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Unsaubere Arbeit im Uni-Klinikum endet mit einer Kündigung

Arbeitsgericht Unsaubere Arbeit im Uni-Klinikum endet mit einer Kündigung

Um unsaubere Toiletten im Universitätsklinikum in Marburg ging es am Dienstag Vormittag in einer Güteverhandlung vor dem Marburger Arbeitsgericht.

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Die Sauberkeit der Toiletten im Marburger Universitätsklinikum war gestern Thema vor dem Marburger Arbeitsgericht. Eine Reinigunskraft war entlassen worden, weil sie ihre Arbeit nicht ordnungsgemäß erledigt hatte.

Quelle: Archivfoto

Marburg. Dort hatte eine Reinigungskraft der RK Reinigungsgesellschaft mbH gegen ihre verhaltensbedingte Kündigung geklagt. Diese hatte sie erhalten, weil sie ihren Aufgaben nicht ordnungsgemäß nachgekommen, also vor allem die Toiletten in ihrem Arbeitsbereich im Universitätsklinikum Marburg, nicht oder nur oberflächlich gereinigt hatte. „Sauberkeit ist in einer Klinik das A und O“, betonte Arbeitsgerichtsdirektor Hans Gottlob Rühle, der keinerlei Verständnis für die unsaubere Arbeit der 37-jährigen Reinigungskraft zeigte. So ordnete er für ihr unentschuldigtes Fehlen im Gerichtssaal zuerst einmal ein Ordnungsgeld von 150 Euro an.

Das hob er nach einer halben Stunde schließlich wieder auf, da die Klägerin doch noch erschien. „Ich habe den falschen Bus genommen, und war im Amtsgericht“, entschuldigte sie sich. Als die Klägerin kam, war die Verhandlung im Prinzip allerdings fast gelaufen. „Ihrer Anwältin liegt ein Vergleichsangebot vor“, erläuterte Rühle der Klägerin, was zuvor im Gerichtssaal besprochen worden war. „Darauf können Sie eingehen oder auch nicht.“ Die Klägerin arbeitete seit dem Jahr 2004 bei der RK Reinigungsgesellschaft, die im Auftrag der Rhön Klinikum AG für die Sauberkeit im Marburger Uni-Klinikum verantwortlich ist.

„Seit zwei Jahren geht das Arbeitsverhältnis mit der Klägerin den Bach hinunter“, berichtete der Anwalt der Beklagten. Vier schriftliche und mehrere mündliche Abmahnungen seien der Kündigung vorausgegangen. „Doch anscheinend hat das alles nichts gebracht“, stellte der Beklagtenvertreter fest. Am 13. Mai, fünf Tage nach der letzten Abmahnung, kontrollierten mehrere Vorarbeiter die Arbeit der 37-Jährigen und stellten erhebliche Mängel fest: Der Boden einer von der Klägerin zu reinigenden öffentlichen Klinikstoilette war nicht geputzt, ebenso das Toilettenbecken, der Mülleimer war nicht geleert und auch die Türklinke nicht gesäubert.

„Das kann nicht sein, dass in einem Klinikum die Reinigungskräfte nicht ordentlich arbeiten“, sagte Rühle. Schließlich könnten gerade dort etliche Keime übertragen werden, vor allem über die Türgriffe. Die Klägerin, für die auch nach ihrem Erscheinen stets die Anwältin sprach, redete sich damit heraus, dass sie ständig an andere Orte geschickt worden sei, nicht genügend Zeit für ihre Arbeit gehabt hätte oder ihr die Schlüssel für die zu reinigenden Räume gefehlt hätten. Doch damit kam sie nicht weit: „Selbst der Betriebsrat hat der verhaltensbedingten Kündigung zugestimmt. Und das ist schon außergewöhnlich.

Da muss schon viel falsch gelaufen sein, damit das passiert“, sagte Arbeitsgerichtsdirektor Rühle, der der Klägerin damit klarzumachen versuchte, dass es kaum möglich sei, ihre Arbeitsstelle zurückzubekommen. Die beiden Parteien einigten sich schließlich auf einen Vergleich: Die verhaltensbedingte Kündigung wird in eine ordentliche Kündigung der Klägerin rückwirkend zum 30. Juni umgewandelt. Zudem erhält die 37-Jährige eine Abfindung von 1.250 Euro brutto.

von Katharina Kaufmann

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