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CSL Plasma plant in Lahntal neues Logistikzentrum

Umzug CSL Plasma plant in Lahntal neues Logistikzentrum

CSL Plasma, Teil der CSL-Gruppe, wird Schwalmstadt verlassen und plant offenbar einen Neubau 
in Lahntal – dies hat der Konzern auf OP-Anfrage bestätigt.

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CSL Plasma befindet sich derzeit noch auf dem Firmengelände der Spedition Heidelmann in Schwalmstadt – offenbar plant das Unternehmen aber einen Neubau in Lahntal.

Quelle: Anne Quehl

Schwalmstadt. Einer der mutmaßlich größten Gewerbesteuerzahler verlässt Schwalmstadt. Das bestätigten Bürgermeister Stefan Pinhard und der Partner von CSL Plasma, Heidelmann-Logistik. Wie viel genau die Behring-Tochter CSL pro Jahr in die Stadtkasse bringt, ist ein Steuer­geheimnis. Insgesamt nimmt Schwalmstadt derzeit jährlich 5 Millionen Euro an Gewerbesteuern ein. Nach unbestätigten Berichten soll die Lagerung von Blutplasma innerhalb der nächsten zwei Jahre nach Lahntal verlegt werden. Dort ist bislang nur bekannt, dass ein ­potentes Unternehmen Ansiedlungspläne hat. Offenbar geht es um die geringere Distanz zum Mutterkonzern CSL Behring, wo das Plasma unter anderem verarbeitet wird.

Laut OP-Informationen soll CSL Behring in Verhandlungen mit der Gemeinde Lahntal stehen – und das schon seit Beginn des Jahres. Demnach hat das Unternehmen die Kaufoption für ein knapp 85.000 Quadratmeter großes Grundstück, das sich direkt an der Bundesstraße 62 befindet – und am Schnittpunkt der neuen Bundesstraße 252, die derzeit als Ortsumgehung gebaut wird.

Gemeinde Lahntal sähe Ansiedlung als Gewinn für die Region

Bereits im Frühjahr hatte es in der Gemeindevertretersitzung den Antrag gegeben, die Fläche von einem Gewerbegebiet in ein Industriegebiet umzuwidmen – offenbar unter dem Vorbehalt, diese Umwidmung erst dann vorzunehmen, wenn CSL Plasma sich wirklich an dieser Stelle ansiedelt.

Bürgermeister Manfred Apell bestätigte auf Anfrage der OP, dass es Verhandlungen mit dem Unternehmen gebe. Diese seien allerdings noch nicht abgeschlossen.

„Wir würden die Ansiedlung durchaus als einen großen Gewinn für die Region als auch für die Gemeinde Lahntal sehen“, sagte der Bürgermeister. Daher bemühe man sich darum, dass das Projekt gelinge. Apell ist sich sicher: „Das wird auch den Standort Marburg stützen.“

Über ein erhöhtes Verkehrsaufkommen macht sich das Gemeindeoberhaupt indes keine Sorgen: „Die Fahrzeuge fahren auch jetzt schon an dieser Stelle vorbei, wenn sie von Schwalmstadt an die beiden Standorte in Marburg und Görzhausen fahren, sie kommen also ohnehin schon durch unsere Gemeinde.“ Abgesehen von einer „normalen Weiterentwicklung“ werde sich das Verkehrsaufkommen wohl nicht erhöhen.

CSL Behring wollte den Neubau in Lahntal zunächst nicht bestätigen. „CSL Plasma plant aktuell ein Plasma Logistik Center, welches den Standort in Schwalmstadt ersetzen und gemeinsam mit CSL Behring genutzt werden soll“, teilte Unternehmenssprecherin Stephanie Fuchs mit. Wann genau, wird nicht beantwortet. Es gehe um Synergieeffekte durch die Zusammenlegung der Logistik-Aktivitäten von CSL Plasma und CSL Behring. Fuchs erläuterte auf Anfrage, dass die Planungen bereits weit fortgeschritten seien – der Mutterkonzern in Australien jedoch noch kein grünes Licht gegeben habe.

„Der Wegzug wird uns treffen“

Seit mehr als zehn Jahren ist das Blutplasma-Logistikzentrum in Ziegenhain im Hauptgebäudekomplex der Spedition Heidelmann an der Feuerwache angesiedelt. Es gilt als eins der größten Logistikzentren der Welt für Blutplasma. Blutplasma aus vielen Ländern Europas – Basis wichtiger Medikamente – wird dort bei minus 25 Grad gelagert und zur Verarbeitung weitertransportiert. Laut Medienberichten ist das Plasma-Logistik-Center Europa in Schwalmstadt nicht nur für die Lagerung, sondern für den europaweiten Transport des Stoffs verantwortlich. Laut CSL Behring gibt es in Schwalmstadt bei CSL Plasma 70 Mitarbeiter.

In Schwalmstadt ist man über den Wegzug des Unternehmens nicht erfreut. So sagte Bürgermeister Stefan Pinhard: „Der Wegzug wird uns treffen.“ Es handele sich bei CSL Plasma um einen „guten Gewerbesteuerzahler“, mehr dürfe er nicht preisgeben. Es sei bekannt gewesen, dass der „Weltkonzern“ Überlegungen und Planungen verfolge, offenbar wolle man näher an der Produktion sein.

Vonseiten der Firma Heidelmann-Logistik hieß es, dass man von CSL über den Wegzug informiert worden sei und man sich in Gesprächen in verschiedene Richtungen befinde, „wir sehen uns für die Zukunft weiterhin gut aufgestellt“.

von Anne Quehl 
und Andreas Schmidt

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