Überprüfung vor.“

von unserer Agentur
 und Andreas Schmidt

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