Volltextsuche über das Angebot:

23 ° / 16 ° Regen

Navigation:
Unermüdlich im Einsatz für die Kochkunst

Todesfall Unermüdlich im Einsatz für die Kochkunst

Horst Wetterau verstarb am Mittwoch im Alter von 56 Jahren an den Folgen eines Krebsleidens.

Voriger Artikel
HOPPE entlässt 32 Mitarbeiter aus Werk in Stadtallendorf
Nächster Artikel
Weniger Firmenpleiten, mehr Privatinsolvenzen im Landkreis

Buchenau. Zwei Krebserkrankungen hatte er überstanden, gegen die dritte hat er bis zu seinem Tod optimistisch und mutig angekämpft: Am Mittwochvormittag ist Horst Wetterau in Buchenau verstorben. Der Vorsitzende der Vereinigung der Köche Marburg und Betriebsleiter Speisenversorgung in der Küche des Universitätsklinikums Gießen und Marburg wurde 56 Jahre alt.

„Er hat bis zum Schluss klaglos gegen die tückische Erkrankung angekämpft, Lebensfreude ausgestrahlt und jede Minute mit seiner Familie und seinen Freunden genossen“, sagte sein Sohn Dr. Jens Wetterau der OP.

Noch Anfang Juni war der in Lohra geborene Küchenmeister Horst Wetterau vom führenden Fachmagazin für Gemeinschaftsversorgung („GVmanager“) zum „Manager des Jahres“ ausgezeichnet worden. „Mit Fingerspitzengefühl und den Zutaten Leidenschaft, Verantwortungsbewusstsein und Freude hat er in den vergangenen Jahren Vieles erreicht und Großes bewegt“, wurden seine Verdienste unter anderem in der Laudatio gewürdigt. Trotz vieler Mitgliedschaften in Gremien und Auszeichnungen in Kochwettbewerben sei er bescheiden geblieben.

Die Reisestrapazen nach München hatte er im fortgeschrittenen Stadium seiner Erkrankung dennoch bewusst auf sich genommen: „Diese Auszeichnung ist die höchste und wichtigste, die ich in meinem Leben erhalten habe. Das ist der Oscar der Gemeinschaftsverpflegungs-Branche“, hatte er der OP zu diesem Anlass gesagt.

Kennzeichnend für Horst Wetterau waren seine unermüdliche Liebe zum Beruf, sein Humor, seine Freude am Umgang mit Menschen und der Antrieb, Dinge auf den Weg zu bringen, sie zu verbessern und immer auch ein wenig Wissen weiterzugeben. Das Kochen war für ihn nach eigenem Bekunden immer Kunst und Handwerk zugleich. Engagiert hat sich Wetterau für eine qualitativ gute Ausbildung in den gastronomischen Berufen eingesetzt und in 25 Jahren knapp 100 jungen Menschen einen Start in das Koch-Berufsleben ermöglicht. Wetterau hatte 1995 die Speisenversorgung des Universitätsklinikums in Marburg übernommen. Seine Küche war die erste, die sich 1998 nach DIN ISO 9000 zertifizieren ließ. 1985 hatte er als Sous-Chef das Steigenberger Airport-Hotel in Frankfurt verlassen, um seiner Familie mehr Zeit widmen zu können. Anschließend kochte er für soziale Einrichtungen wie die Marburger Kinderklinik und das Hospiz.

Er richtete Großereignisse wie das „Culinarium Marburg“ aus, kochte vielfach auf dem Messestand der Hessischen Landesvertretung auf der ITB in Berlin sowie zum 50. Geburtstag des Landes Hessen in der Hessischen Landesvertretung in Berlin. 2007 erhielt er den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland in Form der Verdienstmedaille für seine ehrenamtliche Arbeit und sein außerordentliches Engagement für Aus- und Weiterbildung.

Wetterau errang zudem bei zahlreichen Kochwettbewerben Auszeichnungen und erste Preise, unter anderem beim Eisvogel-Pokal „Hessen à la Carte“ 1994, der Deutschen Meisterschaft der Gemeinschaftsverpflegung 1995, beim GV Award 2006 und der Deutschen Meisterschaft der Gemeinschaftsverpflegung den „GV-Stern“. Horst Wetterau war zum dritten Mal verheiratet und hinterlässt drei Kinder.

von Christoph Linne

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Wirtschaft

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr