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Erfolg durch Kontinuität und Wandel

Unternehmerabend Erfolg durch Kontinuität und Wandel

Gewerbetreibende aus Ebsdorfergrund, den Nachbargemeinden und Marburg trafen sich zum gemeinsamen Austausch. Thema waren Kontinuität und Wandel in Familienunternehmen.

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Aufgrund des lang anhaltenden Regens wurde der Unternehmerabend für die Besucher eine feuchte Erfahrung.

Quelle: Ina Tannert

Hachborn. Zu dem Thema sprach Wolf Hoppe, Verwaltungsratspräsident der HOPPE Holding AG, im Garten des Wohnguts vor mehreren Hundert Gästen aus der Wirtschaftswelt.

Am Beispiel der HOPPE-Gruppe zeichnete er ein Bild der wirtschaftlichen Entwicklung von Familienunternehmen. Dabei unterschied er zwischen konstanten und wandelbaren Eigenarten innerhalb des Firmenkonzepts – angefangen bei den Grundlagen der Firma, die sich heute mit der Herstellung von Türgriffgarnituren und Fenstergriffen als Marktführer in Europa sieht.

Den Grundstein legte Firmengründer Friedrich Hoppe im Jahr 1952. Wo heute die dritte Generation Einzug ins Unternehmen hält, begann der Großvater als „klassischer Pionierunternehmer, der noch alles selber machte“, führte Hoppe aus. Sein Vater übernahm noch aktiv Verantwortung für jedes Ressort, führte offensiv mit strenger Hand und delegierte keine Aufgaben. Das änderte sich in der zweiten Generation unter den beiden Hoppe-Brüdern. Mit steigender Komplexität des Wirtschaftslebens veränderte sich auch der Führungsanspruch: Die Söhne führten ein „echtes Delegieren“ ein, gaben nicht nur kleinteilige Aufträge, sondern ganze Pakete in andere Hände.

Komplexität steigt mit jeder neuen Generation

Gegenüber den Mitarbeitern rückte die „Sinnvermittlung“ in den Vordergrund: Ihnen wurde nicht mehr alles vorgebetet, „auch die Mitarbeiter mussten in gewissem Sinne erwachsen werden“, erklärte der Firmenchef. Die Konsequenz aus diesem Prozess sei die Abnahme der umfassenden Kontrolle. Die ehemals dominante Chefposition wandelte sich zu einer Delegation aus dem Hintergrund heraus – es entstand „ein situativer Führungsstil“, erklärt Hoppe.

Diesen Prozess werde die dritte Generation fortführen, die ihrerseits auf neue Herausforderungen am globalisierten Markt reagieren muss. Etwa beim sogenannten Fachkräftemangel: „Andere Quantitäten erfordern andere Qualitäten.“

In Zukunft sieht Hoppe daher noch mehr Delegation innerhalb von Unternehmen, um eine nötige Flexibilität an einem immer komplexer werdenden Markt garantieren zu können. „Naturgemäß steigt die Komplexität in der Nachfolge mit jeder neuen Generation“, so Wolf Hoppe.

„Die Mischung macht es“

Dabei bilde das vom Vater geschaffene Fundament eine konstante Grundlage, die „trägt, hält und unkaputtbar ist“. Das sei ein Vorteil für einen weltweiten Konzern, der regional geführt wird. Gleich geblieben sei auch stets eine „feste Werte­basis“ ­innerhalb der Familie.

Erfolg bringe dabei der Mix aus beiden, aus Kontinuität und Wandel. „Man muss nicht alles anders machen, aber auch nicht immer so weitermachen wie bisher – die Mischung macht es“, lautete Hoppes Resümee.

In lockerer Runde verbrachten die Gewerbetreibenden bei Sekt und Häppchen einen „feucht-fröhlichen Abend“, wie Bürgermeister Andreas Schulz (SPD) bemerkte. Das Unternehmertreffen der Gemeinde findet jedes Jahr statt und sei ein „Dankeschön an Ihre Leistungsbereitschaft und Leistungsfähigkeit“, lobte der Gemeindechef.

Feucht wurde das Freiluft-Fest durch den anhaltenden Regen, das Gelände war stellenweise mit Schlammpfützen überzogen. Die trockenen Sitzplätze unter den beiden Festzelten waren knapp bemessen. Der gemeinsame Austausch unter den Gewerbetreibenden, der zum Treffen gehört, musste dieses Mal stellenweise im Stehen gehalten werden.

von Ina Tannert

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