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US-Investor übernimmt Schoeller

Gläubigerausschuss stimmt Verkauf zu US-Investor übernimmt Schoeller

Im Februar hatte Schoeller Electronics in Wetter 
Insolvenz angemeldet. Nun gibt es Hoffnung für die Mitarbeiter: Ein amerikanischer Investor hat das Werk übernommen.

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Ein amerikanischer Investor hat Schoeller Electronics in Wetter gekauft – das Kartellamt muss noch zustimmen.

Quelle: Thorsten Richter

Wetter. Der Gläubigerausschuss stimmte laut Unternehmensangaben einstimmig dafür, dem amerikanischen Investor AIAC – der „American Industrial Acquisition Corporation“ – den Zuschlag für den Erwerb des Geschäftsbetriebes und die Fortführung der wirtschaftlichen Aktivitäten zu erteilen. ­Damit einher geht auch eine Umfirmierung: Aus Schoeller Electronics wird die Schoeller Electronics Systems GmbH.

Der Verkauf sei bereits notariell beurkundet worden und bedürfe jetzt noch der formellen Umsetzung. Es sei die erklärte Absicht des neuen Investors, mit dem bestehenden Team aus Mitarbeitern und Geschäftsleitung das während der Insolvenz erarbeitete Fortführungskonzept weiter umzusetzen und zu gestalten.

„Dies bedeutet, dass wir nach einigen Monaten der Unsicherheit nunmehr mit AIAC einen starken, technologiegetriebenen Investor an Bord haben, der unseren Geschäftspartnern gemeinsam mit der neuen Schoeller Electronics Systems eine zuverlässige Zukunftsplanung ermöglicht“, teilte Geschäftsführer Michael Keuthen mit. „Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Kartellamts, wovon wir jedoch ausgehen.“

Suche nach strategischem Investor war erfolgreich

Investor und Management seien davon überzeugt, dass Schoeller Electronics Systems den Kern einer neuen Gruppe europäischer Leiterplattenhersteller bilden werde – denn AIAC wolle in diesem Segment weitere Akquisitionen tätigen.

Schoeller Electronics hatte im Februar Insolvenz angemeldet und wollte sich in einem sogenannten „Schutzschirmverfahren“ in Eigenverwaltung sanieren. Das Werk litt laut Geschäftsführer Keuthen unter einem immensen, etwa fünfjährigen Investitionsstau, den Keuthen auf mindestens zwei Millionen Euro bezifferte. Das sei in einer Branche, in der Schoeller sich als Technologieführer für Hightech-Leiterplatten positioniert habe, nicht tragbar. Außerdem habe das vorherige Management den Vertrieb nicht genügend forciert.

Schon damals hatte Keuthen gesagt, man suche für die Fortführung des Unternehmens „idealerweise strategisch orientierte Partner als Investoren, die im High-Tech-Segment der Leiterplatte mit Produktion in Deutschland Chancen sehen und sich hier gemeinsam weiter mit uns entwickeln wollen.“

Diese Suche wurde nun offenbar mit Erfolg gekrönt. Denn der Investor AIAC ist eine US-amerikanische Industrie-Holding mit nach eigenen Angaben mehr als 9000 Beschäftigten weltweit. Die Holding vereine unter ihrem Dach gut 60 Produktionsstandorte und generiere einen Jahresumsatz von rund 1,2 Milliarden Dollar. AIAC investiere strategisch in die unterschiedlichsten Branchen und Technologieunternehmen.

von Andreas Schmidt

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