Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 7 ° wolkig

Navigation:
Über Umwege beim Traumberuf gelandet

„Netzwerk für Studienzweifler“ Über Umwege beim Traumberuf gelandet

Was tun, wenn man 
feststellt, dass das Studium nicht die richtige Wahl war? „Es gibt genügend Möglichkeiten“, so der 
Tenor beim Vortrag des Netzwerks für Studienzweifler.

Voriger Artikel
Zusammen mehr als 1000 Jahre im Dienstjahre
Nächster Artikel
Betriebe werben um künftige Fachkräfte

Kirsten Molitor hat den Weg vom Studienabbruch zur 
Ausbildung im Handwerk nicht bereut.

Quelle: Andreas Schmidt

Marburg. Kirsten Molitor hat es getan. „Ich habe lange mit mir gerungen“, gibt die 24-Jährige zu. Doch nach drei Semestern sei für sie klar gewesen, dass das Studium von Geographie und Germanistik auf Lehramt „doch nicht so ganz das Richtige war, das ich machen wollte“.

Zwar habe ihr das Unterrichten an der Schule „großen Spaß gemacht – aber ich habe gemerkt, dass ich das nicht für immer machen wollte“. Sie schloss das dritte Semester noch ab, „und das Schwierigste war mir einzugestehen, dass ich abbrechen und diesen Weg nicht weitergehen will“, sagte sie. „Denn dann steht man ja wieder vor dem Nichts“, sagt sie.

Sie habe die Studienberatung aufgesucht, viele Gespräche geführt und drei Monate überlegt, was sie machen könnte. „Das war eine schlimme Phase für mich“, erinnert sie sich. Doch dann habe sie sich an ihr Berufspraktikum erinnert, „in der neunten Klasse mit 15 Jahren“, so die Ex-Studentin.

Netzwerk bietet 
Anlaufstelle für Zweifler

„Das Praktikum habe ich bei einem Raumausstatter absolviert, und es hat mir viel Spaß gemacht. Aber den Beruf hat man mir ein bisschen ausgeredet – ich solle doch zunächst mein Abitur machen und dann mal weiter schauen“, erinnert sie sich. Und genau dieses Praktikum erwies sich als Erfüllung für die junge Frau. „Ich habe mir gesagt, dass ich zurück auf Anfang gehe und habe ein neues Praktikum bei einem Raumausstatter gemacht“, erzählt sie.

Die Freude war direkt wieder da – und ihr Chef bot ihr eine Ausbildungsstelle an. „So bin ich über Umwege in meinem Traumberuf gelandet“, sagt sie heute im Rückblick – eine Woche vor der Gesellenprüfung.

Den Zuhörern im Cineplex sagte sie, dass sie ihnen mit ihrem Vortrag Mut machen wolle: „Es ist zwar superschwierig, sich den Abbruch selber einzugestehen. Aber es ist nicht so, dass Euer Leben daran scheitern wird oder dass Ihr bis dahin nichts geschafft habt“, sagt sie. Das habe sie selbst erfahren, sie wolle ihre drei Semester Studium nicht missen, „denn ich habe in den eineinhalb Jahren viel gelernt, es war keine verlorene Zeit“.

Eine Erfahrung, die auch die Akteure des „Netzwerks für Studienzweifler“ teilen: Ansprechpartner von Arbeitsagentur, IHK, Kreishandwerkerschaft und des „Netzwerks zur beruflichen Integration von Studienabbrechenden in Hessen“ verdeutlichten, dass die erworbenen Qualifikationen des Studiums auf keinen Fall verloren seien und eine Ausbildung durchaus sinnvoll sei. Es gebe zahlreiche Instrumente und Fördermöglichkeiten, über die die jeweiligen Institutionen detailliert 
beraten könnten – und die Ausbildungszeit könne durch die Vorbildung sogar drastisch verkürzt werden.

Informationen und Anlaufstellen bündelt die Webseite zweifel-am-studium.de.

Mehr von der  Ausbildungsmesse „Ansage Zukunft“ lesen Sie hier.

von Andreas Schmidt

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr