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UKGM will mehr Pflege-Helfer einsetzen

Klinik UKGM will mehr Pflege-Helfer einsetzen

Die Patientenversorgung muss mehr im Vordergrund stehen, sagt die Geschäftsführung. Daher müsse der Stellenplan in patientenfernen Abteilungen, wie der Verwaltung, „so schlank wie möglich“ gehalten werden.

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Eine Krankenschwester eilt auf einem Flur an einem leeren Bett vorbei. Am Marburger Uni-Klinikum sollen künftig mehr Pflegehelfer in den Stationen eingesetzt werden.Archivfoto

Quelle: Sebastian Widmann

Marburg. Krankenpflegehelfer, Servicekräfte, Arzthelferinnen: Künftig sollen diese zunehmend am UKGM eingesetzt werden, um Lohnkosten von Pflegern zu sparen. Man müsse sich die Frage stellen, ob überall examinierte Krankenpfleger zum Einsatz kommen müssen, erklärt Dr. Holger Thiemann, kaufmännischer Geschäftsführer am UKGM in Marburg. „Muss eine Krankenschwester den Besuchern eines Patienten eine Blumenvase bringen, oder kann dies nicht auch ein Helfer?“, nennt er als Beispiel.

Der Betriebsrat betrachtet auch diese Pläne mit großer Skepsis und Sorge. Die Arbeitnehmer-Vertreter sprechen von der Einführung der „Teil-Pflege“. Zum Beispiel sollen nach den Entwürfen für ein neues Organisationskonzept künftig „hotelnahe Servicekräfte“ auf Stationen für die Austeilung des Essens zuständig sein.

Das könne Gefahren mitbringen, so der Betriebsrat. „Eine Fachkraft erkennt, ob der Patient richtig isst oder ob er zum Beispiel Schluckbeschwerden hat“, sagt Betriebsratsmitglied Wolfgang Demper auf Anfrage der OP. Der Betriebsrat befürchtet, dass mehr Pflegeassistenten zum Einsatz kommen, die 1:1 auf den Stellenplan angerechnet werden. „Dieses alles soll Kosten sparen, um das Millionen-Defizit auszugleichen“, heißt es in einer Betriebsrats-Info.

Für Holger Thiemann sind diese neuen Pläne ein Schritt, um das Klinikum besser aufzustellen. Auch sei der Einsatz von Assistenten auf Stationen ein Beitrag, um überlasteten Pflegern zu helfen. Diese hätten dann mehr Zeit für ihre eigentlichen Tätigkeiten in der Patientenversorgung.„Die Patientenversorgung muss mehr im Vordergrund stehen. Der Fokus lag bisher zu sehr in den patientenfernen Stabsstellen“. Die Verwaltung gehört zum Beispiel zu den patientenfernen Abteilungen. „So schlank wie möglich“ will Thiemann diese Abteilungen aufstellen. Der Betriebsrat wehrt sich seit Jahren gegen die Unterscheidung zwischen patientennahen und patientenfernen Berufsgruppen. Auch die Reinigung oder Technik sei zum Beispiel unersetzlich für ein Krankenhaus, so die Argumente. Der Betriebsrat sieht die geplante neue Pflegestruktur als Entmachtung der Pflege. Künftig sollen Ärzte auch im Pflegebereich mehr Verantwortung erhalten (die OP berichtete gestern).

Die ärztlichen Klinikleiter hatten mit der Vereinbarung eines 10-Punkte-Programms erklärt, für Leistungssteigerung zu sorgen. Die höhere Verantwortlichkeit für die Pflege sei mit den Ärzten abgesprochen, sagt Thiemann.

Man habe Mediziner gefunden, die bereit seien, die ärztliche Leitung für das OP-Management zu übernehmen, das auch das Pflegepersonal in Operationssälen organisieren soll.von Anna Ntemiris

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